Filmreihe „Go West Go East“ im rbb
: Ins Kino und zurück – als Mücke und Sturmo aus der DDR über die Mauer kletterten

Zwei Jugendliche aus Potsdam klettern in den 1970er-Jahren über die Mauer. Zum Spaß. Sie sehen sich im Westen um, kehren dann zurück. Scheinbar unbemerkt und dennoch mit harten Reaktion der Staatsmacht. Die Doku „Mauerspringer“ ist Teil einer Reihe zum Leben mit der deutschen Teilung im rbb.
Von
as
Frankfurt (Oder)
Jetzt in der App anhören

Die Freunde Mücke und Sturmo wachsen gemeinsam in der Potsdamer Stubenrauchstraße auf.

ARD/rbb/Peter Thieme

Die Geschichte klingt wie aus einem Spielfilm: Zwei Freunde – „Mücke“ und „Sturmo“ – klettern über die Mauer, gehen in West-Berlin ins Kino und klettern zurück. Eine verrückte Mutprobe, ein Abenteuer – das in den über 28 Jahren der Mauer wohl einmalig blieb. Zumindest der Kern der Geschichte wurde tatsächlich verfilmt (mit Marius Müller-Westernhagen in der Hauptrolle, „Der Mann auf der Mauer“) – viel spannender aber: Joachim „Mücke“ Mückenberger und Rainer „Sturmo“ Wulf gab es tatsächlich.

In dem spannenden Dokumentarfilm „Mauerspringer“ kommen die beiden Zeitzeugen selbst zur Wort und erzählen, was zwei Jugendliche aus einem Potsdamer Grenzgebiet Anfang der 1970er-Jahre geritten hat, über die Mauer in den Westen zu klettern. Völlig unbemerkt. Hin und dann wieder zurück. 24 Stunden West-Berlin, ein heimlicher „Tagesausflug“ – der dennoch nicht ohne Folgen blieb.

Aufwachsen im Sperrgebiet

Die Doku „Mauerspringer“ erzählt die Geschichte der beiden Freunde. Sie wachsen in der Potsdamer Villen-Kolonie Neu-Babelsberg auf. Es ist ein besonderer Ort, Sperrgebiet und somit Wohnort nur für „zuverlässige“ Potsdamer. Die Jugend folgt jedoch nicht immer den Eltern.

Im legendären Potsdamer Café Heider feiern sie abends das Jungsein, aufmüpfig, laut und kreativ. Inmitten dieser Potsdamer Bohéme suchen die beiden Freunde ihren Platz im Leben. Bis sie die Suche eines Nachts über die Mauer klettern lässt …

Die filmreife Geschichte läuft am 9. Mai und ist Teil der kleinen Reihe „Go West Go East“ zur deutschen Teilung bei Geschichte im Ersten. Den Auftakt der Doku-Reihe macht schon zuvor (am 2. Mai) der Film „Transit DDR – Als die Grenze durchlässiger wurde“, bei dem die Fernstraße F5 im Zentrum steht. Am 16. Mai folgt mit „Verrechnet oder verraten?“ die Rekonstruktion eines aufsehenerregenden Fluchtversuchs über die dänische Botschaft.

„Go West Go East“ - dreiteilige Serie

In der Mediathek ab 2. Mai

Film 1: „Transit DDR – Als die Grenze durchlässiger wurde“ (NDR/rbb), von Ulf Thomas

Ausstrahlung: 2. Mai, 23.35 Uhr im Ersten

Film 2: „Mauerspringer“ (rbb), von Christian Klemke und Dieter Wulf

Ausstrahlung: 9. Mai, 23.35 Uhr im Ersten

Film 3: „Verrechnet oder verraten? – Flucht über die dänische Botschaft“ (MDR/rbb), von Matthias Hoferichter

Ausstrahlung: 16. Mai, 23.35 Uhr im Ersten