Im Streit mit einer Mitarbeiterin wegen einer nötigen Nachzahlung für sein Gepäck war ein Passagier von der Frau antisemitisch beschimpft worden. Der 50-Jährige war klar als Jude zu erkennen: Er trug eine Halskette mit Davidstern. Gegen die Mitarbeiterin ermittelt jetzt der Staatsschutz.
Vorfälle wie dieser häufen sich. Nicht nur in Berlin, auch in Brandenburg. Dabei muss man davon ausgehen, dass es sich bei den aktuell vorgelegten Zahlen um Dunkelziffern handelt. Denn zahlreiche Vorfälle werden wahrscheinlich gar nicht erst zur Anzeige gebracht.
Umso wichtiger ist es, dass diese traurige Entwicklung gestoppt wird. Die neue Fachstelle Antisemitismus am Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien ist ein erster Schritt in diese Richtung. Dass die fast 500 antisemitischen Vorfälle in Brandenburg mit wenigen Ausnahmen der rechten Szene zuzuordnen sind, muss allergrößte Warnung sein. Denn hierbei zeigt sich, wie groß die Verantwortung eines jeden Einzelnen ist, antisemitischen Einstellungen und Vorfällen gegenüber klar Stellung zu beziehen.