Als vor fast genau 50 Jahren, im September 1970, das Album „Paranoid“ von Black Sabbath erschien, war das für viele der Beginn eines neuen Musik-Genres: Heavy Metal. Nach ihrem Debut-Werk kehrten Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward dem Blues den Rücken. Ihre Art zu sagen, was in der Welt schief läuft, waren stampfende Rhythmen, klirrende Soli und laut-kreischender Gesang. Wut in Noten und Akkorden. Der Legende nach wurden die Tracks in nur sechs Tagen unter Live-Bedingungen im Studio eingespielt. Der titelgebende Song soll in gar nur 20 Minuten nach einer Idee von Tony Iommi entstanden sein.

Der Beginn des Heavy Metals

Fakt ist, das zweite Studio-Album der Mannen aus Birmingham wurde rundum ein Erfolg. Platz Eins in den Charts, millionenfache Verkäufe und drei erfolgreiche Single-Auskopplungen, neben „Paranoid“ auch „Iron Man“ und „War Pigs“. Viel wichtiger jedoch für die Bandhistorie, dass diese Langrille bis in die Neuzeit hinein Musiker in ihrem Schaffen inspirierte.

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Kein Wunder, dass man mit dem runden Geburtstag der Produktion sich und das Album feiert. Dafür wurde eine Super-Deluxe-Vinyl-Edition aufgelegt. Drei Kilo Ozzy & Co. Hier gibt’s nicht einfach alten Wein in neuen Schläuchen, sondern echten Mehrwert für die Fans. Natürlich das Original-Werk. Ob es einem echten Re-Mastering unterzogen wurde, ist nicht bekannt. Die Tracks zumindest kommen frisch und druckvoll aus den Boxen. Die Bühne ist breit, die Dynamik groß. Da kann der 1974er-Quad-Mix nicht ganz mithalten. Einst von einem Achtspur-Gerät auf Platte übertragen, ist er nun, wie alle anderen Aufnahmen auch, auf schwerem 180-Gramm-Vinyl erhältlich. Und da doppeltes Stereo heutzutage keine Rolle mehr spielt, wurde die aktuelle Ausgabe auf Zweikanal runtergemixt.

LP-Premiere für Live-Konzerte

Echte LP-Premieren feiert Black Sabbath dann auf Scheibe drei bis fünf. Denn dort sind zwei Konzerte erstmals auf Schallplatte veröffentlicht worden. Sowohl Montreux wie auch Brüssel fanden kurz vor Veröffentlichung von „Paranoid“ statt. Der Sound ist originär, wuchtig und typisch 70ies live. Eine echte Erfahrung, inklusive Rückkopplungen und Grundrauschen.
Wer sich im Vergleich alle vorhandenen Versionen des Tracks „Paranoid“ mal anhört, kann auch dessen Entwicklung gut nachvollziehen. So bestimmt in Brüssel ganz klar das Schlagzeug den typischen Rhythmus, später im Studio dann der Bass. Eine rockende Zeitreise.

Black Sabbath: Paranoid Super Deluxe


BMG