Das zweite Album ist meist das schwerste. Das gilt auch für den Longplayer, der nach einem besonders erfolgreichen erscheint. So legte „Songs From The Big Chair“ die Messlatte für Tears for Tears auf geradezu astronomische Höhen. Um so mehr, als dass Mastermind Roland Orzabal als fanatischer Arbeiter galt, der nichts dem Zufall überließ.
Kein Wunder also, dass letzten Endes er und Band-Kollege Curt Smith auch die Produktion übernahmen. Vier Jahre Einspielzeit und Kosten von mehr als einer Million Dollar gehören mit zur Legende von „The Seeds Of Love“.

Oleta Adams an der Seite von Roland Orzabal

Mehr als 30 Jahre nach Erstveröffentlichung ist das Werk nun wieder erschienen. Und schon der erste Druchlauf des schweren Vinyls bestätigt, dass seinerzeit die Entscheidung richtig war, mit Akribie an jedem Song zu feilen.

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Denn wer nicht in den Credits nach dem Erscheinungsjahr sucht, dürfte echte Schwierigkeiten haben, die acht Tracks der richtigen Dekade zuzuordnen. Zeitlose Pophymnen mit Hang zu großen Melodien verspielten Backgrounds. Dazu teils engelsgleiche Gesänge, die auch Oleta Adams beisteuerte. Vor allem die A-Seite bietet mit „Woman In Chains“, Sowing The Seeds Of Love“ und „Advice For The Young At Heart“ echte Klassiker, die seit drei Jahrzehnten zu hören sind.
Die neue Pressung erfreut und überzeugt mit reichlich Details auf der einen und ordentlich Dynamik auf der anderen Seite. Und trotz des für damalige Verhältnisse schon reichlichen Einsatzes von Elektronik, bleibt der warme analoge Klang erhalten.

Tears for Fears: The Seeds Of Love


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