Marsimotos letzte Tour
: Marteria schickt seinen rappenden Alien in den Ruhestand

Der Marsianer verlässt die Erde: Marsimoto geht auf „Letzte Tour“. Das große Finale feiert Marterias Alter Ego in Berlin – natürlich in einer Art UFO.
Von
Michael Heider
Berlin
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Marsimoto (alias Marteria alias Marten Laciny) tritt als Teil seiner Abschiedstournee auf dem Southside Festival auf. (zu dpa: «Als Marsimoto: Rapper Marteria geht mit Sohn auf Tour») +++ dpa-Bildfunk +++

Nimmt Abschied von der Erde mit einer „Letzten Tour“: Marsimoto (hinter dem der Rostocker Rapper Marteria steckt). Das finale Konzert findet am 14. Dezember 2024 im Velodrom in Berlin statt.

Philipp von Ditfurth/dpa
  • Marsimoto alias Marteria beendet seine Karriere mit einer "Letzten Tour".
  • Das finale Konzert findet am 14. Dezember 2024 im Velodrom Berlin statt.
  • Grund laut Marteria: Cannabis-Legalisierung macht Marsimoto überflüssig.
  • Die Tour startet am 19. November in Rostock und endet in Berlin.
  • Fans können sich auf eine ausgelassene Abschiedsfeier freuen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es heißt Abschied für Marteria. Nein, nicht der Rostocker Rapper, bürgerlich Marten Laciny, hört auf. Wohl aber schickt er sein Alter Ego Marsimoto in den Ruhestand. Oder besser zurück auf dessen Heimatplaneten. Bereits im April veröffentlichte der maskentragende, dauerbekiffte Marsianer sein letztes Album „Keine Intelligenz“. Am 19. November startet nun „Die Letzte Tour“ in, na klar, Rostock.

Danach gehen die grünen Lichter aus. Ein letztes Hurra vor dem endgültigen Abflug Marsimotos gibt es am 14. Dezember im Velodrom in Berlin. Ob das UFO-ähnliche Aussehen der Veranstaltungshalle nur Zufall ist? Das bleibt abzuwarten.

Grund für das Aus ist laut Marteria die Cannabis-Legalisierung

Warum der rappende Alien Abschied nimmt, ist nicht abschließend geklärt. Die Erklärung, die Marteria der Berliner Zeitung in einem Interview lieferte, muss man jedenfalls weniger ernst nehmen. Darin nannte er die in Deutschland umgesetzte Cannabis-Legalisierung als Beweggrund. Marsimoto brauche es dadurch nicht mehr, so der Rostocker Rapper. In anderen Worten: Der berufsbreite Außerirdische hat seinen Daseinszweck verloren.

Ob die Fans – Cannabis-Legalisierung hin oder her – das genauso sehen, darf bezweifelt werden. Sie feiern Marsimoto, seitdem er 2006 erstmals Fuß auf die Erde gesetzt hat. Vorbild für das Alter Ego war damals Quasimoto, ein Nebenprojekt des kalifornischen Hip-Hop-Produzenten Madlib.

Und nicht nur der Name Marsimoto ist Referenz, auch die künstlich einige Oktaven hochgepitchte Stimme ist es. Marteria, der sonst durch viel Bass in der Stimme auffällt, konnte sich dank des Effekts so auch in anderen Registern austoben.

Marsimoto stand für Kiffer-Glorifizierung und Gesellschaftskritik

Auf dem ersten Marsimoto-Album „Halloziehnation“ war dann auch schnell der inhaltliche Ton gesetzt, der sich irgendwo zwischen Kiffer-Glorifizierung und wortgewitzter Gesellschaftskritik bewegte. Eine gewinnbringende Mische, mit dem sich das absurde Gesamtkunstwerk schnell etablierte. Auch, weil Marsimoto sich bestens darauf verstand, den ansonsten stark Ego-belasteten Ernst, an dem der Deutschrap krankt, humorvoll zu brechen. Die Folge waren ausverkaufte Konzerte und sechs Studioalben.

Doch nun ist Schluss. Wer Marsimotos Konzerte kennt, weiß allerdings, dass der Abschied kein trauriger sein dürfte. Von der „Letzten Tour“ ist eine ausgelassene Party zu erwarten. Seinen finalen Abflug wird der rappende Alien wohl begleitet von dicken Rauchschwaden antreten.

Grund dafür ist aller Wahrscheinlichkeit nach aber weniger der tosende Start eines UFOs, sondern die Cannabis-Legalisierung. Das nennt man wohl Ironie.

Marsimoto – Die Letzte Tour

19.11.: Rostock, MOYA
20.11.: Kiel, Die Pumpe
22. + 23.11.: Amsterdam (NL), Melkweg
25.11.: Frankfurt am Main, Batschkapp
26.11.: Stuttgart, Im Wizemann Halle
27.11.: Zürich (CH), Komplex 457
29.11.: München, Tonhalle
30.11.: Prag (CZ), MeetFactory
01.12.: Wien (A), Arena
03.12.: Saarbrücken, Garage
04.12.: Münster, Skaters Palace
06.12.: Hamburg, Sporthalle
07.12.: Leipzig, Haus Auensee
08.12.: Hannover, Capitol
10.12.: Dortmund, Westfalenhalle
11.12.: Heidelberg, halle02
13.12.: Köln, Palladium
14.12.: Berlin, Velodrom

Tickets für die Tour gibt es hier.