Filmfestival Bad Saarow 2025
: Film „22 Bahnen“ – diese Highlights erwarten Besucher

Unter dem Motto „Alles Mensch!“ wurde das 13. Film ohne Grenzen-Festival an der Kulturscheune Eibenhof am Scharmützelsee eröffnet. Alle Infos zum Programm.
Von
Susanne Gietl
Bad Saarow
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Das Filmfestival ohne Grenzen in Bad Saarow steht unter dem diesjährigen Motto "Alles Mensch!"

Das Filmfestival ohne Grenzen in Bad Saarow steht unter dem diesjährigen Motto "Alles Mensch!"

Susanne Gietl
  • Filmfestival Bad Saarow 2025 eröffnet unter dem Motto „Alles Mensch!“ mit vielfältigem Programm.
  • Highlights: „22 Bahnen“ mit Laura Tonke, „Was uns verbindet“ und „Hannah Arendt – Denken ist gefährlich“.
  • Diskussionen zu Frieden und Menschlichkeit mit Christian Berkel, Gero von Boehm und anderen.
  • Kurzfilm „Gedenken – die Stolpersteine in Bad Saarow“ erinnert an Opfer des Nationalsozialismus.
  • Rahmenprogramm: Musik, Gespräche, Lagerfeuer und Kurzfilme bis Sonntag, 14. September.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Seit jeher erzählen sich Menschen Geschichten. Die 13. Ausgabe des Filmfestivals in Bad Saarow möchte diese unter dem Motto „Alles Mensch!“ auf die Leinwände bringen. Yvonne Borrmann, eine der drei Kuratorinnen, eröffnet das Festival mit den Worten: „Die Leinwand ist das Lagerfeuer, um das wir uns versammeln“ und ergänzt: „Ich glaube, genauso wie das Essen sind Kunst und Geschichtenerzählen ein fundamentales menschliches Bedürfnis."

Borrmann zitiert die Regisseurin Petra Volpe, die in „Heldin“ eine atemlose Pflege-Schicht wirksam inszeniert. Schauspielerin Leonie Benesch wird am Sonntag beim Screening zugegen sein.

Das von Yvonne Borrmann, Susanne Suermondt und Tanya Berndsen sorgsam kuratierte Programm bietet viele Highlights: Élodie Lélus berührendes Familiendrama „Was uns verbindet“, Daniel Robbins' Publikumshit „Bad Shabbos“ sowie Maren-Kea Freeses Tragikomödie „Wilma will mehr“ mit Fritzi Haberland.

Filmfestival in Bad Saarow: vom Dokumentarfilm bis zum Roman

Jobst Knigge, Cristina Trebbi und Susanne Utzt hinterfragen in ihrem Dokumentarfilm und einer Diskussion „Wie Kriege enden – und Frieden möglich ist“, außerdem sprechen Christian Berkel und Gero von Boehm über die Kunst, ein Mensch zu sein. Berkel wird seinen Roman „Sputnik“ signieren.

Leider war Sarah Duve-Schmid, die seit Mitte 2025 neue Geschäftsführerin der Filmförderung und Sprecherin des Medienboard Berlin-Brandenburg ist, zur Eröffnung kurzfristig verhindert – ließ aber ihre Rede von Moderatorin Andrea Thilo vorlesen. Als Einstimmung auf den Kurzfilm „Gedenken – die Stolpersteine in Bad Saarow“ wählte sie Worte des deutschen Kinobesitzers Hanns Gerhard Brodnitz. Im September 1944 wurde Brodnitz ins KZ nach Auschwitz deportiert und ermordet.

In seiner Biografie „Kino intim“ machte sich Brodnitz Gedanken über Film: „Er ist wie eine Kanzel. Er überragt die Grenzen der Zollbeamten, der wirtschaftlichen und seelischen Autokratie. Er ist wunderbar.“ Andrea Thilo fährt fort. „Es ist wunderbar, über etwas weinen zu dürfen und lachen zu müssen. Zu ahnen, wie Menschen, die man nie gekannt hat und nie kennen wird, in einer Entfernung von Tausenden von Kilometern die gleichen Empfindungen haben.“ Der Saal der Kulturscheune ist bei Chana Gazits und Maia E. Harris’ Dokumentarfilm „Hannah Arendt – Denken ist gefährlich“ voll. Man kommt Arendt auch menschlich nah. „Für Hannah Arendt war die Kategorie Mensch eigentlich immer im Plural. Und zur Pluralität der Menschen gehört, dass jeder Mensch die Welt von jedem Gesichtspunkt anders sieht,“ erklärt Prof. Dr. Barbara Hahn, Honorarprofessorin für Deutsche Literatur, Freie Universität Berlin.

Film 22 Bahnen mit Schauspielerin Laura Tonke

Anna Faroqhi, Leitung des Jugendprogramms von „Film ohne Grenzen“, Filmemacherin und Illustratorin der Graphic Novel „Andersdenkerinnen“, fügt hinzu: „Mensch werden ist Mensch sein.“ In der Pause spielt die Deutschpop-Band Fosca & Samt Musik über Liebe „Blumenregen“. Wer möchte, kann sich als Einstimmung auf den Kurzfilm „Summende Bienen“ den dazugehörigen Honig kaufen. Danach folgt Mia Maariel Meyer bewegendes Drama „22 Bahnen“. Es regnet. Wie passend.

Hauptdarstellerin Laura Tonke, die in „22 Bahnen“ die alkoholkranke Andrea verkörpert, ist auch noch mit Benjamin Pfohls „Jupiter“ vertreten. „Wir erzählen in beiden Filmen über Sehnsüchte und die Tragik zwischen uns Menschen. Beide Figuren leiden an einem Zustand, den sie nicht ändern können. Warum sie ihn nicht ändern können, das sind immer lange Geschichten.“ Deshalb nimmt sich Tonke bei beiden Filmen für ein Publikumsgespräch Zeit. Tonke besucht das Festival zum ersten Mal und ist begeistert: „Ich kam eben hier an und hatte gar nicht dieses angespannte Gefühl wie sonst auf Festivals. Hier spürt man mehr eine Entspannung.“

Noch bis Sonntag (14.9.) kann man in der Kulturscheune oder dem Cinema by Velotel oder am allabendlichen Lagerfeuer bei Bier, Wein und Würstchen sowie nachmittags bei Kaffee und Kuchen über Filme plaudern, diskutieren oder nach Wunsch ein Pony streicheln.

Weitere Informationen zum Programm des Filmfestivals gibt es hier.