Ausflugstipps für Brandenburg: Die schönsten Denkmäler rund um Eisenhüttenstadt und Neuzelle

Einmalig in Brandenburg: Das Kloster Neuzelle mit seinen weitläufigen Gartenanlagen ist nicht nur im Sommer ein lohnenswertes Ausflugsziel.
Patrick Pleul/dpaWer Kunstschätze, architektonische Raritäten oder einfach mal Ruhe in idyllischer Naturkulisse sucht, der sollte seinen Blick auf den äußersten Osten Brandenburgs richten. In der Region um Eisenhüttenstadt gibt es unvergleichliche Geschichtszeugnisse aus mehreren Jahrhunderten. Und viel Raum für eine Auszeit im Grünen oder zu Wasser.
Eine Auswahl der interessantesten Denkmäler und Orte.
Kloster Neuzelle

Prachtvoll: Dabei ist die Stiftskirche St. Marien nur eine von vielen Sehenswürdigkeiten im Kloster Neuzelle.
Frank Hammerschmidt/dpaEin Juwel am Rande des Schlaubetals. Das Kloster Neuzelle so zu bezeichnen, ist kaum übertrieben. Gegründet vor rund 750 Jahren, umgestaltet in barocker Pracht 400 Jahre später und noch heute vollständig erhalten: mit diesen Eigenschaften sucht das Zisterzienserkloster europaweit seinesgleichen.
Mit Obstgarten, Weinberg und Klosterteich eignet sich die einst vom Markgrafen Heinrich dem Erlauchten gestiftete Anlage wunderbar für Ausflüge. Neben dem barocken Klostergarten lockt auch das Innere mit etlichen Schönheiten. Im Kreuzgang, mit Kreuzrippengewölbe und Wandmalereien Zeugnis vergangener Baukunst, befindet sich heute ein Museum. Die jüngst erweiterte Ausstellung enthält Exponate aus der Geschichte des Klosters sowie zahlreiche Kunstschätze. Auch wechselnde Sonderausstellungen gehören zum Kulturprogramm des Klosters Neuzelle.
Adresse: Stiftsplatz 5, 15898 Neuzelle / Infos zum aktuellen Programm gibt es hier.
Rathaus Eisenhüttenstadt

Nicht nur von außen beeindruckend: im Rathaus von Eisenhüttenstadt hat sich DDR-Künstler Walter Womacka mit einem Mosaik-Kunstwerk verewigt.
Patrick Pleul/dpaIn der DDR wurde Eisenhüttenstadt auf dem Reißbrett konzipiert. Als sozialistische Wohnstadt ist sie heute insgesamt ein eindrucksvolles Baudenkmal. Trotzdem stechen einige Gebäude aus dem Stadtbild heraus, so wie das Rathaus. Am zentralen Platz von Eisenhüttenstadt gelegen, wächst der 1955 eröffnete Bau drei Geschosse in die Höhe und beherbergt heute die Stadtverwaltung. Ursprünglich war es als „Haus der Parteien und Massenorganisationen“ konzipiert.
Als die ursprünglich nach Stalin benannte Wohnstadt in den 1950ern errichtet wurde, durften auch Monumentalbauten nicht fehlen. Neben dem Theater und dem Krankenhaus der Stadt zählt dazu auch sein Rathaus. Und das lockt nicht nur Architektur-Fans. Im Stil des sozialistischen Klassizismus entworfen und im Innern mit einem Wandmosaik des DDR-Künstlers Walter Womacka ausgestaltet, ist das Rathaus eine perfekt erhaltene Zeitkapsel, die vielen Filmen als Kulisse diente.
Adresse: Zentraler Platz 1, 15890 Eisenhüttenstadt / Wer mehr über den Alltag in Eisenhüttenstadt und der DDR erfahren möchte, sei ein Besuch im Museum Utopie und Alltag (Erich-Weinert-Allee 3) empfohlen.
Bremsdorfer Mühle (Naturpark Schlaubetal)

Das Mühlrad an der Bremsdorfer Mühle im idyllischen Naturpark Schlaubetal.
Patrick Pleul/dpaUnweit von Eisenhüttenstadt, idyllisch im Naturpark Schlaubetal gelegen, befindet sich die Bremsdorfer Mühle. Im 16. Jahrhundert als Mahlmühle erbaut, blieb sie bis in die 1950er hinein im Betrieb. Nach Stilllegung der Mahlwerke zog Gastronomie in das Fachwerkgebäude ein und wurde zum beliebten Ausflugsziel. Das ist es auch nach einem verheerenden Brand vor zwei Jahren, dem unter anderem der komplette Dachstuhl zum Opfer fiel, geblieben.
Zwar wird das historische Gebäude in seiner ursprünglichen Form wohl nicht mehr vollständig aufgebaut, das Terrassencafé am Ufer der gemächlich vorbeifließenden Schlaube bleibt dennoch in Betrieb. Für Verpflegung nach einem Badeausflug zum Großen Treppelsee oder als Zwischenstopp auf einem der Wander- und Radwege durch das beschauliche Bachtal eignet sich die Bremsdorfer Mühle also nach wie vor bestens.
Adresse: Bremsdorfer Mühle 5, 15890 Schlaubetal
Friedrich-Wilhelm-Kanal

Die Treidelbahn auf dem Friedrich-Wilhelm Kanal bei Groß Lindow
Gerrit FreitagNur 27 Kilometer ist der Friedrich-Wilhelm-Kanal lang, in seiner Bedeutung sollte die Wasserstraße aber nicht unterschätzt werden. Der Müllroser Kanal, so sein ursprünglicher Name, wurde 1668 fertiggestellt und war die erste künstliche Wasserstraße, die Oder mit Spree verband. Zwei Jahrhunderte lang war der Kanal die wichtigste Verbindung zwischen Berlin und Breslau.
Heute geht es weniger geschäftig zu auf dem Wasserweg – was einer touristischen Nutzung zugutekommt. Zu ihr zählt nicht nur ein asphaltierter Radweg als Teil der Oder-Spree-Tour, sondern auch ein Treidelkahn. Auf ihm können Besucherinnen und Besucher zwischen Mühlenteich und Schleuse Weißenspring nicht nur Ruhe und Natur genießen, sondern auch Kaffee und Kuchen. Da Gefühl zu Reisen wie vor 350 Jahren gibt es gratis dazu.
Die Treidelkahn-Saison geht von April bis Oktober, Preise für 90-minütige Fahrten liegen bei 7,50 Euro. Weitere Infos gibt es hier.



