Nachruf: Trauer um Sänger Ralf „Bummi“ Bursy (1956 - 2022)

Ralf „Bummi“ Bursy (1956–2022), hier auf dem Cover des Best-of-Albums „Eh die Liebe stirbt“ von 1998
Sony/BMGMit Songs wie „Eh die Liebe stirbt“, „Feuer im Eis“, „Wenn ich dich nicht halten kann“, „Warten in der Dunkelheit“ und „Lebensroulette“ hatte Ralf „Bummi“ Bursy in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre eine Reihe von Hits in der DDR, die zum Teil auch im Westradio liefen. Am Montag ist der einst populäre ostdeutsche Rock- und Popsänger im Alter von 66 Jahren in Berlin gestorben. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigte die Frau des Musikers, Regina Bursy, am Mittwoch seinen Tod. Laut „Bild“ sei ihr Mann „schwer krank gewesen“, ohne näher ins Detail zu gehen, und schließlich „friedlich zu Hause eingeschlafen“. Bursy hinterlässt neben seiner Frau auch zwei Kinder.
„Du machst mich verliebt“ war sein erster Hit
Seine Leidenschaft zur Musik entdeckte der gebürtige Berliner, der eine Lehre als Maschinen- und Anlagenmonteur und später ein Fernstudium an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ absolvierte, bereits in seiner Jugend, als er die Songs von Bands wie Uriah Heep und Deep Purple zu seinem Repertoire zählte. In den späten 1970er-Jahren war Bursy Sänger der Hardrockgruppe Regenbogen, die aus einer Schülerband hervorgegangen war mit der er 1979 seinen ersten Hit landete: „Du machst mich verliebt“. Im selben Jahr ging er für zwei Jahre zur Rockband Keks, ehe er 1981 zu den bereits etablierten Hardrockern von Prinzip wechselte.
1987 und 1989 erschienen zwei Alben bei Amiga
1986 startete Bursy dann seine kurze, aber überaus erfolgreiche Solokarriere, musikalisch begleitet unter anderem von Conny Bauer (Posaune), Ferry Grott (Trompete), Reinhard Petereit (Gitarre) und der Pop-Jazz-Band Flair. Beim DDR-Musiklabel Amiga erschienen die beiden Alben „Wind im Gesicht“ (1987) und „Irgendwo“ (1989). Alleine seine Debütplatte verkaufte sich mehr als 100.000 Mal. 1992 folgte noch das Album „Schick mich auf die Reise“, 1998 bei BMG eine Best-of-Zusammenstellung seiner bekanntesten Titel.
Nach dem Mauerfall wurde es zunehmend stiller um Bursy. Er zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Er arbeitete nur noch als Musikproduzent und hatte ein kleines Studio in seinem Haus in Berlin-Köpenick. Er nahm zusammen mit Popsängerin Nena ein Kinderalbum auf, schrieb einen Song für deren Album „Bingo Girl“ (1992) und war auch Produzent für Sängerin Veronika Fischer und den in den USA geborenen, seit den 1980er-Jahren in Deutschland lebenden Rapper P. M. Sampson. Nebenbei betrieb Bursy mehrere Bekleidungsgeschäfte in Berlin. Auch als Fotograf und Videoproduzent war er tätig.