Musik: Band Treptow sitzt in Tadschikistan fest

Philipp Taubert (r) und Lukas Lindner (l) mit Musiker Alexander Langner.
TreptowBesonders in den ersten Tagen sei die unklare Lage frustrierend gewesen: Gibt es einen Flug zurück nach Deutschland oder doch nicht? Die Berliner sind mittlerweile bei einer Mitarbeiterin der deutschen Botschaft untergekommen. Zuvor gaben sie vier Konzerte in Usbekistan und hatten einen Auftritt in Tadschikistan. „Wir können hier nicht mit einem Rückholflug rechnen“, sagt Taubert. Vielleicht biete eine tadschikische Airline in den nächsten 10 bis 21 Tagen einen Flug an, um festsitzende Deutsche und Europäer auszufliegen.
Bislang noch kein Corona–Fall
Als die Musiker vor vier Wochen aufbrachen, gab es in der Hauptstadt noch keine Ausgangsbeschränkungen. Während in Deutschland mehr als 40 000 Menschen mit dem hochansteckenden Virus infiziert sind, haben die Behörden in Tadschikistan nach eigenen Angaben noch keinen einzigen Fall registriert. Das hängt auch mit fehlenden Tests zusammen. Dort müssen alle, die in das Land einreisen, zwei Wochen lang in Quarantäne. Das habe bislang rund 5000 Menschen betroffen.
Die Rockband aus Berlin–Treptow, die ihre „kantige Gitarrenmusik in die weite Welt hinaus exportiert“, versucht das Beste aus der Situation zu machen. „Wir haben uns ein Schlagzeug organisiert“, berichtet Lindner. „Es gefällt uns hier ganz gut. Wir können uns hier frei bewegen.“ Ihre Reisepässe lassen die Musiker vorsichtshalber in der Wohnung, falls die Polizei sie erwischt – in der Hoffnung, dass die deutschen Diplomaten die Umstände erklären.