Deutschland bei den Oscars: Welche Filme in Hollywood Chancen haben

In Cannes erfolgreich – jetzt auch in Hollywood? Regisseurin Mascha Schilinski, die mit ihrem Film „In die Sonne schauen“ durchstartet
Stefanie Rex/dpa- Mascha Schilinskis „In die Sonne schauen“ ist Deutschlands Beitrag zum Auslands-Oscar 2025.
- Der Film thematisiert NS-Zeit, DDR-Geschichte und erzählt aus Kindersicht – beliebt bei den Oscars.
- Bei Cannes 2023 gewann das Drama den Preis der Jury und erhielt internationale Anerkennung.
- Helena Zengel, bekannt aus „Systemsprenger“, spielt mit – ein Plus für Hollywoods Aufmerksamkeit.
- Oscar-Shortlist am 16. Dezember 2025, Nominierungen am 22. Januar 2026, Verleihung am 15. März 2026.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Berlinerin Mascha Schilinski geht mit ihrem Drama „In die Sonne schauen“ ins Rennen um den Auslands-Oscar. Ihr Film wurde als deutscher Beitrag ausgewählt, wie German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, in München mitteilte. Er setzte sich gegen vier weitere Bewerberfilme durch. Doch: Hat der Film Chancen auf einen Gewinn in Hollywood?
Mit ihrer Entscheidung schickt die Jury einen formal experimentellen Film ins Rennen, der bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes bei der internationalen Kritik sehr gut ankam. Dort hatte „In die Sonne schauen“ den Preis der Jury gewonnen. Die Entscheidung bedeutet noch nicht, dass Schilinski auch tatsächlich für einen Oscar nominiert wird. Das entscheidet sich final im Januar.
Welche deutschen Filme waren erfolgreich bei den Oscars?
Vielleicht hilft ein Rückblick in die Oscar-Geschichte und darauf, welche deutschen Filme bislang erfolgreich waren. Legendär: „Die Blechtrommel“, Volker Schlöndorffs Verfilmung des Romans von Günter Grass. Erster deutscher Auslands-Oscar überhaupt, und 1980 so etwas wie ein Ritterschlag für das schwächelnde deutsche Kino.
Oder „Das Leben der Anderen“ 2007, Florian Henckel von Donnersmarks Stasi-Geschichte aus Ost-Berlin. In Deutschland, vor allem im Osten, heftig umstritten wegen der Darstellung des Stasi-Offiziers, gespielt von Ulrich Mühe, und überhaupt wegen einer klischeehaften Schilderung des Ostens. Insbesondere der Schriftsteller Christoph Hein hatte sich damals sehr kritisch geäußert. Oder Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“ 2003: die Geschichte einer jüdischen Familie, die 1938 nach Kenia flüchtet.
Nimmt man in Nebenkategorien etwa noch Christoph Waltz hinzu, der für seine Rolle des aasigen SS-Offiziers in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ 2010 den Oscar für die beste Nebenrolle – und seitdem unzählige Angebote für ähnlich gelagerte Rollen – bekam, oder Edward Bergers „Im Westen nichts Neues“, der 2023 als großer Favorit ins Rennen ging und am Ende mit zwei Oscars für Filmmusik und Szenenbild herauskam, ergibt sich ein Erfolgsbild, das wie folgt aussieht:
Erfolgskriterien bei den Oscars:
- NS-Geschichte
- DDR-Geschichte
- Kriegsgeschichte
- Geschichten aus Sicht von Kindern
- Newcomer, die noch nicht viele Filme gedreht haben
Nach diesen Kriterien hat Mascha Schilinski, die mit ihrem Vier-Generationen-Porträt „In die Sonne schauen“ 2025 für Deutschland ins Rennen um den Auslands-Oscar geht, gute Chancen. Der Film spielt sowohl in der NS-Zeit als auch zu DDR-Zeiten, er ist konsequent aus Sicht von Kindern, nämlich vier Mädchen erzählt, und er ist ein Newcomer-Film, was Hollywood bei internationalen Filmen durchaus schätzt. Auch Florian Henckel von Donnersmarck hatte zuvor nur Kurzfilme gedreht, Edward Berger und Caroline Link jeweils zwei Filme, davon ein Kinderfilm („Pünktchen und Anton“).
Was noch für Schilinski spricht: Helena Zengel
Mascha Schilinski, die 1984 in West-Berlin geboren wurde, hat vor „In die Sonne schauen“ erst einen Film gedreht, „Die Tochter“. Diesen aber mit Helena Zengel, die als Kinderstar mit dem Film „Systemsprenger“ auch in Hollywood auffiel und danach für „Neues aus der Welt“ von Paul Greengrass neben Tom Hanks gecastet wurde. Es spricht also einiges dafür, dass Hollywood mit Aufmerksamkeit auch auf diese neue deutsche Filmhoffnung blicken könnte.
Auch dafür spricht: In diesem Jahr hatte sich die Jury in München schnell auf ihren Favoriten einigen können. Die Wahl des deutschen Beitrags ist allerdings nur eine von mehreren Vorstufen. Die Shortlist für die Kategorie des besten internationalen Films wird am 16. Dezember verkündet. Aus dieser Shortlist werden die fünf nominierten Filme ausgewählt und am 22. Januar 2026 bekanntgegeben. Die 98. Oscar-Verleihung findet dann am Sonntag, 15. März 2026, statt (Ortszeit, MEZ in der Nacht zu Montag).


