Weinfest Zielona Góra 2025: Winzer führt polnischen Sekt vor – was Besucher erwartet

Hier wachsen die Trauben für polnischen Wein und Sekt: Weingut "Miłosz" von Winzer Krzysztof Fedorowicz in Łaz bei Zielona Góra.
K. Fedorowicz- Das Weinfest „Winobranie“ in Zielona Góra findet vom 6. bis 14. September 2025 statt.
- Rund 50 polnische Weingüter präsentieren ihre Weine in der Altstadt.
- Shuttle-Busse bringen Besucher zu 26 Weingütern im Odertal; Verkostung kostet 90 PLN.
- Highlight: Grempler-Sekt von Krzysztof Fedorowicz, Vorführung am 12. September.
- Zielona Góra ist ab Berlin und Frankfurt (Oder) per Zug gut erreichbar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im alten Grünberg wurde das Weinlesefest einst im Oktober zum Ende der Weinlese gefeiert. Heute in Zielona Góra findet es im September statt, erklärt Krzysztof Fedorowicz. Weil das Wetter schöner ist. In diesem Jahr beginnt das Weinlesefest „Winobranie“ am Sonnabend, 6. September und dauert bis Sonntag, 14. September. „Ab 15. September ernten wir die Trauben“, sagt der Pionier unter den Winzern. Die Oderhänge rund um die Hauptstadt der Wojewodschaft Lubuskie unweit der Grenze zu Brandenburg sind das Zentrum des polnischen Weinanbaus.
Das Weinlesefest „Winobranie“ in Zielona Góra ist das wichtigste Event des Jahres in der Region, aber auch überregional für Fans des polnischen Weins. Von denen gibt es immer mehr und der Weinanbau im Nachbarland nimmt seit Jahren zu. Im Rahmen des Weinlesefests präsentieren sich in diesem Jahr rund polnische 50 Weingüter an Ständen in der Altstadt auf und um den Marktplatz an den acht Tagen des Festes.
Mit Bus-Shuttle zur Verkostung auf den Weinbergen im Odertal
Mehr als 20 dieser Weingüter, die im umliegenden Odertal oder in Nebentälern liegen – etwa „Saganum“ in Żagań (Sagan), „Winnogóra“ in Cigacie (Tschichherzig) und „Preto“ bei Słubice kann man in der Zeit des Weinfestes täglich besuchen und die Rebsäfte direkt am Weinberg mit den oft sehr schicken Winzerhäuschen und Blick ins Odertal probieren. Man muss nicht einmal mit eigenem Auto da sein. Während der Festtage verkehren zu den Weinbergen der Region täglich Shuttle-Busse, der „Winobus“. Ein dreistündiger Ausflug mit Verkostung dreier Weine kostet 90 PLN (ca. 21 EUR), am Tag selbst 100 PLN.
Einer dieser Güter ist der Weinberg „Miłosz“ von Krzysztof Fedorowiz in dem Dorf Łaz (Gemeinde Zabór), eine halbe Stunde Autofahrt östlich der Stadt. Fedorowicz ist der Pionier unter den Lubuskie-Winzern. In den 2000er-Jahren begann der heute Mitte-50-Jährige die nach dem Zweiten Weltkrieg absterbende Weinkultur der Region wieder auszugraben und zu kultivieren. Dutzende Winzer eiferten ihm nach. Er studierte alte Karten und Anbaugebiete, sammelte wilde Weintrauben, die er fand, analysierte ihre Sorte, verfasste ein preisgekröntes Buch dazu, das 2022 auch auf Deutsch erschien („Jenseits des Vergänglichen“).
Auf der alten Kirschbaumplantage der Mutter pflanzte er Reben, mit der Lese von 2008 kelterte er den ersten Wein. Heute bewirtschaften Fedorowicz und seine Helfer sechs Hektar mit 20 Rebsorten und kredenzen jährlich 20.000 Flaschen eigener Bio-zertifizierter Rot- und Weißweine: Spät- und Weißburgunder, Zweigelt, Pinot Noir und andere. Die kann man während des Fests probieren.
