Dass eine solche Erkenntnis ausreicht, um eine Kündigung gegen den Pädagogen auszusprechen, sollte außer Diskussion stehen. Denn insbesondere an Schulen müssen auch aktuelle politische Geschehnisse und gesellschaftliche Debatten eine Rolle spielen – und von Lehrern behandelt werden, die unvoreingenommen agieren. Von Lehrern wird – insbesondere bei der Behandlung sensibler Themenbereiche – zu Recht Objektivität, Behutsamkeit und Ausgewogenheit verlangt.
Im aktuellen Rechtsstreit zwischen einem Lehrer mit rechtsextremen Tätowierungen und dem Land Brandenburg als dessen Arbeitgeber gibt es zwei klare Standpunkte, aber bislang  kein befriedigendes Ergebnis. Der Pädagoge verneint eine rechte Gesinnung. Das Land will die Kündigung durchsetzen. Und das Gericht? Das konnte sich bisher überhaupt nicht mit der eigentlich spannenden Frage beschäftigen, ob denn nun einschlägige Tattoos einer Weiterbeschäftigung im Schuldienst grundsätzlich im Wege stehen oder nicht. Das ist schade – und allein den vom Land gemachten Formfehlern zuzurechnen. Hier gilt es, künftig achtsamer im Umgang mit dem Recht zu sein.