Der dritte Advent steht vor der Tür, meteorologisch war bereits am 1. Dezember Start in den Winter. Wieder fragen sich viele Menschen, ob in diesem Jahr der Traum von der Weißen Weihnacht beispielsweise in Brandenburg und Berlin wahr wird.
Es gibt aktuelle Prognosen, wonach sich kaltes Winterwetter ab dem dritten Adventswochenende sogar festsetzt. Aber...

Was genau wird als Weiße Weihnachten bezeichnet?

Ein Weihnachtsfest im Schnee. Jedes Jahr aufs Neue beschäftigt diese sehnsüchtige Vorstellung die Menschen. Von einer Weißen Weihnacht wird gesprochen, wenn am 24. und an den Weihnachtsfeiertagen eine geschlossene Schneedecke zu sehen ist. Um diese geschlossene Schneedecke zu haben, müssen mindestens ein bis zwei Zentimeter Schnee gefallen sein.

Wann gab es das letzte Mal Weiße Weihnachten in Deutschland und Brandenburg?

Das letzte Mal eine weiße Weihnacht in ganz Deutschland gab es im Jahr 2010. In Berlin lag eine Schneedecke von fast 40 Zentimetern
Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass - außer in Höhenlagen - dieses Phänomen relativ selten vorkommt. Für Deutschland wurde errechnet, dass es durchschnittlich alle acht Jahre Schnee zum Weihnachtsfest gibt. Also sind wir hierzulande mehr als überfällig.

Weiße Weihnachten 2022: Das sind die Prognosen der Meteorologen

Eher wenig Hoffnung auf Weiße Weihnachten macht Dominik Jung, Meteorologe von Wetterdienst wetter.net. In einem seiner Wetter-Videos auf YouTube hat der Experte die Tage rund um das Weihnachtsfest mit dem CFS-Modell unter die Lupe genommen. CFS steht für Climate Forecast System und ist das Klimamodell des amerikanischen Wetterdienstes NOAA. Diese Prognosen zeigen, dass der Dezember und Weihnachten in Deutschland eher mild zu erwarten sind. Dominik Jung: „Die Wahrscheinlichkeit für Weiße Weihnachten sind in diesem Jahr eher gering“
Etwas optimistischer ist da hingegen Corinna Borau, Meteorologin von wetter.com. Laut ihrer Daten-Auswertung ist Schneefall zum Weihnachtsfest 2022 in einigen Bereichen Deutschlands möglich. Die Expertin nennt die Mittelgebirge, den Osten und Süden des Landes. Also muss auch in Berlin und Brandenburg die Hoffnung auf Weiße Weihnachten noch nicht begraben werden. Hoffnung macht da auch eine Bauernregel, die die Meteorologin Corinna Borau kennt. Diese besagt, dass das Wetter, das Anfang Dezember vorherrscht, auch zum Ende des Monats zu erwarten ist. Immerhin fielen Anfang Dezember ein paar Schneeflocken über Berlin und Brandenburg.

Der aktuelle Wetterausblick für das Wochenende 10.12. und 11.12.

„Die Wetterlage steht kopf“, erklärt WetterOnline. „Sowohl das Azorenhoch als auch das Islandtief haben ihren namensgebenden Platz verlassen und die Positionen getauscht.“ Das habe spannende Folgen auch für das Wetter in Deutschland, so WetterOnline. Damit werde Winterwetter nun wahrscheinlicher. „Das Hoch im Norden, in diesem Falle bei Island, blockiert dabei die milden Westwinde und drängt die Tiefdruckgebiete auf eine sehr südliche Zugbahn“, erklärt Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. Die Folge: In Deutschland setze sich die kalte Luft fest und es schneit gebietsweise. Besonders spannend werde es ab dem dritten Adventswochenende.

Weiße Weihnachten – Wahrscheinlichkeit ein bisschen erhöht

Aber genaue Prognosen, wie das Wetter zu Weihnachten wird, wagt auch WetterOnline noch nicht. Es könnte zumindest vor dem 4. Advent in einigen Regionen Deutschlands zu kräftigem Schneefall kommen. WetterOnline macht ein bisschen Hoffnung für Weihnachten: „Eine Milderung mit dem typischen Weihnachtstauwetter ist derzeit ebenso im Bereich des Möglichen wie eine Fortdauer des Winterwetters.“ Durch die aktuell winterliche Wetterlage habe sich die Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten in Deutschland immerhin etwas erhöht.
Ob mit oder ohne Schnee: Ein Besuch der Weihnachtsmärkte in Brandenburg lohnt sich auf jeden Fall.