Ausstellung in Frankfurt (Oder): Kleingarten privat – Künstler zeigen Leben im Grünen

Ein Leben hinter den Gartenzäunen: Das veranschaulicht die Ausstellung „Schrebergärten - Streifzüge durch einen Mikrokosmos“ in Frankfurt (Oder), hier eine Fotografie von Wolfgang Gregor aus seiner Serie „Kleingartenanlage Berlin“ (1979/1980).
Wolfgang Gregor- Ausstellung „Schrebergärten - Streifzüge durch einen Mikrokosmos“ in Frankfurt (Oder) zeigt Leben in Kleingärten.
- Fotoausstellung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst mit 140 Werken von 14 Künstlern.
- Fokus auf persönliche und kulturelle Aspekte der Kleingärten in den letzten 50 Jahren, u.a. DDR-Fotografie.
- Eröffnung am 25. Mai, bis 10. August 2025, Rathaushalle Frankfurt (Oder), Eintritt frei, Führungen kostenpflichtig.
- Ursprung der Schrebergärten geht auf Leipziger Orthopäden Moritz Schreber zurück, Idee von Gesundheit und Grünflächen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es passiert so einiges hinter den Zäunen von Schrebergärten: Es wird getanzt, gelacht, geweint, getrunken und natürlich mit Leidenschaft gegärtnert. Tomaten, Gurken, Beeren und frisch angepflanzte Kräuter dürfen in den Gartenanlagen nicht fehlen. Um das Leben in den Gartensiedlungen noch besser einzufangen, haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Fotografen ihre Kameras geschnappt, um Menschen, Tiere und Emotionen in der grünen Idylle aus verschiedenen Perspektiven festzuhalten.
Das Ergebnis ist eine Fotoausstellung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst (BLMK), die mit rund 140 Werken von 14 verschiedenen Künstlern ganz private und teilweise abstrakte Einblicke in die Kultur der Kleingärtner der zurückliegenden 50 Jahre widerspiegelt.
Gleich zu Beginn des Rundgangs ist ein künstlerisches Projekt des Dresdener Fotografen Frank Köhler zu sehen. Vor rund zehn Jahren reiste er zu einer Kleingartenanlage in Eisenhüttenstadt und nahm dokumentarisch vor den Lauben Porträts der Kleingärtner auf. Mit seiner 2015 entstandenen Serie „Kleingärtner“ verleiht er den Lauben ein menschliches Gesicht und weist auf die Arbeit und Zeit hin, die ein solcher Garten erfordert.
Ausstellung in Frankfurt (Oder): Gesicht, Mensch und Laube – das Leben im Kleingarten
Viele der Protagonisten schauen mit einer eher ernsten Miene in die Kamera, im Hintergrund der Aufnahmen sind oft Schubkarren voller Materialien, Erdsäcke und Baustellen im Beet sowie rund um die Laube zu erkennen.
In der Ausstellung spielen jedoch nicht nur die Gesichter der Kleingärtner eine Rolle. Im Zentrum steht außerdem die bunte Gestaltung der Lauben, die mit ihren verschiedenen Motiven und individuellen Dekorationen einen persönlichen Ausdruck der Gärtner finden.
Ob Gartenzwerge, Hirschmalereien an der Fassade, Fußballposter, Flaggen oder ironisch untermalte Gartenschilder mit der Aufschrift „Vorsicht, bissiger Nachbar“ – der Kreativität bei der Gestaltung der in unterschiedlichen Größen erbauten Lauben sind keine Grenzen gesetzt. Gleichzeitig setzen sich die Künstler damit auch mit den Klischees und Vorurteilen der vermeintlich spießigen Laubenbesitzer auseinander. Laut Kuratorin Carmen Schliebe hat sich das Bild des kleinkarierten Gärtners mittlerweile zum Positiven geändert. „Immer mehr Städter zieht es ins Grüne“, sagt sie.
Ausstellung in Frankfurt (Oder) blickt auf DDR zurück
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der DDR-Fotografie von Gartenanlagen, die vor allem die sozialen und kulturellen Aspekte verdeutlicht. Mit seiner teils inszenierten, teils dokumentarischen Serie „Kleingartenanlage“ aus Berlin verdeutlicht Wolfgang Gregor primär das soziale Vereinsleben, das in der DDR sehr von gemeinschaftlichen Aktivitäten geprägt war.
Zu entdecken gibt es unter anderem ein küssendes Pärchen, das seine Zweisamkeit beim Tanzen genießt, sowie Bürger, die den Tag mit einer Flasche Bier am Pool ausklingen lassen. „Ein Schwimmbad auf dem Grundstück zu haben, war natürlich keine Selbstverständlichkeit. Sowas bekam man nur mit Kontakten“, sagt Carmen Schliebe. Im Vergleich zu den Porträts von Frank Köhler vermitteln die Bilder von Wolfgang Gregor eine unbeschwerte und freie Atmosphäre unter den Kleingärtnern.
Der Ursprung der Schrebergärten in Leipzig
Die ersten Schrebergärten gehen auf den Leipziger Orthopäden Moritz Schreber (1808–1861) zurück. Im Zuge der Industrialisierung setzte er sich mit der Gesundheit von Stadtkindern auseinander und sprach sich für Spielplätze mit Grünflächen aus. Der Lehrer Ernst Innozenz Hauschild, ebenfalls wohnhaft in Leipzig, knüpfte an diese Idee an. Die grünen Spielplätze mit Beeten und Pflanzmöglichkeiten kamen auch bei den Eltern gut an, was zu einer weiteren Begrünung von Parzellen führte. Die Idee eines persönlichen Gartens verbreitete sich, und die ersten Kleingärten entstanden zu Ehren Schrebers.
Selbstverständlich war das Gefühl der Unbeschwertheit anfangs aber nicht. Wie die Kuratorin Carmen Schliebe weiter erklärt, hat die DDR lange versucht, private Kleingärten zu verbieten. Doch die Bevölkerung protestierte und setzte sich letztlich mit ihrem Wunsch nach einem Ruheort durch. Im Gegenzug mussten sich die Gärtner an bestimmte Regeln halten. Ein Teil der Ernte ging an lokale Kaufhallen, wo sie verkauft wurde. Somit spielten die Schrebergärten in puncto Versorgung in der DDR eine ausschlaggebende Rolle.
Wer die Ausstellung und weitere Perspektiven des Kleingartenlebens erkunden möchte, hat vom 25. Mai bis zum 10. August 2025 in der Rathaushalle Frankfurt (Oder) die Möglichkeit dazu. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Am 4. Juni, 24. Juni, 20. Juli sowie am 10. August bietet das BLMK zudem kostenpflichtige Führungen an. Die Preise liegen zwischen 4,50 und 8,50 Euro. Weitere Infos gibt es hier.


