zum Ringen mit dem Wolf: Wolfsblut

André Bochow
Thomas Koehler/photothek.netDiese Salon-Ökos müssen nicht den Anblick aufgerissener Schafsbäuche oder bei lebendigem Leib angefressener Rinder ertragen. Aber bei allen Schäden, die Schäfer und andere Weidetierhalter ertragen müssen, der Wolf ist nach wie vor selten, seine Population ist gefährdet, wenn man sie nicht schützt; und es wäre nicht zu verantworten, ihn wieder auszurotten.
Genau das aber könnte geschehen, wenn man allen Wünschen von Landwirten, Jägern und Politikern von AfD und FDP nachgeben würde. Die Freunde der Wolfsjagd arbeiten bei ihren Forderungen häufig mit faktenfreien Argumenten. Das fängt schon mit der Zahl der Wölfe an. Für angeblich 1000 Tiere gibt es keinen Beleg, und da immer nur ein Rudel pro Revier herrscht, wächst auch nicht die Zahl in einer bestimmten Gegend. Die angenommene genetische Mischung mit Hunden ist ebenfalls ohne wissenschaftlichen Beweis. Und wenn der Staat den Tierhaltern hilft, können sie auch ihre Herden schützen.
Die Deutschen sind schnell empört, wenn anderswo Elefanten, Nashörner oder Wale von Menschen getötet werden. Zu Recht. Aber der Artenschutz gilt eben auch bei uns. Ihn anzutasten, macht Deutschland im weltweiten Kampf um die Erhaltung der vielen bedrohten Arten zum unglaubwürdigen Partner. Insofern könnte das neue Wolfsgesetz der Bundesregierung helfen, die Glaubwürdigkeit zu bewahren. Und darüber hinaus: Der Mensch bedroht den Wolf schon jetzt. Die meisten getöteten Wölfe werden schlicht überfahren.