Alter Grünberger Hit: Grempler-Sekt präsentiert und probiert
Doch das außergewöhnlichste Produkt seiner Reben, was Fedorowicz – und nur er – zu bieten hat ist der Grempler-Sekt. Benannt ist dieser Schaumwein Rot oder Rosé nach Friedrich August Grempler, der gemeinsam mit zwei Partnern 1826 die erste deutsche Sektkellerei in Grünberg in Schlesien, heute Zielona Góra, gründete. Erst verkauften sie ein Teil des Sekts aus der Oderregion als französischen Champagner, bald als Grempler-Sekt. Im Berlin der 1920er-Jahre soll er sehr beliebt gewesen sein. Mit Kriegsende 1945 kam die Produktion zum Erliegen, der Betrieb wurde verstaatlicht und stellte andere billige Weine her. Fedorowicz ließ den Grempler-Sekt patentieren, reiste nach Frankreich und ließ sich zeigen, wie man Champagner herstellt und verkorkte vor über zehn Jahren schließlich die ersten Flaschen Grempler-Sekt.
Wie er den prickelnden Schaumwein macht und wie er schmeckt – das wird Krzysztof Fedorowicz persönlich vorführen am Freitag, 12. September um 19 Uhr im eigenen Weinkeller in der ul. Wodna 32 in Zielona Góra (Eintritt 80 PLN, ca. 19 EUR).
Und wenn man kein Polnisch versteht? „Da muss man gar nicht viel erklären, man sieht es. Wir haben da eine Maschine“, verspricht Fedorowicz mit Blick auf die kleine Grempler-Sekt-Show. Man darf also gespannt sein. Eigene Führungen bzw. Seminare auf Deutsch bietet er nicht an. „Aber ich kann auf Englisch etwas dazu sagen“, sagt er. Reservieren sollte man vorher per Mail beim Winzer fedorowiczkrzysztof@wp.pl
Oderweinberge in Polen vom Schiff aus betrachten
Auch an seinem Weinberg in Łaz mit dem schönen Holzhaus sei in der Regel jemand anzutreffen, der Englisch spreche. Ähnlich dürfte es auf den anderen Weingütern sein. Führungen oder kommentierte Verkostungen auf Deutsch und Englisch sind im Programm der Winobranie nicht aufgeführt. Fedorowiczs Weinkeller in der ul. Wodna 32 hat während des Weinlese-Fests täglich von 14 bis 21 Uhr geöffnet. Dort kann man Weine und den Sekt vom Gut kosten und kaufen.
Fedorowicz ist übrigens nicht der einzige Winzer in Lubuskie, der aus den im Odertal wachsenden Trauben einen Sekt macht. Im malerisch gelegenen Krosno Odrzańskie (Crossen an der Oder), genauer im Ort Gostchorze, hat ein Franzose ein Weingut gegründet, der unter dem Namen „Gost Art“ sogar nur noch Schaumwein aus Riesling, Pinot blanc und Pinot gris produziert. Auch diesen kann man beim Weinfest kosten.

Weinberg in Górzykowo (Oderweinberge) bei Zielona Góra Ende Mai.
Nancy WaldmannKrzysztof Fedorowicz empfiehlt noch etwas beim Weinfest: Eine Oder-Schifffahrt von Cigacice („Przystań Tu“), dem Oderhafen nahe Zielona Góra, das nicht direkt am Fluss liegt. Die Fahrt führt entlang der Weinberge in Górzykowo – der Ort hieß auf Deutsch einst „Oderweinberge“. Heute haben hier wieder mehrere private Winzer ihre Güter.
Zielona Góra von Berlin und Frankfurt gut per Zug erreichbar
Zielona Góra ist von Berlin und Frankfurt (Oder) drei Mal täglich in zwei Stunden mit dem EuroCity direkt zu erreichen. Von Frankfurt (Oder) verkehrt zudem inzwischen recht verlässlich sieben Mal pro Tag die Regionalbahn RB91 direkt nach Zielona Góra oder mit kurzem Umstieg in Rzepin. Die Fahrt dauert eineinhalb Stunden. Nur von Guben fährt aktuell kein Zug in die Weinstadt - auf der RB92-Strecke ist Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten.
Paket: Bus-Shuttle zum Weinberg inklusive Verkostung
Die Shuttle-Busse zu insgesamt 26 Weingütern verkehren ab der Philharmonie Zielona Góra täglich zu festen Zeiten von 9 bis 19.30 Uhr. Ein Ausflug zu einem Weingut dauert mit Hin- und Rückfahrt ab Zielona Góra 2,5 bzw. 3 Stunden und kostet 90 PLN (ca. 22 EUR) inklusive Verkostung dreier Weine. Buchung online unter https://www.lubuskielove.pl
Informationen und Programm zum Weinfest Winobranie und zur Stadt Zielona Góra auf Deutsch: https://visitzielonagora.pl/de


