Halloween 2023 in Brandenburg: Welche 5 Horrorfilme in der Region gedreht wurden

Halloween ist die Zeit für Horror und Grauen. Einige Filme, die zum Schaudern bringen, wurden in Brandenburg gedreht (Symbolfoto).
Luká Grinaj/dpaBald ist es wieder so weit: Halloween steht vor der Tür. An diesem Tag ziehen vielerorts kleine Hexen, Zombies und Geister um die Häuser und verlangen lautstark nach Süßem oder Saurem. Einige Erwachsene mag es hingegen auf die Fernsehcouch ziehen — denn nichts bringt mehr in Grusel– und Gänsehautstimmung als ein passender Horrorfilm.
Wer 2023 nicht auf einen der Klassiker des Genres zurückgreifen will, für den lohnt sich der Blick in die Region. In Brandenburg sind in den letzten Jahren mehrere Filme entstanden, die sich durchaus an Halloween sehen lassen — von stereotypischem Horror über Zombiefilme bis hin zum Vampirthriller ist für jeden etwas dabei.
Der Film „Heilstätten“ ist ein Muss für Fans von Horror
Fans von Filmen wie „The Blair Witch Project“ (1999) oder „Grave Encounters“ (2011) sollten unbedingt dem Horrorstreifen „Heilstätten“ (2018) eine Chance geben — und das nicht nur, weil er viele Anspielungen auf die genannten Found–Footage–Klassiker enthält.
YouTube–Video: Das ist der Trailer zu „Heilstätten“ (2018)
„Heilstätten“ dreht sich um YouTube–Star Marnie (Nilam Farooq), die mit einigen Kollegen für ein Video 24 Stunden in den alten Beelitz–Heilstätten verbringen will. Laut einer Legende soll der Geist einer ehemaligen Euthanasie–Patientin dort sein Unwesen treiben. Aus der Challenge für YouTube wird jedoch schon bald Ernst — und die Online–Stars werden zu Gejagten …
Zwar spielt der Schocker in den mittlerweile verlassenen Lungenheilstätten in Beelitz — gedreht wurde er jedoch in der ehemaligen Heilstätte Grabowsee bei Oranienburg. Das Kurhaus, das am Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, gilt als erste Heilstätte für Lungentuberkulose in Norddeutschland.

Hier wurde der Film „Heilstätten“ gedreht: die Heilstätte am Grabowsee im nördlichen Brandenburg
Paul Zinken/dpaSeit 1992 ist die Anlage nunmehr dem Verfall preisgegeben — und bietet damit die perfekte Kulisse für Filmproduktionen. Neben „Heilstätten“ ist dort etwa der Blockbuster „Monuments Men — Ungewöhnliche Helden“ (2014) mit George Clooney und Matt Damon entstanden.
„Heilstätten“, FSK 16, Streaming auf Disney+ möglich
„Virus Undead“ — Zombie–Alarm in Brandenburg
Zombies in Brandenburg? In „Virus Undead“ (2008) wird diese Vorstellung Realität. Professor Bergen (Joost Siedhoff) forscht bei Altlandsberg an einem noch unbekannten Hybrid–Vogelgrippevirus und wird dabei von infizierten Krähen getötet.
YouTube–Video: So sieht der Trailer zu „Virus Undead“ (2008) aus
Sein Enkel Robert (Philipp Danne) reist für die Regelung des Nachlasses auf das Anwesen. Eine abendliche Party wird allerdings von zwei mit dem Virus infizierten Männern gecrasht. Beide entpuppen sich als Zombie, die es auf Menschenfleisch abgesehen haben. Während sich das Virus im Ort ausbreitet, verschanzt sich die Partygesellschaft im Haus …
Fun–Fact für Metal–Fans: In Nebenrollen sind Mitglieder der Band Oomph! sowie Ski King, Frontmann von Beloved Enemy, zu sehen. Doch auch das Anwesen selbst, das der hauptsächliche Schauplatz des Films ist, ist ein Hingucker. Es handelt sich um Schloss Dammsmühle in Schönwalde bei Wandlitz.
Der Lederfabrikant Peter Friedrich Damm ließ das Palais 1768 errichten. Die heutige Ruine soll in den kommenden Jahren saniert werden.
„Virus Undead“, FSK 18, als DVD verfügbar
„Black Death“ lockte Hollywood–Stars nach Brandenburg
2010 schlüpft Oscar–Preisträger Eddie Redmayne („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) für den Film „Black Death“ in die Rolle des jungen Novizen Osmund, der im England des Jahres 1348 vor der Pest flieht. Zusammen mit dem Ritter Ulric (Sean Bean) macht er sich auf zu einem Dorf, das bisher von der Pest verschont geblieben sein soll. Dabei hofft er, seine einstige Geliebte zu finden. Doch bald schon mehren sich die Hinweise, dass diese nicht mehr lebt. Und auch das Dorf selbst entpuppt sich als tödliche Falle …
Der Horror–Historienfilm entstand 2009 komplett in Deutschland — unter anderem in Oberhavel, in der Tonstichlandschaft rund um Zehdenick. Vor hundert Jahren erstreckte sich hier eines der größten Ziegeleigebiete Europas. Heute ist der einzigartige Landstrich vor allem durch kleine Tongruben und Auenwiesen gekennzeichnet. Für einen Skandal sorgte 2006 die Tongrube Trottheide, in der jahrelang giftiger Sondermüll gelagert wurde. Den Dreharbeiten für „Black Death“ tat dieser Umstand jedoch sichtlich keinen Abbruch.
„Black Death“, FSK 16, verfügbar auf Amazon Prime Video
Thriller von Fitzek sorgt für Spannung an Halloween
Bestseller–Autor Sebastian Fitzek ist vor allem für seine Psychothriller berühmt.
YouTube–Video: Das ist der Trailer zu „Abgeschnitten“ (2018)
Der Roman „Abgeschnitten“, den Fitzek zusammen mit Rechtsmediziner Michael Tsokos verfasste, schaffte es 2018 sogar auf die Kinoleinwand. Der verwickelte Fall dreht sich um den Rechtsmediziner Paul Herzfeld (Moritz Bleibtreu), der in einer von ihm obduzierten Leiche einen Zettel findet, auf dem die Telefonnummer seiner Tochter Hannah notiert ist. Als er die Nummer wählt, erfährt er, dass Hannah entführt wurde. Alle Spuren führen auf die Insel Helgoland — doch die ist aufgrund eines heftigen Sturms von der Außenwelt abgeschnitten.
„Abgeschnitten“ ist zwar kein klassischer Horrorfilm, garantiert aber trotzdem Nervenkitzel und Gänsehautmomente.

