Die schüchterne Alma malt für ihr Leben gern. Als Prinz Philip einen Hofmaler sucht, meldet sie sich freiwillig, um ihre Schwester Christine und das Hündchen Zitterinchen versorgen zu können. Als Philip ein Porträt von Christine sieht, verliebt er sich auf der Stelle in sie. Ende gut, alles gut? Nein, denn die böse Baronin von Thalheim spinnt eine Intrige, um ihre eigene Tochter mit dem Prinzen zu verheiraten.
Ob Christine den Prinzen doch noch bekommt, können Zuschauer am 25. Dezember verfolgen. An diesem Tag strahlt die ARD im Rahmen der beliebten Filmreihe „Sechs auf einen Streich“ das Weihnachtsmärchen „Zitterinchen“ aus. Eine weitere neue Produktion folgt mit der „Gänseprinzessin“ am 26. Dezember.

„Sechs auf einen Streich“ – Märchen mit einem Kniff

„Zitterinchen“ basiert auf Motiven aus dem gleichnamigen Märchen (1845) des Dichters Ludwig Bechstein.
Während in dessen Version der Waisenjunge Abraham in den Dienst des Grafen geht, um seine Schwester zu ernähren, ist es in der Erzählung von „Sechs auf einen Streich“ das Mädchen Alma (Annika Krüger), das sich gegen die restlichen männlichen Maler am Hofe erfolgreich behauptet. Alma ist es auch, die am Ende den Prinzen (Aram Arami) heiratet – und nicht, wie von Bechstein vorgesehen, ihre Schwester Christine (Flora Li Thiemann). Denn ein schönes Bild, so lehrt der Film, ersetzt nicht tatsächliche Vertrautheit – eine starke Botschaft, die besonders in Zeiten von Instagram wertvoll ist. Für Lacher sorgen die böse Baronin von Thalheim und ihre Tochter Irm, die meisterhaft von Justine Hauer und Julia Windischbauer gespielt werden.
In "Zitterinchen" spinnt die Baronin von Talheim (Justine Hauer, rechts) mit ihrer Tochter Irm (Julia Windischbauer, links) eine Intrige.
In „Zitterinchen“ spinnt die Baronin von Talheim (Justine Hauer, rechts) mit ihrer Tochter Irm (Julia Windischbauer, links) eine Intrige.
© Foto: MDR/HR/RB/KInderfilm GmbH/Anke Neugebauer
Bei der „Gänseprinzessin“ wiederum handelt es sich um eine (sehr freie) Verfilmung des Märchens „Gänsehirtin am Brunnen“ der Gebrüder Grimm. Viele Jahre sind vergangen, seitdem der Königssohn Nepomuk verschwunden ist. Aus Trauer um ihren verlorenen Sohn verhängen der König und die Königin ein Verbot: Es darf nicht mehr gelacht werden. Das fällt vor allem Prinzessin Polly (Mina Christ) schwer, denn sie liebt es, Menschen zum Lachen zu bringen. Als sie ausgerechnet bei der Trauerfeier für ihren Bruder beim Publikum für Lacher sorgt, kommt es zum Streit. Polly geht – und sucht Zuflucht bei einer alten Hexe (Leslie Malton).
Im Film "Gänseprinzessin" ist Leslie Malton als Hexe zu sehen. Was es wohl mit den Gänsen auf sich hat, die die Alte hütet?
Im Film „Gänseprinzessin“ ist Leslie Malton als Hexe zu sehen. Was es wohl mit den Gänsen auf sich hat, die die Alte hütet?
© Foto: SWR/kurhaus productions/Alina Hartwig
Diese verwandelt kleine Kinder in Gänse, um sie davor zu bewahren, wegen Lachens in die königlichen Kerker verbannt zu werden.

