DDR-Literatur

Als DDR-Literatur gilt nicht nur die Literatur, die nach der Staatsgründung entstanden ist, sondern umfasst auch die Texte, die in der Sowjetischen Besatzungszone entstanden sind. Diese wird auch als Rückkehrer-Literatur bezeichnet.
Die erste echte DDR-Phase beginnt mit  der „Aufbauliteratur“ der 1950er-Jahre, die geprägt ist vom „Sozialistischen Realismus“. Helden sind oft Arbeiter, der Ton ist optimistisch.  In der „Ankunftsliteratur“ der 1960-er Jahre sind Hauptfiguren oft jüngere Akademiker, die die Produktion kennen lernen und in die sozialistische Gesellschaft hineinwachsen.  Autoren äußern vorsichtige Kritik am Staat.
In den 1970ern beschließt Honecker ein Liberalisierungsprogramm für die Kultur. Das endet 1976 mit der Ausbürgerung Wolf Biermanns.
In den 1980ern entwickelt sich eine „Untergrundliteratur“, publiziert wird oft im Selbstverlag, es geht um Probleme des Individuums in der Gesellschaft. Zahlreiche Werke werden nur in der BRD veröffentlicht.

BRD-Literatur

Thema im Westen in den 1950er-Jahren sind Wirtschaftswunder und die Kritik an der Wohlstandsgesellschaft. Lyrik spielt eine wichtige Rolle.  Die 1960er sind von Studentenrevolte und Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit geprägt. Der Roman erlebt einen Aufschwung.
Die 1970er und frühen 80er sind die Phase der „Neuen Subjektivität“ : Geprägt von Terrorismusangst, steigenden Arbeitslosenzahlen und Umweltzerstörung distanzieren sich viele Autoren vom politischen Leben. Es geht um den Alltag, um die Angst vor dem Atomtod und individuelle Gefühle, um Beziehungen und Selbstfindung. In den 1980ern etabliert sich die literarische Postmoderne mit ihrem Verzicht auf lineare Erzählstrukturen. Durch die vielen übergesiedelten Literaten aus dem Osten, die sich in ihren Texten nun auch mit dem Alltag im Westen auseinandersetzen, nähern sich die beiden Literaturen immer mehr an.

Wendeliteratur

In den Jahren nach der Deutschen Einheit lässt die erste Euphorie vieler etablierter DDR-Autoren schnell nach. Sie beschreiben nun vor allem die Probleme, die sie in der Gesellschaft im neuen gemeinsamen Staat sehen. Viele suchen nach einem neuen Selbstverständnis und nach einer anderen Rolle als Schriftsteller.
Eine neue Generation von Schriftstellern betritt die Bühne, die die Wende als Jugendliche erlebt haben, darunter Thomas Brussig, Ingo Schulze, Clemens Meyer, Uwe Tellkamp, Julia Franck, Jana Hensel.