Das Bürgerradio „Radio Ginseng“, beheimatet in Grünheide (Landkreis Oder-Spree), läuft seit März im Internet. „Der Name Radio Ginseng weist bereits darauf hin, von und für wen das Programm gemacht wird: vor allem von und für lebenserfahrene Menschen der Generation 60+“, sagen die Macher des Programms. Sie haben früher in verschiedenen Berufen gearbeitet, Radio-Profi ist keiner gewesen. Mehr als zwei Jahre haben die Vorbereitungen gedauert, ehe es zum ersten Mal auf Sendung hieß: „Hier ist Radio Ginseng!“.
Der TV-Sender ARTE zeichnet in einer Reportage die Entstehung des Bürger-Radios nach und hat die Macher im Studio bei der Arbeit begleitet. Für Ulrich Burow (70) gelernter Radiotechniker und Theaterwissenschaftler, war es ein Lebenstraum, einmal richtig selbst zu moderieren. Mehr als drei Jahre hat er an dem Projekt „Radio Ginseng“ gearbeitet, anfangs ein Studio in seinem eigenen Keller eingerichtet.

Eine eigene Gartensendung

Dorothea Kiesecker (77) hatte das Gefühl, altersbedingt schrumpft ihr soziales Umfeld und wollte endlich mal wieder neue Leute kennenlernen. Inzwischen verbringt sie fast jeden Tag im Studio, hat eine eigene Gartensendung und sich inzwischen ein E-Bike gekauft, um die elf Kilometer zwischen ihrem Wohnort und dem Studio zurückzulegen. Das Herz von Joachim Seidler (79) schlägt für die Big Band, die er leitet. Aber er findet, die Menschen wissen viel zu wenig über Jazz - und macht deshalb jetzt seine eigene Sendung, mit der er diese Musik wieder unter die Leute bringen will.
Die Macher von Radio Ginseng sind vom Radio-Konsumenten zum Radio-Produzenten geworden, heißte es in ihrer Selbstauskunft: „vor allem für ihre Generation, aber auch für Jüngere. Kreativität kennt eben keine Altersgrenze.“

„Für immer jung – Omas und Opas gründen ihr eigenes Radio“, Arte, 30.8., 19.40 Uhr