Malerei
: Ausstellung zu Ehren von Sarah Haffner

Ihren 80. Geburtstag hat die Malerin Sarah Haffner nicht mehr erlebt - ihr zu Ehren zeigt die Galerie Poll eine kleine, feine Gedächtnisausstellung.
Von
Antje Scherer
Berlin
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Am Fenster: "Christopher Isherwood in Berlin 1930" (Ausschnitt) malte Sarah Haffner 2007.

© David Brandt/VG Bild-Kunst, 2020 / courtesy Galerie Poll, Berlin

Es ist ein melancholisches, auch zärtliches Bild Berlins, das sie uns zeigt; viele Blautöne, oft verblüffend einsam und still. Der Titel bezieht sich auf einen Roman von Christopher Isherwood, den Haffner nach eigener Aussage „siebenmal gelesen“ hat. Sie hat den Schriftsteller in einem Doppelbild porträtiert, wie er 1930 – da war er Ende 20 – allein am Fenster steht und nach unten blickt; auf dem Zwillingsbild sieht man von der Straße auf (s)ein einzelnes beleuchtetes Fenster. Eines von vielen Stadt- und Fensterbildern, das sie gemalt hat.

Geboren wurde Sarah Haffner, Tochter des Publizisten Sebastian Haffner, 1940 in Großbritannien und kam als Jugendliche nach West-Berlin. Sie studierte Malerei an der Hochschule für bildende Künste, Werke befinden sich unter anderem in der Berlinischen Galerie und im Jüdischen Museum. Neben ihrer künstlerischen Arbeit engagierte sie sich in der Frauenbewegung.

Die kleine, gleichwohl feine Ausstellung macht Lust, Haffner (wieder-) zu entdecken. Zum Geburtstag lesen Wegbegleiter aus Texten von ihr.

„Goodbye to Berlin“, bis 29.2., Di–Sa 12–18 Uhr und nach Vereinbarung; am 27.2., 19 Uhr, Lesung und Gespräch, Galerie Poll, Gipsstr. 3, Berlin-Mitte