zu Lieferengpässen bei Medikamenten
: Fragwürdige Praktiken

Seit Jahren spüren die Apotheken die Auswirkungen der Globalisierung. 2013 waren es noch rund 40 Medikamente, die vergriffen gewesen sind. Jetzt sind es 264.
Von
Andreas Wendt
Potsdam
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Andreas Wendt

Gerrit Freitag

Seit Jahren beschäftigt sich auch schon die Politik mit der Misere. Das Problem: Für viele Medikamente gibt es mitunter nur einen Hersteller, und der sitzt oft auch noch weit weg, irgendwo in Asien. Die Verlagerung der Wirkstoffproduktion in Billiglohnländer wie Indien oder China hat einen fragwürdigen Vorteil: Dort herrschen schwache Hygiene– und Sicherheitsüberprüfungen. Deshalb gibt es nur noch wenige Arzneimittel „Made in Europe“. Die Folge: Lange Transportwege, und wenn mal ein Werk still steht oder eine Charge verunreinigt ist, sind die Vorräte schnell erschöpft.

Das Problem liegt auf der Hand: Die Medikamentenproduktion darf nicht auf Drittländer konzentriert werden, sondern sollte europäischen Standards entsprechen und europäischen Herstellern anvertraut werden. Nur so kann bei Bedarf eine schnelle Lieferung garantiert werden. Noch reden wir nur von einem Engpass. Ändert sich nichts, kann daraus schnell ein Mangel werden. Unter dem die Patienten leiden.