Die rund 8000 Beschäftigten der ostdeutschen Stahlindustrie bekommen von August an 6,5 Prozent mehr Geld. Hinzukommt eine Einmalzahlung von 500 Euro, Lehrlinge erhalten 200 Euro. Das teilte die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen nach der vierten Verhandlungsrunde am Freitag in Berlin mit.
Angesichts der hohen Inflation erhalten die Beschäftigten demnach die höchste prozentuale Lohnerhöhung seit drei Jahrzehnten. Arbeitgeber und Gewerkschaft übernahmen im Osten wie erwartet den Abschluss, der zuvor in der nordwestdeutschen Stahlindustrie vereinbart worden war.
In den vergangenen Wochen hatten Hunderte Beschäftigte in Brandenburg und Sachsen mit Warnstreiks ihren Forderungen Nachdruck verliehen. Die IG Metall hatte zunächst 8,2 Prozent mehr Geld verlangt, bei einer einjährigen Laufzeit des Tarifvertrags. Nun vereinbarten beide Seiten eine 18-monatige Laufzeit bis Ende November 2023.
Außerdem haben sich die Tarifparteien darauf verständigt, die Tarifverträge über Altersteilzeit, zur Beschäftigungssicherung sowie über den Einsatz von Werkverträgen zu verlängern. Für dual Studierende soll zudem bis zum 31. Juli 2022 ein Tarifvertrag vorgelegt werden.

Gewerkschafterin: Beschäftigte werden am Gewinn der Stahlindustrie beteiligt

„Das deutliche Lohnplus verschafft den Beschäftigten in Zeiten hoher Inflation mehr Planbarkeit und finanziellen Spielraum“, sagte Birgit Dietze, Verhandlungsführerin und Bezirksleiterin der IG Metall in Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Mit diesem Ergebnis erhalten die, die die derzeit hohen wirtschaftlichen Gewinne in der Stahlindustrie erwirtschaften, ihren berechtigten Anteil.“