Berlinale 2025: Wie war die Eröffnung und wer war da?

Gruppenbild mit Dame: Fans umschwärmen Tilda Swinton, um ein Selfie zu erhaschen, bei der Eröffnung der 75. Berlinale am Potsdamer Platz
Sebastian Christoph Gollnow/dpa- Die 75. Berlinale eröffnete mit Stars wie Tilda Swinton und Lars Eidinger.
- Fans und Proteste prägten die Veranstaltung; Klimaaktivistin Luisa Neubauer protestierte.
- Tilda Swinton erhielt den Goldenen Ehrenbären und hielt eine emotionale Rede.
- Regisseur Edward Berger schrieb eine Laudatio über Swinton.
- Swinton betonte die Wichtigkeit des Kinos und forderte Unterstützung für Kinos weltweit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Schon um 17 Uhr drängen sich die Mengen im Schneeregen am Roten Teppich - die Eröffnung der 75. Internationalen Filmfestspiele von Berlin versprechen jede Menge Filmprominenz. Und in der Tat: Glückliche Fans machen Selfies mit Lars Eidinger und Tilda Swinton, Stars in Abendroben posieren trotz Minusgrade für die Kameras, und ein paar Proteste gibt es auch.
So erscheint die Klimaaktivistin Luisa Neubauer in einem weißen Kleid, auf dem vorn zu lesen war: „Donald & Alice & Elon & Friedrich?“ Auf der Rückseite stand: „Democracy dies in daylight!“ („Die Demokratie stirbt bei Tageslicht!“). Die Schauspielerinnen Meret Becker und Anna Thalbach hielten einen Schal mit der Aufschrift „SOS Humanity“ für zivile Seenotrettung hoch.
Festivalleiterin Tricia Tuttle und mehrere Schauspieler erinnerten mit Fotos an den von der Hamas verschleppten israelischen Schauspieler David Cunio. Und ganz kurz war eine Gruppe von Aktivisten mit rot gefärbten Händen auf dem Roten Teppich, die skandierten: „Ihr habt genug geschwiegen“ und „Keine Show für Täter“.
Das deutsche Kino gibt sich die Ehre
Doch die Mehrzahl der Fans war gekommen, um die Stars zu erleben. Und insbesondere das deutsche Kino ist in beeindruckender Stärke aufmarschiert. Emilia Schüle in einem gewagten weißen Kleid, Hannah Herzsprung mit interessantem Tüllrock, Lilith Stangenberg in einer schwarzen Spitzenkreation, die wirkt, als habe sie sie selbst aus dem Nähkästchen zusammengestellt, Sibel Kekilli höchst elegant im Smoking und Lea von Acken im mädchenhaften Rosa - jede Menge Glamour, bis hin zu der chinesischen Schauspielerin Fan Bingbing, die in diesem Jahr in der Jury ist und in einem atemberaubenden weißen Abendkleid erschien.
Doch im Zentrum des Abends steht eine Schauspielerin, die in schmalem dunkelblauen Uniformrock und mit ihren berühmten wasserblonden Kurzhaarschnitt erscheint: die schottische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton (64), die mit einem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk geehrt wurde.
Schlaflose Nächte vor der Laudatio
Die Aufgabe, eine Laudation auf sie zu schreiben, habe ihm schlaflose Nächte bereitet, gesteht der oscarnominierte Regisseur Edward Berger ("Konklave", "Im Westen nichts Neues"), der gerade mit ihr gedrehte hat. Weshalb er ihr einen Liebesbrief geschrieben hat, und zu dem Ergebnis kommt, ihr Geheimnis als Schauspielerin sei, dass sie einfach eine außergewöhnlich schöne Seele besitze.

Dieser schöne goldene Bär: Tilda Swinton bedankt sich für die Ehrung mit einer Liebeserkärung an das Kino - und an Berlin.
RONNY HARTMANN/AFPUnd das beweist Tilda Swinton in ihrer Dankesrede, die alles ist, Liebeserklärung an das Kino und an Berlin, scharfe Kritik an einer Politik der Ausgrenzung, Verfolgung und Abschiebung sowie gegen Besetzungen, Kolonisierung, Massenmord und Kriegsverbrechen, Glauben an Freundschaft, Menschlichkeit und die Magie des Kinos. Sie warb für eine humane Solidarität mit allen Menschen und für Gerechtigkeit. Und heißt alle im „großen unabhängigen Staat des Kinos“ willkommen.
Denn das Kino biete grenzenlose Möglichkeiten und könne die Welt inspirieren, weshalb man am besten überall Festivals gründen sollte, in Dörfern und Städten, auf Hügeln und auf einem aufblasbaren Floß. Und man solle die Streamingdienste verpflichten, einen Teil ihrer Millionen Gewinnen in die Renovierung, Aufrechterhaltung und Rettung von Kinos zu stecken. Jeder, so ihre Bitte, solle Kinokarten kaufen und Kinofilme sehen, wo immer man sie finde. Denn das Kino sei „ein Licht in der Dunkelheit, das nie erlischt“. Und sie endet mit einem Dank an Berlin: „Hier war für mich ein Zuhause.“

















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