Das Land Brandenburg wird als Region zum Wohnen immer attraktiver. Das belegen statistische Auswertungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden. Den Daten zufolge hat sich das Land in den vergangenen Jahren zur beliebtesten Zuzugsregion innerhalb Deutschlands entwickelt. Allein im Jahr 2020 zogen demnach rund 19.400 Personen mehr nach Brandenburg als von dort in andere Bundesländer abwanderten. Damit lässt das Land Schleswig-Holstein mit einem Wanderungs-Plus von 11.500 Menschen, Mecklenburg-Vorpommern (+8600) und Niedersachsen (+7100) in der Rangliste deutlich hinter sich.
Die stärksten Wanderungsverluste wiesen mit Berlin (-19.200) und Baden-Württemberg (-14.100) hingegen zwei Länder auf, die über viele Jahre hinweg starke Zuwächse durch die Binnenwanderung erzielt hatten, wie das Institut am Freitag weiter mitteilte.

Günstige Mieten, gute Verkehrsanbindung

Einen wesentlichen Grund für die wachsende Attraktivität Brandenburgs als Wohnstandort sieht das Institut in der Nähe zu Berlin. „Die Wohnungsknappheit in Berlin, eine gute Verkehrsanbindung sowie günstigere Preise für Mieten und Wohneigentum sind wesentliche Ursachen für Umzüge nach Brandenburg, erklärte Soziologe Nico Stawarz vom BiB.
Wie aus den Daten weiter hervorgeht, stieg die Attraktivität Brandenburgs als Zuzugsregion kontinuierlich. Während das flächenmäßig größten Bundesland im Osten im Jahr 2008 trotz Zuzugs noch über 4100 Einwohner verlor, lag vier Jahre später die Wanderungsbewegung schon in einem positiven Bereich. Seit 2014 steht das Land beim sogenannten Binnenwanderungsgeschehen nach den Auswertungen durchgehend an der Spitze aller Bundesländer.

Brandenburg ist demografisch stabil

Kathrin Schneider, Ministerin und Chefin der Staatskanzlei, zeigte sich erfreut über diese Entwicklung: „Die positive Wanderungsbilanz ist eine Bestätigung dafür, dass Brandenburg ein demografisch stabiles Bundesland ist. Das müssen wir sichern“, erklärte sie. Dazu stelle Brandenburg seine Regionalentwicklungspolitik momentan neu auf. Das geschehe auch vor dem Hintergrund, dass nicht alle Landesteile in gleichem Maß vom Anstieg der Binnenwanderung profitierten. Meist seien es die ballungsraumnahen Gemeinden rund um Berlin, die sich zu beliebten Wohnorten entwickelt und auch eine gute wirtschaftliche Entwicklung hätten.

Bahnverbindung kann punkten

Aber auch weiter entfernte Städte mit guter Bahnanbindung wie Brandenburg an der Havel oder Eberswalde (Barnim) würden Schneider zufolge immer mehr wahrgenommen. „Zukünftig wollen wir unsere starken Standorte noch besser miteinander verbinden. Das nützt auch dem ländlichen Raum“. Zudem schaffe es stärkeren Zusammenhalt zwischen den Regionen.