Wohnen und Obdachlosigkeit im Barnim: Zahl der Obdachlosen im Landkreis steigt

Obdachlos im Barnim: In Eberswalde hat sich Zahl der Menschen ohne Wohnung innerhalb eines Jahres um 20 Menschen erhöht.
Giacinto Carlucci/dpaEs gibt wieder mehr Obdachlose zwischen Eberswalde und Bernau. Vor allem in Eberswalde sind mehr Menschen ohne Wohnung, als noch vor einem Jahr. Im März 2023 waren hier 39 Menschen obdachlos gemeldet. Stand März 2023 sind es 59 Menschen. 14 Familien sowie 9 alleinstehende Frauen und sieben Männer sind davon betroffen. Eine weitere Wohnungsräumung ist bereits angekündigt.
Etwas positiver sieht die Situation in Bernau aus. In der Hussitenstadt sind 12 Menschen obdachlos gemeldet. Zwei Frauen, 10 Männer, keine Familien. Allerdings sind hier fünf Wohnungsräumungen angekündigt, sodass die Fallzahl hier noch steigen könnte. Auch in der Gemeinde Schorfheide ist eine Person obdachlos gemeldet. In allen weiteren Kommunen im Barnim gibt es offiziell keine obdachlosen Personen.
Zwei Formen von Obdachlosigkeit
Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen zwei Formen der Obdachlosigkeit: freiwilliger Obdachlosigkeit und unfreiwilliger Obdachlosigkeit. Unfreiwillig Obdachlosen steht Hilfe zu. Freiwillig obdachlos sind diejenigen Personen, die — gleichgültig aus welchen Gründen — mit einem Leben unter freiem Himmel mehr oder weniger einverstanden sind. Diese nehmen ihr Grund– und Menschenrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit wahr. Die freiwillige Entscheidung für diese Lebensform bzw. der Aufenthalt im Freien stellt kein strafbares Verhalten und damit auch keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar.
Unfreiwillig obdachlos im ordnungsrechtlichen Sinne ist derjenige, der nicht Tag und Nacht über eine Unterkunft verfügt, die Schutz vor den Unbilden des Wetters bietet, Raum für die notwendigsten Lebensbedürfnisse lässt und die insgesamt den Anforderungen an eine menschenwürdige Unterkunft entspricht, und der mit diesem Zustand nicht einverstanden ist.

