Hannelore Hoger ist tot: Abschied von Kommissarin Bella Block

Schauspielerin Hannelore Hoger ist kurz vor Weihnachten 2024 in Hamburg gestorben.
Georg Wendt/dpa- Hannelore Hoger, bekannt als Bella Block, starb am 21. Dezember 2024 in Hamburg.
- Sie wurde vor allem durch die ZDF-Serie "Bella Block" bekannt und erhielt zwei Grimme-Preise.
- Hoger hatte eine lange Karriere im Theater und Film, arbeitete u.a. mit Helmut Dietl.
- Ihr Alter ist unklar; sie wurde vermutlich 1941 geboren.
- Hoger wünschte sich einen schnellen Tod ohne Siechtum.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie war Theaterstar, brillierte in Helmut Dietls Kinohit „Rossini“. Doch vor allem war sie „Bella Block“ – in der Rolle der raubeinig-herzlichen ZDF-Ermittlerin wurde Hannelore Hoger von einem Millionenpublikum geliebt. Nun ist die Schauspielerin gestorben, wie das ZDF mitteilte. Der Fernseh-, Film- und Bühnenstar starb laut Mitteilung des Managements bereits am 21. Dezember in Hamburg.
Wie alt Hoger geworden ist, bleibt unklar, denn die zweifache Grimme-Preisträgerin fand die Frage nach ihrem Alter zeitlebens „uncharmant“. So schwanken die Angaben zu ihrem Geburtsjahr zwischen 1940 und 1943. Vermutlich kam Hoger am 20. August 1941 auf die Welt.
Hannelore Hoger: Bekannteste Rolle als Kommissarin
Die Rolle der unkonventionellen Kommissarin Block, die Hoger zwischen 1994 und 2017 auf dem Bildschirm verkörperte, schien ihr aus Sicht vieler Fans förmlich auf den Leib geschrieben. Mit ihrer eigenen eher direkten Art galt sie gelegentlich als „schwierig“ in der Branche.
„Rigide selbstbewusst“ nannte sie die Zeitschrift „Theater heute“, die sie bereits 1975 zur „Schauspielerin des Jahres“ ernannte. Sich selbst beschrieb Hoger in Interviews mit den Worten „keine Diva-Allüren, kein Primadonnengehabe, nicht eitel und eigentlich ziemlich faul“.
Hannelore Hoger tauchte früh in Theaterwelt ein
Die Welt der Schauspieler lernte Hoger früh kennen, da ihr Vater als Inspizient am Ohnsorg-Theater in Hamburg arbeitete. Schon 1958 begann sie eine Ausbildung an der heutigen Hochschule für Musik und Theater. Ihr erstes Engagement fand sie 1961 am Theater Ulm bei dem stilbildend innovativen Intendanten Kurt Hübner (1916-2007).
Und mit den Stationen Bremen, Stuttgart, Köln, Berlin, Bochum und Hamburg verlief eine Karriere, in der sich die junge Mimin zu einer der wichtigsten Bühnenkünstlerinnen der 1970er und 1980er Jahre entwickelte. Herausragend geriet vor allem ihre Zusammenarbeit mit den kühnen Spielleitern Zadek („Die Geisel“) und Fernandes.

Auf der Bühne: Hannelore Hoger (M) als Friedrich II. neben Traugott Buhre (l) als Voltaire und Elisabeth Schwarz als Keith bei der Uraufführung der ostdeutschen Komödie "Dieb und König" von Rolf Schneider im Kleinen Haus der Württembergischen Staatstheater.
Fritz Fischer/dpaUm ihre darstellerischen Fähigkeiten weiter zu verfeinern, nahm Hoger sogar Unterricht beim legendären Lee Strasberg in New York. In festen Theaterengagements war sie insgesamt 25 Jahre. Dabei inszenierte sie auch, etwa 1986 Hebbels Bürgerliches Trauerspiel „Maria Magdalena“ in Darmstadt. Im Kino trat Hoger erstmals 1968 auf. Häufig wirkte sie in Arbeiten Alexander Kluges mit, eines wichtigen Repräsentanten des Neuen Deutschen Films („Deutschland im Herbst“, 1978), der einige Jahre ihr Lebensgefährte war.
Hannelore Hoger: Klatschreporterin in Schickeria-Film „Rossini“
Komödiantisches Talent bewies die Sylt-Liebhaberin in Helmut Dietls Schickeria-Glosse „Rossini“ (1997), wobei sie als Klatschreporterin neben Kollegen wie Götz George und Mario Adorf brillierte. Im Fernsehen war sie seit 1965 dabei. So sah man Hoger 1988 neben ihrer Tochter und Kollegin Nina Hoger (Jahrgang 1961) im Ralph-Giordano-Mehrteiler „Die Bertinis“.
Die Rolle, der sie ihre größte Popularität verdankt – die der Bella Block – gab sie schließlich auf eigenen Wunsch ab. „Ich bin Schauspielerin und zwanzig Jahre älter geworden“, erklärte die auch sozial engagierte Künstlerin, die nie geheiratet hat, Ende 2014. „Solange ich es kann, möchte ich mich noch anderen Rollen und Themen zuwenden.“

Ihre bekannteste Rolle: Hannelore Hoger mit Devid Striesow beim Fototermin am Set der ZDF-Serie «Bella Block».
Georg Wendt/dpaZwischen 2016 und 2018 war sie in einer neuen volksnahen Rolle im TV zu erleben: als Firmen-Patriarchin neben Ulrike Tscharre und Christoph Maria Herbst in ARD-Degeto-Filmen rund um das „Hotel Heidelberg“. Und zur Hommage an ihre während der Dreharbeiten verstorbenen Star-Kollegin Hannelore Elsner (1942-2019) geriet Hogers Auftritt im ARD-Film „Lang lebe die Königin“ (2020): Gemeinsam mit Gisela Schneeberger, Judy Winter, Iris Berben und Eva Mattes spielte sie Elsners Titelrolle zu Ende.
Hannelore Hoger über den Abschied von Bella Block
Hanelore Hoger wünschte sich schnellen Tod „ohne Siechtum“
Die Schauspielerin las etliche Hörbücher ein und ging gern auf Lesereisen. In ihrer Biografie „Ohne Liebe trauern die Sterne“ (Rowohlt) hat Hoger 2017 auch ihre Gedanken über den Tod formuliert: „Über uns schwebt das Damoklesschwert. Je weiter das Leben voranschreitet, umso enger wird es. Aber wir wissen, dass wir dem nicht entgehen können, auch wenn wir es vielleicht möchten. Ich möchte, dass es dann schnell geht und dass man ohne Siechtum zum anderen Ufer kommt.“
Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien in Hamburg und Präsident des Deutschen Bühnenvereins, erinnert an die Schauspielerin: „Die Sterne am Theaterhimmel trauern. Hannelore Hoger war der Inbegriff einer großen Schauspielerin. Ganz gleich ob am Theater, im Film oder im Fernsehen - sie verstand es, sich Charakteren vollständig anzuverwandeln und dabei in der Rolle stets präsent zu bleiben. Ihre Kunst war das psychologisch feinfühlige Spiel, ihre Gabe das Gespür für ein großes Publikum, und ihre Leidenschaft die unbedingte Freiheit. Hamburg und die Schauspielwelt trauern um eine beeindruckende Persönlichkeit, deren Werke noch lange wirken werden. Ich bin in Gedanken bei ihren Angehörigen und Freunden.“
