Fusion Festival 2023: RE5 meiden – Veranstalter warnen ab Oranienburg vor überfüllten Zügen

Der ehemalige Flughafen in Lärz bietet gute Möglichkeiten für ein Festival wie die Fusion. Es gibt viel Platz und wenig Anwohner.
Bernd Wüstneck/dpa70.000 bis 100.000 überwiegend junge Menschen werden vom 28. Juni bis zum 2. Juli zum Fusion-Festival auf dem ehemaligen Flughafen Lärz in Mecklenburg-Vorpommern erwartet. Viele Besucher werden wie in den Vorjahren mit dem Zug an- und abreisen. Doch genau davon raten die Veranstalter ab. Die Warnung gilt nicht nur für Festival-Gäste, sondern auch für alle anderen Bahnkunden.
Und das aus gutem Grund. Die Züge der Linie RE5, die in Festivalnähe in Neustrelitz halten, sind extrem überfüllt.
Kein Zustieg in Oberhavel?
In Oranienburg war in den vergangenen Jahren ein Zustieg in Richtung Ostsee oft stundenlang nicht mehr möglich. Der Zustieg in den RE5 in Fürstenberg, Gransee und Löwenberg wird an diesem Wochenende noch schwieriger. Der Rückreiseverkehr in Richtung Berlin setzt ab Sonntagmittag ein und endet am späten Montagabend. „Wir rechnen auch dieses Jahr mit einer Überlastung der Bahnverbindung von Berlin nach Neustrelitz. Wer jedoch mit der Bahn anreisen möchte, dem empfehlen wir, möglichst frühe Züge zu nehmen“, teilten die Veranstalter mit.
Interessante Begegnungen in vollen Zügen genießen
Wer Abenteuer und interessante Begegnungen mag, sollte am Fusion-Wochenende versuchen, im RE5 mitzufahren. Im proppenvollen Zug herrscht auf der Hinfahrt eine ausgelassene Stimmung. Auf der Rücktour sind die ausgelaugten Festivalgänger ruhiger. Es liegt aber auch ein strenger Geruch nach Schweiß und Alkohol in der Luft.
Mit dem Rad ab Oranienburg
Wer von Oranienburg aus zur Fusion will, hat mehrerer Optionen. Die Veranstalter bieten von Oranienburg aus an zwei Tagen eine geführte Radtour an. Treffpunkt ist am Mittwoch, 28. Juni, und am Donnerstag, 29. Juni, jeweils um 10 Uhr der Bahnhof in der Kreisstadt. Ein Gepäcktransport wird nicht angeboten. Dafür haben die Tourleiter Flickzeug dabei. Das „Bassliner Projekt“ als gute Alternative zu überfüllten Zügen oder einer 87 Kilometer langen Radtour ist inzwischen nicht mehr möglich. Alle Busse ab Berlin und zurück in die Hauptstadt sind bereits ausgebucht. Die Veranstalter versuchen, neue Busse zu chartern.

Festivalbesucher tanzen auf einer mit leuchtenden Ballonen geschmückten Bühne auf dem Gelände des Fusion-Festivals. In einer Woche soll in Lärz das Fusion-Festival 2023 beginnen. Die Veranstalter erwarten wieder mehrere zehntausend Gäste.
Christian Charisius/dpaWer nur die Bahn als Transportmittel hat, sollte versuchen möglichst früh anzureisen und in Berlin – am besten am Südkreuz – einzusteigen. Ab Neustrelitz gibt es einen Busshuttle zum Festivalgelände.
Warnung vor Betrügern
Kurz vor Festivalstart haben die Organisatoren vor Betrügern gewarnt. So versuchten Unbekannte, Festivalbändchen zu verkaufen, teilten die Organisatoren vom Verein Kulturkosmos in einer Erklärung mit. „Hier handelt es sich eindeutig um Betrug und Abzocke“, hieß es laut darin. Bändchen geb es gar nicht, alle Tickets seien personalisiert und würden am Einlass mit Personalausweisen abgeglichen.
Nach den Waldbränden in der vergangenen Woche in Teilen des Landes und trotz inzwischen geringerer Waldbrandgefahr teilten die Veranstalter mit, dass Lagerfeuer und Grillen auf den Campingplätzen unbedingt verhindert werden sollten.
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Angesichts vieler Fotos, die nach der Fusion 2022 im Internet zu sehen waren, erinnerte der Verein daran, dass die Mehrzahl der Gäste nicht wolle, dass Fotos beim Feiern gemacht und später veröffentlicht würden.
Das Festival
Fernab des Alltags entsteht auf dem riesengroßen Areal in Lärz für fünf Tage eine Parallelgesellschaft der ganz speziellen Art. „Im kollektiven Ausnahmezustand entfaltet sich an einem Ort ohne Zeit ein Karneval der Sinne, in dem die Sehnsucht nach einer besseren Welt spiegel“, heißt es auf der Homepage der Veranstalter, der Verein Kulturkosmos.
Das Festival gilt als eines der größten alternativen Musik- und Theaterfeste in Deutschland und Europa.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die 70.000 Karten zum Preis von 220 Euro werden verlost. Es gibt vergünstigte Sonntags-Tickets.


