Wahl-Umfrage Brandenburg: Brandenburger wählen nach Sorgen, nicht nach Parteien


Waren im Einkaufswagen: Viele Brandenburger treiben derzeit eher Alltagssorgen um, als die großen Fragen der Politik. Das hat Folgen.
Soeren Stache/dpaEs sind die großen Dinge, die derzeit unsere Zeit bestimmen: Krieg oder Frieden in der Ukraine und Palästina, der um sich greifende Autoritarismus und Protektionismus, der den Welthandel gefährdet, eine Klima-Erwärmung, die wir dringen stoppen müssten, aber wegen der anderen großen Themen zunehmend vergessen.
Für die Menschen in Brandenburg sind es aber nicht diese großen Dinge, die ihr Leben bestimmen. Es sind die Kleinen: steigende Kosten, Inflation, Sorge um den Arbeitsplatz und die Zukunft der eigenen Kinder.
Das schlägt sich ganz deutlich in der aktuellen INSA-Umfrage von MOZ, LR und MAZ nieder. Und das zeigt sich auch im Wahlverhalten der Brandenburger. Deutliche Gewinne gibt es in der Sonntagsfrage für die Parteien, die gerade in der Opposition sind und mit vermeintlich einfachen Parolen auf die Ängste und Sorgen der Menschen abzielen.
So lassen sich für diese Parteien vielleicht in Zukunft Wahlen gewinnen. Die Probleme, die die Brandenburger bedrücken, werden dadurch aber nicht gelöst.
Wandel betrifft nicht nur die Lausitz
Dafür sind komplexe Antworten nötig, die sich nicht in einfache Parolen wie „Ausländer raus“ oder „Reiche besteuern“ pressen lassen. Wir befinden uns als Land, als Gesellschaft, als Wirtschaftssystem und auch weltweit mitten in einem Wandel. Wo wäre das besser zu beobachten als in der Lausitz?
In einem Wandel, der Gewinner und Verlierer hervorbringen wird. In einem Wandel, den wir nicht einfach ignorieren können. In einem Wandel, den wir mitgestalten müssen. Die Parteien, die dazu bereit sind, müssen es nun aber schaffen, die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen.
Sonst gewinnen die anderen, die mit den Parolen. Und verlieren werden wir alle. Nur werden wir das erst bemerken, wenn es vielleicht zu spät. Denn wer sagt, dass die, die dann an der Macht sind, diese so freiwillig wieder abgeben wie bisherige Regierungen?

