Die 100 besten Ost-Songs
: So klang die DDR

Zum Mauerfall-Jubiläum eine CD-Box mit den 100 besten Songs des Ostens.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Simply Red: Blue Eyed Soul

BMG

Das Ergebnis: Nun ja, es überrascht eigentlich nicht und dann wieder doch. An der Spitze thront Citys „Am Fenster“. Ganz sicher einer der Überhits aus DDR-Zeiten. Und Silly platziert sich gleich drei Mal unter den Top Ten. Dafür schaffen es die Puhdys nicht mal unters erste Dutzend, ganz knapp vor Czeslaw Niemen. Ob das die ostdeutsche Wirklichkeit widerspiegelt? Aber die Kriterien der Zusammenstellung bleiben ohnehin wage. Berücksichtigt wurden Lieder, die in der DDR bzw. dem Ostblock vor der Wiedervereinigung entstanden sind. Der Text zu „Am Fenster“ stammt von Hildegard Maria Ruchfuß, die ihn als Gedicht bereits 1945 geschrieben hatte.

Aber, Schönheit, wohl auch bei er Musik, liegt immer im Auge des Betrachters. Und hier macht’s dann schlussendlich die schiere Masse. Denn 100 Songs, das sind fast sieben Stunden Musik auf sechs CDs. Da sollte jeder ein Stück seiner eigenen Jugend wiederfinden, alte Hits, vergessene Perlen, die Erinnerungen an erste Liebe, Kuss, Streit. Und es lohnt fast durchweg, nicht nur teils betörenden Melodien zu lauschen, sondern auch den Texten zu folgen. Sie widerspiegeln so wunderbar den Zeitgeist, das Denken und Tun jener Epoche, aus der sie stammen.

Etwas mehr Rückbesinnung allerdings hätte man sich in technischer Hinsicht gewünscht. Viele Stücke klingen zuweilen recht analytisch oder digital kühl.

Die 100 besten Ostsongs Amiga/Sony