„Das Haus der Träume“ lautet der schwelgerische Titel der neuen RTL+-Serie, die in wenigen Tagen erscheint. Insgesamt zwölf Folgen führen die Zuschauer in das Berlin der Zwanziger Jahre und reihen sich damit in Serien wie „Babylon Berlin“ und „Eldorado KaDeWe“ ein.
Zum Inhalt: Im ärmlichen Scheunenviertel Berlins soll ein einzigartiges Kaufhaus entstehen, das erste, in dem man auch auf Raten zahlen kann. Die Vorlage bildet der Roman „Torstraße 1“ von Sybil Volk.
Protagonistin der Serie ist die junge Vicky Maler (Naemi Florez) aus Pommern, die mit großen Träumen im Gepäck ihr Glück in der Hauptstadt sucht. Nach einigen Rückschlägen ergattert sie schließlich einen Job als Verkäuferin im Kaufhaus Jonass und kommt so mit der Welt der Schönen und Reichen in Kontakt. Sie lernt den vermeintlich mittellosen Pianisten Harry (Ludwig Simon) kennen, der sich als Sohn des Kaufhausbesitzers (grandios gespielt von Alexander Scheer) entpuppt. Die junge Liebe der beiden über Standesgrenzen hinweg wird auf eine harte Probe gestellt.
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Kaufhaus als zentrales Element mit bewegter Vergangenheit

Das Kaufhaus Jonass wird hier als lebendiger und kolossaler Hauptschauplatz fast schon zu einer ganz eigenen Figur in der Handlung, die die unterschiedlichsten Persönlichkeiten zusammenbringt. Und es ist keinesfalls nur fiktiv. Das ehemalige Kaufhaus Jonaß in Berlin wurde 1929 als erstes Kreditkaufhaus eingeweiht. Nach der Enteignung der jüdischen Eigentümer während der Herrschaft der Nationalsozialisten diente das Gebäude der Hitlerjugend und später der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands als Zentrale. Heute befindet sich in dem impposanten Bau Torstraße/Ecke Prenzlauer Allee das Soho House.
Die Dreharbeiten für die Kaufhausszenen fanden in einem leerstehenden Kaufhaus in Görlitz aus dem Jahr 1913 statt. Regie bei den ersten sechs Folgen führte Sherry Hormann („Wüstenblume“). X Filme Creative Pool übernahm bereits die Produktion von „Babylon Berlin“ und lässt nun erneut das Berlin der Zwanziger Jahre aufleben. Wird das „Haus der Träume“ für ebenso traumhafte Einschaltquoten sorgen wie die Krimireihe bei den Öffentlich Rechtlichen? Dies lässt sich schwer voraussehen, da die Serie vorerst nur den Abonnenten von RTL+ zugänglich sein wird. Ende des Jahres ist dann eine Ausstrahlung im Free-TV geplant.

Ereignisreiche Zeit Ende der Zwanziger Jahre

Die Produktion der Saga soll zumindest laut filmstarts rund 26 Millionen Euro kosten. Historischen Stoff und Spielraum für Fortsetzungen bietet die Serie allemal. Immerhin ist das Jahr 1928 ein ereignisreiches. Die Golden Zwanziger neigen sich ihrem Ende entgegen, der Börsenkrach und natürlich auch die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten stehen bevor. Und auch die Lovestory zwischen den beiden Protagonisten ist noch längst nicht auserzählt. Wer auf ein Happy End nach den ersten sechs Folgen hofft, wird enttäuscht.Vielmehr lässt das offene Ende den erwartungsvollen Zuschauer fragend zurück.

Vergleich mit „Babylon Berlin“ und „Eldorado KaDeWe“

Im Gegensatz zu den ARD-Serien „Babylon Berlin“ und „Eldorado KaDeWe“ kommt „Das Haus der Träume“ gerade zu Beginn etwas ruppiger, härter und actionreicher daher, wenn es darum geht, das Elend auf den Straßen von Berlin realistisch darzustellen. Die Dialoge sind teilweise amüsant und aufgelockert auch das größtenteils junge Ensemble trägt zur Leichtigkeit der Feierszenen als Kontrast zum harten Leben in dieser Zeit bei. Das Lebensgefühl wird authentisch dargestellt durch tolle Kostüme und detailgenaue Kulissen.
Bei der gefeierten Serie „Babylon Berlin“ wirkt dagegen alles etwas zu ernst, zu modern und zu gewollt. Dennoch wird sich „Das Haus der Träume“ an ein ähnliches Publikum wenden, wie seine Vorgänger-Serien. Es bleibt abzuwarten, ob die Zuschauer nicht bereits ermüdet sind von der Zwanziger Jahre-Thematik. Ein Blick in die Serie lohnt sich dennoch allemal.