Wandel am Stadtrand: Marzahn in Hochglanz

Grüner als man denkt: Einen schönen Ausblick auf Marzahn-Hellersdorf hat man von der Aussichtsplattform Wolkenhain, die im Rahmen der IGA 2017 gebaut wurde.
Berlins beste Aussichten/Niko NowakDie kommunale Wohnungsgesellschaft degewo hat eine achtgeschossige Wohnanlage gebaut. Die Drei- und Vier-Zimmerwohnungen mit Mieten ab 6,50 Euro nettotokalt waren schnell belegt. Der Stadtteil am östlichen Berliner Rand, dem nach der Wende lang das Image des Ghettos anhaftete, wächst und gedeiht. „Es gibt keinen Bezirk in Berlin, der so eine Entwicklungs-Dynamik hat“, sagt auch Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) am Dienstag bei der Vorstellung einer neuen Jubiläums-Broschüre zum 40-jährigen Geburtstag.
Auf 96 Hochglanzseiten wird nicht nur in die Vergangenheit geschaut, sondern vor allem gezeigt, was Marzahn-Hellersdorf seinen derzeit fast 270.000 Bewohnern alles zu bieten hat. Zum Beispiel viel Grün, das man erst richtig wahrnimmt, wenn man mit der Seilbahn zur Aussichtsplattform Wolkenhain schwebt, die extra für die Internationale Gartenschau (IGA) gebaut wurde. „Fast noch mehr als das lebenswerte Umfeld haben uns die Menschen hier überzeugt, die wirklich was bewegen wollen“, sagt auch Jörg Franzen, Chef der Gesobau. Obwohl die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft dazu angehalten ist, preisgünstige Wohnungen zu bauen, werde man in anderen Bezirken nicht automatisch mit offenen Armen empfangen. „In Marzahn-Hellerdorf herrscht ein Investionsklima, dass man sich in Berlin nur wünschen kann“, beton Franzen.
Und so will die Gesobau 500 Millionen Euro in dem Doppelbezirk investieren und bis 1923 rund 2800 neue Wohnungen bauen. Die Menschen, die nach Marzahn ziehen, kommen nicht nur wegen der für Berlin immer noch günstigen Mieten, sondern auch wegen alter Bindungen. „Viele sind in Marzahn aufgewachsen und danach in die Welt hinaus. Nun kommen sie mit Kunstprogrammen und Start-ups wieder oder bewerben sich bei uns im Bezirksamt“, berichtet Bürgermeisterin Pohle.
Immer mehr Jobs gibt es auch in den Industrieparks. Das Durchschnittsalter der 320 Mitarbeiter, die für die Berlin.Industrial.Group 3D-Metall-Drucker oder Lasertechnik herstellen, beträgt 35 Jahre. Um die Uni-Absolventen, die auf dem BIG-Campus ihre Bachelor- oder Masterarbeit geschrieben haben, gleich in Marzahn zu halten, gibt es ein firmeneigenes Volleyballfeld und eine Grillhütte. „Wir hätten aber gerne noch mehr Infrastruktur drumherum, und wenn es erst mal ein Food-Truck ist, der vor der Tür steht“, sagt Tom Lüders, Chef des High-Tech-Dachunternehmens.
Unter dem Motto „Made in Marzahn-Hellersdorf“ werden in der Image-Broschüre dann auch 33 Firmen porträtiert, die den Bezirk mitprägen, die an seinem Wachsen und Gedeihen maßgeblich beteiligt sind. Es ist ein Geben und Nehmen. Denn die Firmen haben das Jubiläums-Heft mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren finanziert, die von Journalisten der aperccu Verlagsgesellschaft mbH erstellt und vom Bezirksamt herausgeben wird.
So kann sie kostenlos unter das Volk gebracht werden. Zum ersten Mal soll sie während des großen Geburstagsfestes verteilt werden, das am 15. Juni in den Gärten der Welt stattfindet. Der Vorverkauf der Karten für drei Euro hat begonnen.
