Herbert Grönemeyer macht Oper: Was der Sänger mit Regieberserker Fritsch vorhat

Der doppelte Herbert: Herbert Grönemeyer und Herbert Fritsch verstehen sich gut. Ihr Projekt „Pferd frisst Hut“ hat 2025 an der Komischen Oper in Berlin Premiere.
Milena Schönfeldt- Herbert Grönemeyer und Herbert Fritsch inszenieren die Oper „Pferd frisst Hut“ an der Komischen Oper Berlin.
- Premiere ist am 8. Februar, weitere Vorstellungen am 9., 12. und 13. Februar.
- Die Musik stammt von Grönemeyer, das Stück basiert auf „Der Florentinerhut“ von 1851.
- Grönemeyer hat langjährige Theatererfahrung, Fritsch ist für seine Slapstick-Inszenierungen bekannt.
- Das Stück wurde 2023 in Basel uraufgeführt und von Kritikern gelobt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie könnten Zwillinge sein, wie sie da in der Künstlergarderobe sitzen: dunkle Brille, weißes, schon ziemlich lichtes Haar, dunkler Pulli beziehungsweise Sakko. „Weißt du eigentlich, wer du bist, fragt der eine. Also, ich bin der Herbert.“ - „Und ich bin DER Herbert.“
Da haben sich offenbar zwei gefunden: Herbert Frisch, das enfant terrible des deutschen Theaters, der lange Jahre zu Frank Castorfs Stammteam an der Berliner Volksbühne gehörte und seit 2007 vornehmlich als Regisseur tätig ist, unter anderem mit so grandiosen Slapstick- und Klamauk-Abenden wie „Die (s)panische Fliege“ und „Murmel Murmel“ (beides an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz).
Und Herbert Grönemeyer, Urgestein des deutschen Pop, der im vergangenen Jahr das 40. Jubiläum seines Durchbruchs-Albums „4630 Bochum“ feierte und zuverlässig Jahr für Jahr die Konzerthallen und Freiluftbühnen mit seinen Konzerten füllt.
Ein Stück von 1851 – ins Heute geholt
So steht in diesem Jahr die Elektro-Akustiktour „mittendrin“ an - die Berliner Konzerte sind am 11./12. September im Velodrom (beide sind ausverkauft). Doch zuvor ist Herbert Grönemeyer noch in anderer Funktion zu erleben: Für die Inszenierung einer französischen Komödie von Herbert Fritsch hat er die Musik komponiert. Das Original von 1851 von Eugène Marin Labiche heißt „Der Florentinerhut“. Bei Fritsch und Grönemeyer wird daraus „Pferd frisst Hut“.
Die Handlung fasst Herbert Grönemeyer so zusammen: „Da rennt ein Pferd durch den Wald und frisst einen Florentinerhut.“ Und verspricht: „Das geht ab wie Schmidts Katze, und es ist sehr sehr lustig und slapstickmäßig und die Musik ist natürlich grandios.“
Und das, obwohl die beiden sich über die Rollen noch nicht so ganz einigen können, wie im Trailer zu sehen ist: „Ich bin von Hause aus Sänger“, sagt Herbert Grönemeyer. „Ich singe auch manchmal“, ergänzt Herbert Fritsch. Und dann lachen beide sich scheckig.
Ganz abwegig ist die Zusammenarbeit nicht: Herbert Grönemeyer hat langjährige Theatererfahrung, begann mit 17 als musikalischer Leiter am Theater in Bochum und hat 14 Jahre lang an diversen Theatern in der Republik gearbeitet, hat u.a. Bühnenmusiken für Bob Wilsons Inszenierungen von „Leonce und Lena“ und „Faust I und II“ am Berliner Ensemble geschrieben.
Herbert Fritsch wiederum macht in letzter Zeit verstärkt auch Oper, hat den „Barbier von Sevilla“ an der Wiener Staatsoper und „Carmen“ in Hamburg inszeniert. Und so punktgenau, wie die beiden Herberts sich im Trailer die Bälle zuspielen, eint sie das Gefühl für Timing - und ihr Humor.
Festival „Schall und Rausch“ - mit Schallbert und Rauschbert
Uraufgeführt wurde das Stück schon 2023 am Theater Basel, die Kritiken waren hymnisch: „Die wilde Jagd nach Hut und Hochzeit endet so, wie sie verlief: Im Chaos. Aber in einem, das ein grandioser Spaß ist.“, hieß es zum Beispiel bei „Nachtkritik.de“.
Und weil das Stück in Berlin im Rahmen des Festivals Schall und Rausch stattfindet, verkündet „Schallbert“ Grönemeyer: „Meine Musik passt dorthin, weil das Schall ist und extrem viel Rausch. Bei ihm weiß ich das nicht so“.
Und „Rauschbert“ Fritsch verspricht: „Ich bin für die Tiefe zuständig. Ich mache so richtig Niveau, so dass die Leute da mit einem Gehalt rausgehen und richtig etwas fürs Leben haben.“ Und auch wenn sein Kumpel, so Grönemeyer, keine Ahnung von nix hat, beruhigt er: „Machen Sie sich keine Sorgen. Die Musik steht schön, steht für sich und der Rest ist auch ganz ordentlich.“
„Pferd frisst Hut“: Komische Oper Berlin im Schillertheater Premiere 8.2., weitere Vorstellungen 9., 12. und 13.2., wenige Restkarten


