Bei einem verendeten Kranich im Kreis Ostprignitz-Ruppin ist die Geflügelpest nachgewiesen worden. Damit ist es nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums der erste Verdachtsfall in Brandenburg mit der Geflügelpest - auch Vogelgrippe genannt - in diesem Herbst. Das Friedrich-Loeffler-Institut hatte den Verdacht nach Ministeriumsangaben am Samstag bestätigt.

Geflügelhalter sollen Biosicherheitsmaßnahmen überprüfen

„Wir wissen, dass die Geflügelpest seit Ende Oktober wieder verstärkt auch in Deutschland auftritt. Jetzt gilt es, eine Übertragung auf Hausgeflügel zu verhindern“, so Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Bereits Anfang der Woche seien der Geflügewirtschaftsverband Brandenburg, Rassegeflügelzüchter und Bauern über die aktuelle Situation zur Geflügelpest informiert worden.
Hobbyhalter sollten sicherstellen, dass Ställe gegen unbefugten Zutritt gesichert sind und von fremden Personen nur mit betriebseigener Schutz- oder Einwegkleidung betreten werden. Auch sollte es Möglichkeiten zum Waschen der Hände und zur Desinfektion von Schuhen geben. Alle Geflügelhalter seien aufgefordert, die vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und zu verstärken, unter anderem durch Kontaktvermeidung zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel.

Erste Funde in Norddeutschland

Am Donnerstag war der erste Fall von Geflügelpest in einer Nutztierhaltung in diesem Herbst in Deutschland nachgewiesen worden, in einer kleinen Hühnerhaltung auf der nordfriesischen Hallig Oland (Schleswig-Holstein). Zuvor war der Erreger H5N8 bei mehreren Wildvögeln in Norddeutschland aufgetreten. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitgeteilt hatte, wurde die Krankheit unter anderem bei einer Wildente in Hamburg und einem Mäusebussard in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen. In Brandenburg hatte es den letzten Fall im Januar gegeben.
Infektionen bei Menschen mit dem Erreger sind nach Ministeriumsangaben bisher nicht bekannt. Eine Übertragung über infizierte Lebensmittel sind laut einer Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung unwahrscheinlich.