DDR-Weihnachtslieder
: Diese 5 Songs gehörten im Osten zu Weihnachten dazu

Eine musikalische Weihnachtsbäckerei? Gab es in der DDR zuerst! Auch sonst hatte der Osten viele herzerwärmende Weihnachtslieder zu bieten – wie diese fünf Titel beweisen.
Von
Michael Heider
Berlin
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Nicht nur das Sandmännchen stand zu Weihnachten in der DDR hoch im Kurs – auch diese 5 Weihnachtslieder liefen im Osten in Dauerschleife.

Nicht nur das Sandmännchen stand zu Weihnachten in der DDR hoch im Kurs – auch diese 5 Weihnachtslieder liefen im Osten in Dauerschleife.

Julian Stähle/dpa
  • Fünf Weihnachtslieder prägten die DDR und sind bis heute im Osten beliebt.
  • „Tausend Sterne sind ein Dom“ entstand 1946 und vermittelt Weihnachtsruhe und Nostalgie.
  • „Sind die Lichter angezündet“ steht für Wärme und Zusammenhalt – Text von Erika Engel, Musik ab 1960.
  • Frank Schöbels „Weihnachten in Familie“ (1985) ist ein DDR-Weihnachtshit mit Kultstatus.
  • „Oh, es riecht gut“ (1957) und „So viel Heimlichkeit“ (1952) waren Kinderlied-Klassiker der DDR.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die DDR hatte ihre ganz eigenen musikalischen Traditionen – das gilt auch für die Weihnachtszeit.

Zwischen sozialistischem Alltag und familiärer Geborgenheit entwickelten sich Texte und Melodien, die nostalgische Wärme verbreiten.

Diese fünf Weihnachtslieder gehören bis heute zum kulturellen Gedächtnis vieler Ostdeutscher – und laden weiter zum Mitsingen ein.

1. „Tausend Sterne sind ein Dom“

Festliche Stimmung, andächtiger Gesang und eine fast sakrale Note – in der DDR war „Tausend Sterne sind ein Dom“ untrennbar mit Heiligabend verbunden. Die zarte Melodie und die poetischen Bilder des Liedtexts, die aus der Feder von Komponist Siegfried Köhler stammen, vermitteln ab dem ersten Ton eine unvergleichliche Ruhe.

Dabei entstand das Stück unter den turbulenten Eindrücken des Nachkriegsjahres 1946. Die immer wieder von Kinder- und Jugendchören eingesungene Kantate war die heimliche Weihnachtshymne der DDR. Für viele Ostdeutsche ist es bis heute das Weihnachtslied ihrer Kindheit.

2. „Sind die Lichter angezündet“

Kaum ein anderes DDR-Lied strahlt so viel familiäre Geborgenheit aus wie „Sind die Lichter angezündet“. Der Text beschreibt mit einfachen Worten genau das, was Weihnachten neben Konsum vor allem bedeutet: Wärme, Zusammenhalt, Kerzenschein. Die Basis bildete ein um 1950 entstandenes Gedicht der Kinderbuchautorin Erika Engel.

Erst zehn Jahre später erschien es untermalt mit Musik von Hans Sandig, dem damaligen Leiter des Rundfunk-Kinderchores in Leipzig, auf Schallplatte. Das gänzlich ohne religiöse Aufladung daherkommende Weihnachtslied transportiert wie kein zweites ein Gefühl von Harmonie –  und hat auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Wirkung eingebüßt.

3. „Weihnachten in Familie“

Frank Schöbels „Weihnachten in Familie“ ist mehr als nur ein Hit – er ist Tradition. Seit 1985 das gleichnamige Album erschien – übrigens das erfolgreichste in der DDR-Geschichte – ist der Song in Ostdeutschland fester Bestandteil des Advents-Soundtracks. Er verbindet poppige 80er-Jahre-Klänge mit einer herzlichen Botschaft, die sofort ins Ohr geht. Selbst nach der Wende hat „Weihnachten in Familie“ nichts an seinem Kultstatus eingebüßt.

Der Titel ist übrigens Programm: eingesungen hat das Lied neben DDR-Star Schöbel auch dessen damalige Lebensgefährtin Aurora Lacasa und die gemeinsamen Töchter Dominique und Odette. Zusammen haben sie die musikalische Weihnachtswelt der DDR stärker als jede andere Familie geprägt.

4. „Oh, es riecht gut“

Bevor so mancher Knilch in der „Weihnachtsbäckerei“ von Rolf Zuckowski eine riesengroße Kleckerei machte, gab es die „Weihnachtsbäckerei“ in der DDR. Tatsächlich wurde das später als „Oh, es riecht gut“ bekannt gewordene Lied unter diesem Titel im Jahr 1957 in der Kinderzeitschrift „Fröhlich sein und singen“ erstmals veröffentlicht. Kein Wunder, in dem von Christel Ulbrich komponierten Stück werden ebenfalls Plätzchen gebacken. Mit jeder Strophe kommt eine neue Zutat dazu.

Als „Oh, es riecht gut“ erschien es offiziell im Jahr 1970 in einer Version des Rundfunk-Kinderchores Leipzig unter der Leitung von Hans Sandig. In DDR-Kindergärten und Grundschulen gehörte das Lied fest zum weihnachtlichen Kanonen – wohl auch deshalb dürften viele Ostdeutsche Text und Melodie noch in den Ohren haben.

5. „So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit“

Seine Bekanntheit hat „So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit“ vor allem der DEFA zu verdanken. Die nahm das Lied 1969 in ihren Kinderfilm „Der Weihnachtsmann heißt Willi“ mit auf. Komponiert hatte Text und Melodie die Musikpädagogin Lotte Schuffenhauer aber bereits 1952. Ein Kind schildert darin Kuriositäten, die sich an Weihnachten zutragen – etwa das Verschwinden von Spielsachen.

Wie auch „Oh, es riecht gut“ war „So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit“ Teil der beliebten Schallplatte „Bald nun ist Weihnachtszeit“ des DDR-Labels Eterna, auf der es der Rundfunk-Kinderchor Berlin eingesungen hat. Aber auch im Musikunterricht der DDR war das Kinderlied häufig Teil des Lehrplans.