Kein Horror, aber trotzdem Nervenkitzel: Als Außenkulisse für den Film „Abgeschnitten“ diente die Villa Bonita in Woltersdorf (Archivfoto).
Martin StralauWer allerdings glaubt, der Streifen sei tatsächlich auf Helgoland gedreht worden, irrt sich. Als Außenkulisse fungiert die um 1900 entstandene Villa Bonita in Woltersdorf. Woltersdorf selbst ist seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ein Mekka für Filmproduzenten. Dank der 1913 eröffneten Straßenbahn ist das Villenstädtchen damals nämlich leichter für diese zu erreichen als die Filmstudios in Potsdam.
„Abgeschnitten“, FSK 16, verfügbar auf Apple+
„Wir sind die Nacht“ — Vampir–Romanze statt Horror
Was darf neben Geistern, Hexen und Untoten an Halloween nicht fehlen? Richtig: Vampire. Mit einem Vampir–Horrorfilm kann Brandenburg zwar nicht aufwarten, dafür aber mit einer Vampirromanze.

Zu Halloween gehört auch die obligatorische Vampir-Romanze. Teilweise in Brandenburg gedreht wurde „Wir sind die Nacht“. Hier eine Szene aus dem Film mit Anna Fischer (l.) und Jennifer Ulrich.
Constantin„Wir sind die Nacht“ (2010) handelt von Lena (Karoline Herfurth), die auf einer Party das Interesse der Vampirin Louise (Nina Hoss) weckt — und prompt von ihr gebissen wird. Von diesem Moment an lebt Lena das glamouröse Leben einer Untoten. Doch dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Kommissar Tom (Max Riemelt), der der Vampirbande auf den Fersen ist.
Zum Leben des Vampir–Jetsets gehört natürlich auch ein künstliches Sonnenbad, wie in einer Szene in „Wir sind die Nacht“ zu sehen ist. Und wo könnte man dieses besser nehmen als im Tropical Islands bei Lübben? Seit 2004 befindet sich der Tropen–Freizeitpark in einer ehemaligen Zeppelin–Montagehalle bei Krausnick. Besucher können dort den größten Indoor–Regenwald der Welt betreten sowie in mehreren Pools, Saunen, Bars und Restaurants entspannen.
Das Konzept kommt sichtlich gut an: Über eine Million Besucher zählt die Freizeitanlage jährlich.
„Wir sind die Nacht“, FSK 16, verfügbar auf Amazon Prime Video (als Kauf– oder Leihtitel)
Nach Halloween ist natürlich vor Halloween. Wer schon einmal Grusel–Anregungen für 2024 sucht, sollte zwei Filme made in Brandenburg auf dem Schirm haben. Dazu gehört der Fantasy–Streifen „Die letzte Fahrt der Demeter“, der im August 2023 seinen deutschen Kinostart feierte und ab 31. März 2024 im BluRay–Format verfügbar sein wird. Außerdem startet Anfang 2024 der in Liebenwalde gedrehte Horrorfilm „Home Sweet Home“ in den Kinos.



