Ausflugstipps
: Müncheberg, Buckow, Reitwein – welche Denkmäler und Ruinen Besuch lohnen

Ob Müncheberg, Buckow oder Reitwein – in Märkisch-Oderland gibt es großartige Ausflugsziele. Darunter befinden sich Ruinen, Kirchen und Denkmäler. Wir stellen einige der schönsten vor.
Von
Michael Heider
Frankfurt (Oder)
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Denkmal inmitten brandenburgischer Idylle: Nicht nur das Brecht-Weigel-Haus in Buckow lädt zu einem Ausflug nach Märkisch-Oderland ein.

Patrick Pleul/dpa

Manche verstecken sich inmitten idyllischer Landschaft, andere im Zentrum kleiner Ortschaften: Brandenburgs Denkmale und Ruinen. Auch der Landkreis Märkisch-Oderland hat architektonische Perlen und interessante Orte zu bieten, die zu einem Ausflug einladen. Welche Denkmäler lohnen sich für einen Besuch?

Brecht-Weigel-Haus (Buckow)

Einst Sommerdomizil von Bertolt Brecht und Helene Weigel, heute ein Museum: das Brecht-Weigel-Haus in Buckow am Schermützelsee

Peter Dietrich

Nicht nur für Literaturkenner ein Muss: das Brecht-Weigel-Haus in Buckow. Das am Ostufer des idyllischen Schermützelsees gelegene Haus diente einst Bertolt Brecht und Helene Weigel als Sommerwohnsitz. Heute befindet sich unter dem markanten Mansardgiebeldach ein Museum, das dem Künstlerpaar gewidmet ist. In der Anlage, zu der auch ein Garten gehört, finden regelmäßig Ausstellungen, Konzerte und Diskussionsrunden statt. Zudem wird dort jährlich ein Literatursommer mit Lesungen veranstaltet. Aktuell (noch bis 4. Februar 2024) ist im Brecht-Weigel-Haus die Sonderausstellung „Papierkrieg – Zeitunglesen im Exil Amerika 1941–1947“ zu sehen. Der Erinnerungsort ist zudem ein idealer Ausgangspunkt zur Erkundung des umliegenden Naturparks Märkische Schweiz. Auch um den Schermützelsee führt ein knapp 7,5 Kilometer langer Wanderweg. Und das am Nordufer des Sees gelegene Strandbad Buckow lädt im Sommer zum Baden ein.

Adresse: Bertolt-Brecht-Straße 30, 15377 Buckow (Märkische Schweiz), Öffnungszeiten: Mi-So, 11-16 Uhr (November bis März), Mi–So sowie an Feiertagen, 12–18 Uhr (April bis Oktober), Eintritt: 4 Euro für Erwachsene, ermäßigt 3 Euro

Stadtpfarrkirche Müncheberg

Trägt eine berühmte architektonische Handschrift: Die Stadtpfarrkirche Sankt Marien im brandenburgischen Müncheberg im Landkreis Märkisch-Oderland (hier im Jahre 2010)

Patrick Pleul/dpa

Architekturenthusiasten kommen im Süden des Landkreises Märkisch-Oderland auf ihre Kosten. Dort befindet sich die Stadtpfarrkirche Müncheberg – und die ist mit einem der prominentesten Namen der deutschen Architekturgeschichte verbunden: Karl Friedrich Schinkel. Der berühmte preußische Baubeamte legte zwar nicht den Grundstein der gotischen Backsteinkirche (der lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückdatieren), aber er prägte ihr heutiges Aussehen. Nachdem der einstige Westturm der Kirche nach Bauschäden abgebrochen werden musste, wurde 1829 ein markanter neuer Turm mit kegelförmigem Aufsatz und vier Ecktürmen nach Schinkels Plänen errichtet. Nach einer Modernisierung in den 1990er-Jahren dient die Stadtpfarrkirche Müncheberg heute auch als Bibliothek und Veranstaltungsort. Im weitläufigen Innenraum finden regelmäßig Kunstausstellungen, Lesungen und Konzerte statt. Am 13. Januar 2024 tritt dort etwa Joachim Karl Schäfer zusammen mit dem Preußischen Kammerorchester für ein Neujahrskonzert auf.

Adresse: Ernst-Thälmann-Straße 52, 15374 Müncheberg, Ausstellungsbesichtigung: Mo, Do, Fr 10–16 Uhr, Di 10–18 Uhr, So 13–17 Uhr (April bis Oktober)

Stüler-Kirche (Reitwein)

Sehenswerte Ruine: die Stüler-Kirche im brandenburgischen Reitwein

Matthias Lubisch

Am Fuß der Reitweiner Berge liegt die sogenannte Stüler-Kirche, benannt nach August Stüler. Der Schüler Schinkels entwarf die zwischen 1855 und 1858 erbaute Kirche im neogotischen Stil. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges wurde der Bau im Rahmen der Schlacht um die Seelower Höhen jedoch schwer beschädigt. Zurück blieb eine jahrzehntelang ungenutzte Ruine, die 1970 vor der Sprengung bewahrt werden musste und heute unter Denkmalschutz steht. Erst Ende 1990er-Jahre begann der Wiederaufbau des Kirchenturms, während die restliche Ruine saniert wurde. Das fenster- und dachlose Kirchenschiff mag zwar wie die Kulisse eines apokalyptischen Filmes anmuten, doch die Stüler-Kirche dient bis heute als Ort für Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen. So ist sie nicht nur für Fans von Lost Places einen Besuch wert.

Adresse: Hathenower Weg 4, 15328 Reitwein

Wasserturm (Waldsieversdorf)

Diente der Wasserversorgung und auch als Wahrzeichen: der Wasserturm Waldsieversdorf

Thomas Berger

Bereits im Jahre 1897 wurde der Wasserturm in Waldsieversdorf errichtet. Das achteckige Bauwerk mit seinem 70.000 Liter fassenden Becken sollte damals eine angrenzende Villenkolonie mit Trinkwasser versorgen. Neben dieser Funktion entwickelte sich der vom Berliner Fabrikant Ferdinand Kindermann konzipierte Turm jedoch rasch zum Wahrzeichen von Waldsieversdorf – und ist es bis heute geblieben. Mittlerweile ist der in den 1990er-Jahren restaurierte Bau für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf der elf Meter hohen Turmplattform können Besucherinnen und Besucher etwa einen wunderbaren Ausblick auf den umliegenden Ort und die Märkische Schweiz genießen. Und im Innern des mit roten Ziegelsteinen und weißem Putz verzierten Turmes kann die wassertechnische Ausrüstung besichtigt werden.

Adresse: Kindermannstraße 38, 15377 Waldsieversdorf, Öffnungszeiten: November bis März täglich 10–15 Uhr, April bis Oktober täglich 9–18 Uhr