Die Filme lohnen sich – vor allem für Kinder

Während „Zitterinchen“ einige Lacher auf seiner Seite hat, ist es vor allem die „Gänseprinzessin“, die den Zuschauer fesselt. Prinzessin Polly (Mina Christ) ist ein starker, liebenswerter Charakter: Sie kämpft für ihre Überzeugungen, ist aber auch kein Mensch ohne Schwächen. Und obwohl sich die Witze, die sie erzählt, eines sehr flachen Humors bedienen, steckt ihre Liebe zum Lachen auch den Zuschauer an. Die „Gänseprinzessin“ ist ein Plädoyer dafür, selbst in dunklen Zeiten die Kraft zum Lächeln zu finden.
Fazit: Das Einschalten bei „Zitterinchen“ und „Die Gänseprinzessin“ lohnt sich. Insbesondere für Kinder versprechen die Filme kurzweiligen Spaß in bekannter „Sechs auf einen Streich“-Manier – und das, ohne allzu belehrend zu wirken.

Schloss Wernigerode und das Belvedere in Weimar als Hauptdrehorte

Während „Zitterinchen“ eine MDR-Produktion ist, handelt es sich bei der „Gänseprinzessin“ um einen Film des SWR.
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Alle Drehorte sind dennoch in Mitteldeutschland angesiedelt. „Zitterinchen“ wurde hauptsächlich in Thüringen gedreht – zu sehen sind etwa die Orangerie des Weimarer Belvedere und der Botanische Garten in Jena. In der „Gänseprinzessin“ ist das Schloss in Wernigerode Hauptspielort. Da stellt sich die Frage, wann auch wieder ein Märchen aus Brandenburg zu sehen ist.
Tatsächlich gehört der rbb zusammen mit dem MDR zu den größten „Sechs auf einen Streich“-Machern: Ganze 13 der 54 Filme wurden von ihm (ko-)produziert.
Der letzte davon erschien 2020 mit dem „Märchen vom goldenen Taler“, welcher allerdings in Berlin gedreht wurde. Brandenburgische Landschaften konnten Zuschauer zuletzt 2018 in den „Galoschen des Glücks“ bewundern.

Ausstrahlungstermin der nächsten rbb-Märchenproduktion noch unklar

Anna Nisch, Pressesprecherin im Auftrag des MDR, erklärt, dass das Produktionsprinzip der „Sechs auf einen Streich“-Reihe mit dem Tatort zu vergleichen ist: „Weihnachten ist aber leider nur einmal im Jahr, sodass es noch etwas dauert, bis der rbb wieder an der Reihe ist.“ Dennoch könnten Szenen aus Brandenburg schon vorher zu sehen sein, da die Drehorte nicht zwangsläufig im Sendergebiet des Federführers liegen müssen.
Das letzte rbb-Märchen aus Brandenburg: "Galoschen des Glücks" mit Luise von Finckh, Annette Frier und Jonas Lauenstein. Drehort des Films war das Gutshaus Stülpe in Teltow-Fläming.
Das letzte rbb-Märchen aus Brandenburg: „Galoschen des Glücks“ mit Luise von Finckh, Annette Frier und Jonas Lauenstein. Drehort des Films war das Gutshaus Stülpe in Teltow-Fläming.
© Foto: rbb/Michael Rahn
„Oftmals schlagen die Produktionsfirmen aber bestimmte Drehorte vor, die in ihrem Umfeld liegen, besonders stimmungsvoll sind oder dem Märchen im Speziellen sehr entsprechen“, so Nisch. Wann genau der nächste Märchenfilm aus Brandenburg kommt, bleibt also abzuwarten.

„Sechs auf einen Streich“ an den Weihnachtsfeiertagen 2022

„Zitterinchen“ (Regie: Luise Brinkmann, mit Annika Krüger, Flora Li Thiemann, Aram Arami u.a.)
● im TV: 25. Dezember, 14:40 Uhr im Ersten
● in der ARD-Mediathek ab 18. Dezember, 14:40 Uhr
„Die Gänseprinzessin“ (Regie: Frank Stoye, mit Mina Christ, Leslie Malton, Johann von Bülow u.a.)
● im TV: 26. Dezember, 14:40 Uhr im Ersten
● in der ARD-Mediathek ab 19. Dezember, 14:40 Uhr