zum Wiederaufbau der Garnisonkirche: Bitte keine Neid-Debatte

Harriet Stürmer
MOZ/Gerd MarkertGerade erst sind wieder 500.000 Euro in die Kasse gespült worden. Man sieht, das Projekt hat überaus engagierte Befürworter. Aber auch ebenso hartnäckige Kritiker, die ihren Protest immer wieder sichtbar machen. Sie sehen in der Kirche eine Stätte des preußischen Militarismus, die am „Tag von Potsdam“ auch den Nationalsozialisten den Weg geebnet habe. Damals hatte Reichspräsident Paul von Hindenburg dem Reichskanzler Adolf Hitler in der Kirche die Hand gegeben.
Dass das Projekt deutlich teurer als bislang erwartet wird, dürfte den Unmut der Gegner nur noch größer werden lassen. So viel Geld für ein sinnloses Projekt, mögen sie denken. Potsdam habe ja wohl ganz andere Probleme und könne das Geld für andere Projekte besser gebrauchen. Die Unterhaltung von Radwegen, die Ausstattung von Schulen oder bezahlbare Wohnungen seien wichtiger. Alles richtig. Aber solange die Stadt Potsdam die Finanzierungslücke beim Wiederaufbau der Kirche nicht mit öffentlichen Mitteln stopft, darf auch keine Neid-Debatte stattfinden.
