Unwetter in Berlin und Brandenburg
: Erneut Gewitter, Sturm und Starkregen erwartet – Wetter aktuell

Kaum ist das Gewitter in der Nacht verklungen, müssen sich die Menschen in Berlin und Brandenburg erneut auf Unwetter einstellen. So wird das Wetter ab 23. Juni.
Von
Tilo Winkler,
Christina Sleziona
Potsdam/Berlin
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Gewitterwolken ziehen über die Landschaft mit einem Sonnenblumenfeld im Landkreis Oder-Spree (Luftaufnahme mit einer Drohne). Nach dem Gewitter in der Nacht, warnt der Deutsche Wetterdienst erneut vor Unwetter in Berlin und Brandenburg.

Patrick Pleul/dpa

Berlin und Brandenburg haben eine stürmische Nacht hinter sich. Der Deutsche Wetterdienst warnte am Donnerstag vor Unwetter mit teils schwerem Gewitter, Starkregen und Sturmböen.

Die Berliner Feuerwehr musste bis Freitagmorgen 60-Mal ausrücken. Die meisten Einsätze waren wegen Wasserschäden aufgrund des Gewitters, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Dennoch sei man mit einem blauen Auge davongekommen. Dabei handelte es sich überwiegend um Wasserschäden aufgrund des Gewitters und abgeknickte Bäume. Ersten Erkenntnissen zufolge wurde niemand verletzt.

In Berlin waren laut Feuerwehr am Freitagmorgen Einsatzkräfte bei einem Wohnhaus im Ortsteil Gesundbrunnen in Berlin-Mitte. Dort waren den Angaben zufolge nach einem größeren Wasserschaden am Dach 36 Wohnungen ohne Strom, die Bewohner wurden in einem Bus der Feuerwehr untergebracht. Zwei Wohnungen seien durch Wassereinbrüche stark beschädigt worden.

Dachbrand nach Blitzeinschlag in Kaulsdorf

In der Nacht zu Freitag kam es durch einen Blitzeinschlag im Stadtteil Kaulsdorf zu einem Dachbrand an einem Einfamilienhaus. Dabei wurde niemand verletzt. Zudem traten in der Heerstraße in Höhe Freybrücke im Ortsteil Wilhelmstadt in Berlin-Spandau Überschwemmungen der Kanalisation auf. Das Wasser wurde den Angaben zufolge abgepumpt und die Gullis freigemacht. Nach Angaben des Sprechers war die Straße zeitweise voll gesperrt.

Für rund zwei Stunden galt für die Berliner Feuerwehr in der Nacht auf Freitag der Alarmmodus. Dabei wurden zusätzliche Fahrzeuge und Einsatzkräfte in den Dienst genommen. Auch die Polizei verzeichnete bislang keine schweren Verkehrsunfälle, wie das Lagezentrum am Freitagmorgen mitteilte.

Umgestürzter Bäume, abgeknickte Äste und vollgelaufene Keller

Die Feuerwehren in Brandenburg berichten nach dem Gewitter in der Nacht zu Freitag von einer ruhigen Einsatzlage. Es sei bei Weitem nicht so schlimm wie erwartet, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle in Cottbus. Die anderen Leitstellen sprachen teilweise von einem „verschwindend geringen“ wetterbedingten Einsatzaufkommen. In einigen Fällen rückten die Feuerwehren unter anderem wegen umgestürzter Bäume, abgeknickter Äste und vollgelaufener Keller aus.

Dennoch kam übers Land verteilt einiges an wetterbedingten Einsätzen zusammen: In der Landeshauptstadt Potsdam wurden nach Angaben der Feuerwehr elf unwetterbedingte Einsätze verzeichnet. In den anliegenden Landkreisen und der Stadt Brandenburg an der Havel zählten die Einsatzkräfte rund 55 Einsätze. Die Feuerwehren der Landkreise Barnim, Oberhavel und Uckermark rückten sechsmal wegen des Wetters aus.

Auch im Norden des Bundeslandes war es nach Angaben der Feuerwehren weniger schlimm als erwartet. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte ein Sprecher der Leitstelle Nordwest. Zu den häufigsten Ursachen für die Einsätze zählten demnach umgestürzte Bäume, abgeknickte Bäume und „kleinere Überflutungen“ von Kellern oder Straßenzügen.

In Ostbrandenburg gab es nur wenige wetterbedingte Einsätze der Polizei und Feuerwehr, wie Antenne Brandenburg berichtet. Demnach gab es lediglich neun Einsätze in den Landkreisen Oder-Spree, Märkisch-Oderland, Barnim und Uckermark wegen herabgefallener Äste und umgestürzter Bäume.

Am Freitagmorgen berichtete die Polizei von einer Häufung von Verkehrsunfällen, die im Zusammenhang mit dem regnerischen Wetter stünden. Dazu zählten unter anderem Unfälle aufgrund von Aquaplaning.

Es sei eine normale Unwetterfront durchgezogen, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes am Freitag. Die Vorhersagen seien weitestgehend zutreffend gewesen. In Potsdam habe man eine Böe mit einer Geschwindigkeit von 91 Kilometern pro Stunde gemessen - das entspreche der Windstufe 10. In Treuenbrietzen in Potsdam-Mittelmark gingen in der Summe 55 Liter pro Quadratmeter runter. In Doberlug-Kirchhain im Landkreis Elbe-Elster fielen in einer Stunde 26 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Juni fallen im Mittel in Brandenburg etwa 62 Liter pro Quadratmeter.

Das Wetter am Freitag

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet auch an diesem Freitag noch mit vereinzelten Unwettern. Vor allem im Osten und Südosten könne es noch kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen geben. Tagsüber sei dann von Vorpommern bis nach Sachsen-Anhalt und Thüringen gebietsweise mit schauerartigen Regenfällen zu rechnen.

Das Tief wandert nach Angaben des DWD langsam über Brandenburg nach Polen ab, wobei die schwülwarme Luft durch kühlere ersetzt wird. Der Regen zieht dann ab nachmittags und abends allmählich ebenfalls ostwärts ab. An Kammlagen können aber noch stürmische Böen von bis zu 70 Kilometern die Stunde erreicht werden.

In Birkenwerder im Landkreis Oberhavel hat die Regenlast am Freitag, 23. Juni, einen dicken Ast von einer riesigen Eiche herab gerissen. Verletzt wurde niemand.

Claudia Duda

Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 20 und 24 Grad Celsius. In der Nacht auf Samstag wird laut DWD eine wechselnde Bewölkung erwartet mit abklingenden Regen. Es kühlt auf Temperaturen zwischen 11 und 14 Grad Celsius ab.

Heiteres Wetter zum Wochenende

Der Samstag wird gebietsweise heiter und trocken. Dabei werden Temperaturen zwischen 23 und 25 Grad erwartet. In der Nacht zum Sonntag zeigen sich nur wenige Wolken am Himmel - bei Tiefstwerten zwischen 11 und 15 Grad.