Karin Lesch gestorben
: Sie war die Königin an Rolf Hoppes Seite

Karin Lesch wurde bekannt durch den Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Nun ist die Schauspielerin mit 89 Jahren in Königs Wusterhausen gestorben.
Von
Christina Tilmann
Königs Wusterhausen
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Die Märchenverfilmung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist über die Jahrzehnte zum echten Weihnachts-Kultfilm geworden.

ARD/WDR DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL, "Tri orisky Popelku", Spielfilm, Tschechoslowakei 1973, Regie Vaclav Vorlicek, am Sonntag (28.11.21) um 15:30 Uhr im ERSTEN.
König (Rolf Hoppe) und Königin (Karin Lesch) finden es an der Zeit, dass der Prinz (Pavel Trávnícek, l.) heiratet.
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Karin Lesch (l.) spielte neben Rolf Hoppe die Königin in der Märchenverfilmung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Der Film läuft jedes Jahr an Weihnachten in diversen deutschen Sendern.

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  • Schauspielerin Karin Lesch starb am 12. März mit 89 Jahren.
  • Bekannt durch "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" als Königin.
  • Geboren in der Schweiz, Tochter von Mathilde Danegger.
  • Wirkte in vielen DEFA-Filmen und Theaterproduktionen mit.
  • Lebte zuletzt in Königs Wusterhausen, Sohn Michael verstarb 2022.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn Rolf Hoppe poltert und tobt, lächelt sie zart und fein. Und für ihren Sohn, den Prinz, und dessen hitzköpfiges Treiben hat sie auch großes Verständnis. Als feinsinnige, freundliche Königin in dem Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist die Schauspielerin Karin Lesch unsterblich geworden. Nun ist sie, wie jetzt erst bekannt wurde, am 12. März im Alter von 89 Jahren in Wernsdorf, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen gestorben. Zuletzt lebte sie dort in einem Seniorenheim.

Der tschechische Schauspieler Pavel Travnicek, der in dem Märchenklassiker den Prinz spielt, zeigte sich erschüttert. Der inzwischen 74-Jährige hatte auch nach den Dreharbeiten noch eine enge Beziehung zu seiner Film-Mutter: „Karin war eine äußerst elegante Dame“, sagte er der tschechischen Zeitung „Blesk“. Er war von Leschs Tochter persönlich informiert worden.

Der Märchenfilm wurde 1973 von den Filmstudios Barrandov (Tschechoslowakei) und DEFA (DDR) koproduziert. Libuše Šafránková, die das Aschenbrödel spielt, war 2021 mit 68 Jahren in Prag gestorben, Rolf Hoppe, der Filmkönig, 2018 in Dresden.

Karin Lesch, die in der Schweiz geboren wurde, stammt aus einer Schauspielerdynastie: Sie war die Tochter der österreichischen Schauspielerin Mathilde Danegger, Enkelin des Schauspielerehepaares Josef und Bertha Danegger und Nichte des Opernsängers Theodor Danegger. Ihr Vater war der Schweizer Regisseur, Dramaturg und Autor Walter Lesch, die Mutter war 1933 in die Schweiz emigriert.

Karin Lesch spielte in diversen DEFA-Produktionen mit

Lesch, die 1947 nach Westdeutschland und dann 1951 mit ihrer Mutter in die DDR zog, studierte an der damaligen Staatlichen Schauspielschule Berlin und spielte am Hans Otto Theater in Potsdam und am Staatstheater in Dresden.

Neben ihrer Rolle als Königin in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ spielte Lesch auch in zahlreichen anderen DEFA-Produktionen mit, darunter in Filmen wie Frank Beyers „Eine alte Liebe“ (1958/59), „Das Zaubermännchen“ (1960), einer Rumpelstilzchen-Verfilmung, in der sie die Müllerstochter spielte, oder  „Die Toten bleiben jung“ (1968) nach einem Roman von Anna Seghers und „KLK an PTX - Die Rote Kapelle“ (1971) über die Geschichte der Widerstandsgruppe Schulze-Boysen/Harnack. Auch auf der Theaterbühne war sie erfolgreich.

Seit 1957 war sie mit dem DDR-Regisseur und späteren DEFA-Generaldirektor Hans-Dieter Mäde verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder, Tochter Anja und Sohn Michael, der vergangenes Jahr im Alter von 61 Jahren verstarb. Von der Bühne hatte sich Karin Lesch schon lange zurückgezogen.