Doku
: „Frem“ aus Slowakien im Forum der Berlinale

Halb Doku, halb Science Fiction: Die Cutterin, Drehbuchautorin und Regisseurin Viera Čákanyová hat einen rätselhaften Naturfilm gedreht
Von
Barbara Breuer
Berlin
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"Frem" im Forum der Berlinale. Halb Doku, halb Science Fiction: Die Cutterin, Drehbuchautorin und Regisseurin Viera Čákanyová hat einen rätselhaften Naturfilm gedreht

Hypermarket Film

Weil er in der Antarktis spielt, zeigt der dokumentarisch gedrehte Beitrag immer wieder dieselbe schneebedeckte Landschaft aus ganz unterschiedlichen Perspektiven: Mal vom Wasser, dann vom Ufer aus oder auch aus der Luft. Die Kamera zoomt aus der Vogelperspektive an eine verletzte Robbe heran und entfernt sich eilig. Die blutigen Flecken im Schnee werden zu roten Glitzerpartikeln, fliegen tanzend durch die Luft Richtung Objektiv.

Auch ein Mann, der in einem roten Wellblech–Container lebt, kommt vor: Er badet im Meer, pflanzt einen Baum und rutscht mit einer Tüte unter dem Hintern einen Hügel hinab. Sprechen wird der Mann nicht, auch nicht mit sich selbst.

Stattdessen hört das Publikum ein Herz laut schlagen, dann tropft Wasser von etwas herunter, während die Wellen im Meer zum monotonen Rhythmus tanzen. Viera Čákanyová nutzt im Film eine breite Palette an Sounds. Das wirkt anfangs sehr befremdlich. Doch im Laufe des Beitrags entwickeln die Geräusche ein Eigenleben: Und es scheint, als ob das „es“ allmählich unsere Sprache lernt und darüber kommuniziert.

Dem Forumsbeitrag „Frem“ liegt ein spannendes Konzept zugrunde. Trotzdem ist es bisweilen nicht leicht, 73 Minuten lang konzentriert dabei zu bleiben und elektronischen Geräusche zur Naturkulisse zu lauschen.

„Frem“: Forum, 29.2. 11 Uhr Zoo–Palast 2