Christian Scholz, Professor für BWL, Jahrgang 1952, hockte dagegen vermutlich stets bis spät in die Nacht an seinem Schreibtisch auf dem Campus der Uni in Saarbrücken. Babyboomer halt. Der Versuch, Generationen in Schubladen zu packen, ist nicht neu. Vielleicht gehören Sie ja zur "Generation Friedensbewegung"? Oder als Kriegskind zur "Vergessenen Generation"?
Auch dass es Konflikte zwischen Generationen gibt, ist nicht neu, auch wenn das heute medial  gerne aufgebrezelt wird – Stichwort: "Oma ist ne alte Umweltsau". Natürlich verpestet nicht jeder über 60 die Umwelt und nicht jeder junge Mensch ist arbeitsscheu. Die Einsortierung in Phasen oder Kohorten, ganz normales Geschäft von Sozialwissenschaftlern, ist ein Versuch, Phänomene in Begriffe zu packen und die Gegenwart so besser zu verstehen.
Verwechselt man solch eine Denkschublade nicht mit dem realen Leben, kann sie durchaus hilfreich für Betriebe, aber auch Schulen und Eltern sein. Um sich auf Veränderungen einzustellen, die uns alle betreffen könnten.
Junge Pfleger etwa sind laut Scholz‘ Buch "Generation Z" nicht mehr zu Überstunden bereit. Sie gehen einfach nach Hause. Und eine Verabredung mit der Freundin wird keinesfalls abgesagt, wenn es im Büro wieder länger dauert. Angepasste X-ler  (um die 50) mögen sich bei dieser Arbeitseinstellung die Augen reiben. Dafür haben die Jungen ein "automatisches betriebliches Gesundheitsmanagement." Das heißt: Anti-Stress-Kurse brauchen sie nicht.
Stoff für Generationen-Konflikte? Ach nein. Wenn Chefetagen  aus reiner Not beginnen, für Z-ler Pakete mit maßgeschneiderten Arbeitszeiten und fairen Löhnen zu schnüren, erreicht das nach und nach auch andere. "Ein bisschen Generation-Z-Wertesystem kann uns allen nicht schaden", hat es Scholz, der im Oktober gestorben ist, zusammengefasst. Na dann, einen Kaffee bitte!