Kleist-Förderpreis 2026 Frankfurt (Oder): Kaleb Erdmann über einen Ost-West-Konflikt

Kennt den deutschen Osten: Autor Kaleb Erdmann hat prägende Kindheitsjahre in Erfurt verbracht und schreibt nun über einen fiktiven ländlichen Ort
Jakob Kielgaß- Kaleb Erdmann erhält 2026 den Kleist-Förderpreis für sein Theaterstück „Debritz“.
- Das Stück thematisiert einen Ost-West-Konflikt in einem fiktiven ostdeutschen Ort.
- Uraufführung von „Debritz“ am 25. Juni im Badischen Theater in Karlsruhe.
- Preisverleihung während der Kleist-Festtage am 7. Oktober in Frankfurt (Oder).
- 174 Theatertexte wurden eingereicht; Altersgrenze für Teilnehmer wurde aufgehoben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Kaleb Erdmann ist der Träger des Kleist-Förderpreises 2026. Er bekommt den mit 10.000 Euro dotierten Preis für sein Stück „Debritz“ zugesprochen.
Das Bühnenstück handelt von einem Pärchen in dem fiktiven ostdeutschen Ort Debritz, das dort Schweine züchtet. Ein klassischer Ost-West-Konflikt entspinnt sich, als aufsteigende Salzsole das Grundwasser verschmutzt und den Schweinen das Leben schwer macht. Während manche eine Chance zur Entwicklung des Ortes wittern, fürchten die Schweinezüchter um ihre Existenz. Später nimmt das Stück surreale Züge an, zumal Erdmann einige Charaktere mit dem Suppennamen Soljanka und einen die Geschehnisse reflektierenden Salzgeist auftreten lässt.
Der 1991 im nordrhein-westfälischen Witten geborene Autor war mit seinem Roman „Die Ausweichschule“ (Ullstein, 2025) über den Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt bekannt geworden, den er im Jahr 2002 als Schüler miterlebte.
Kaleb Erdmann studierte Literarisches Schreiben in Leipzig
Kaleb Erdmann studierte zunächst Politikwissenschaften in München und Frankfurt am Main und danach Literarisches Schreiben in Leipzig. Heute arbeitet er unter anderem als Autor für verschiedene Fernsehformate.
Seine literarischen Anfänge als Spoken-Word-Poet hatte Erdmann in früher Jugend auf diversen Lesebühnen im deutschsprachigen Raum. „Debritz“ ist sein zweites abendfüllendes Theaterstück nach „Always Carrey On“, das im vergangenen Jahr am Berliner Ensemble Premiere feierte.
Bei der Verkündigung der Preisvergabe am Mittwoch in einer Online-Konferenz betonte Kaleb Erdmann, dass er sich ostdeutschen Orten und Befindlichkeiten sehr verbunden fühle, seit er dort prägende Kindheitsjahre verbracht hat. Insbesondere Thüringen, wo ein Teil seiner Verwandtschaft nach wie vor lebt, stehe ihm sehr nahe.
Brit Bartkowiak führt Regie am Badischen Theater
Die im Rahmen des Preises zugesicherte Uraufführung von „Debritz“ soll im Badischen Theater in Karlsruhe stattfinden, und zwar am 25. Juni. Regie führt Brit Bartkowiak. Danach soll die Produktion als Gastspiel auch nach Frankfurt (Oder) ans Kleist Forum kommen. Anlass dafür wird die offizielle Preisverleihung während der diesjährigen Kleist-Festtage am 7. Oktober sein. Für die Laudatio wurde die italienische Schriftstellerin Agnese Grieco eingeladen, die auch Teil der neunköpfigen Jury war.
Im Vorfeld der Preisvergabe hatten die auslobenden Institutionen – die Stadt Frankfurt (Oder), das Kleist Forum und die Dramaturgische Gesellschaft – die Alters-Obergrenze für die Kandidaten von einst 35 Jahren formal aufgehoben. Nach Angaben des Kleist Forums waren insgesamt 174 Theatertexte eingereicht worden; die Autoren waren demnach zwischen 17 und 89 Jahren alt.
Seit 1196 wird der Kleist-Förderpreis vergeben
Der Kleist-Förderpreis wird seit 1996 vergeben. Zuletzt gewann Miriam Unterthiner (2025) für ihr Stück „Blutbrot“ die begehrte Trophäe, die schon vielen Nachwuchstalenten den Weg in den Literatur- und Theaterbetrieb geöffnet hat. Weitere namhafte Preisträgerinnen sind Saha Marianna Salzmann (2012) und Anne Rabe (2008).
Informationen: www.kleistförderpreis.de


