Pankow in Neuruppin: Wie die Band sich von der Bühne verabschiedet

Bis zuletzt: Die Band Pankow rund um André Herzberg verabschiedet sich von der Bühne - u.a. mit einem Konzert im Kulturhaus Neuruppin
Eckhard Handke- Die Band Pankow beendet mit der „Bis Zuletzt“-Tour ihre Karriere – letzter Stopp: Neuruppin.
- Nur drei weitere Konzerte in Leipzig, Berlin und Dresden, dann löst sich die Band endgültig auf.
- Im Kulturhaus Neuruppin gab es Hits wie „Aufruhr in den Augen“ und emotionale Abschiedsmomente.
- Frontmann André Herzberg dankte Band und Fans mit dem Song „Bis zuletzt“, speziell für die Tour geschrieben.
- Die Songs der 1980er bleiben zeitlos – die Fans feiern die Band für ihre Energie und ihren Optimismus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Manchmal haben Verschiebungen doch auch ihr Gutes. Weil Pankow ihr Konzert im Februar krankheitsbedingt absagen mussten, kommt Neuruppin nun zu der Ehre eines der allerletzten Auftritte der legendären Band. Nur noch dreimal - in Leipzig, Berlin und Dresden - werden sie in den kommenden Tagen auf der Bühne stehen, dann ist die „Bis Zuletzt“-Tournee vorüber und die Truppe rund um André Herzberg verabschiedet sich und löst sich auf - für immer, wie sie sagen.
So war im vollbesetzten Kulturhaus Neuruppin auch ein gehöriger Schuss Melancholie dabei, als Pankow noch einmal die ganz großen Hits ihrer Karriere spielten. Nicht nur „Aufruhr in den Augen“, sondern auch Tränen in den Augen gab es auf der Bühne und im Publikum, und „Danke“ und „Macht's jut“ schallt es aus der Menge, und auch ein hoffnungsvolles „Bis nächstes Jahr".
„Bis zuletzt“ ist das erste und das letzte Lied des Abends
André Herzberg selbst hat einen gehörigen Kloß im Hals, möchte viel sagen und kann doch nicht - und moderiert deshalb zum Abschied noch einmal das Lied „Bis zuletzt“ an, das das Konzert auch eröffnet hatte: „Das ist das, was noch zu sagen ist“. Und gesagt wird in dem schönen Song, der extra für die letzte Tournee geschrieben wurde, alles: der Dank an seine Band-Kollegen, Gitarrist Jürgen Ehle, Schlagzeuger Stefan Dohanetz, Keyboarder Kulle Dziuk und André Drechsler am Bass.: „Wir haben gelacht und uns gestritten, war´n getrennt und mal vereint“. Und der Dank an das Publikum: „Ich kenn den Ort, wo ich jetzt bin / Und wenn ich mich jetzt umschau´ / Bin ich mittendrin /Wegen euch da bin ich hier“.
Und wegen ihnen sind sie alle hier: Die Fans, die sich an ihre Jugendzeit erinnert fühlen, bei „Er will anders sein“, „Langeweile“ oder „Gib mir'n Zeichen“. Lieder, die damals in den 1980ern entstanden seien, als viele meinten, es wäre besser zu gehen, meint André Herzberg im Rückblick - „und wir dachten: Aber einer muss doch auch hierbleiben“ - worauf es „Danke!“ aus dem Publikum schallt. Aber auch „Am Rande vom Wahnsinn“, „Neuer Tag in Pankow“, oder „Ich mach ne Liste“ aus der Zeit nach 1989 sind dabei.
Und wenn es in „Wieder auf der Straße“ heißt: „Wieder ein Kulturhaus, / wieder keine Weltstadt. / Auf dem Plakat steht darauf / keine Stars. / Doch fünf nach sieben geht im Saal das Licht aus. / Und das Kribbeln im Bauch heißt / jetzt geht `s los.“, dann ist das das Lied des Abends. An diesem Donnerstag ist das Kulturhaus in Neuruppin Weltstadt genug. Und ein Kribbeln im Bauch haben sie alle.
Die Band hat von ihrer Energie nichts eingebüßt, liefert auf der Bühne so zuverlässig wie eh und je. André Herzberg turnt wie ein Derwisch über die Bühne, rudert mit den Armen, als wolle er fliegen wie Gabi, animiert das Publikum zu Respons-Gesängen - als ob hier jemand Animation braucht - und freut sich an den Fans in der ersten Reihe, die zum „Lied von der See'nsucht“ zuverlässig alle Fische, Muscheln, Libellen und Ringelnattern als Pappfiguren hochhalten.
Die Songs sind nicht gealtert - und der Optimismus auch nicht
Dass diese Band vielen in ihren Sehnsüchten und ihrem Freiheitsdrang aus dem Herzen gesprochen hat, damals in den 1980ern, man versteht es noch heute - die Texte sind nicht gealtert, der rotzfreche Ton nicht, und auch nicht die coole Selbstverständlichkeit, in der sich bei „Inge Pawelczik“ Mann und Frau zur Liebe treffen, für eine wilde Nacht im dunklen Hinterhaus.
Und auch wenn Gitarrist Jürgen Ehle, wie er selbst sagt, selbst immer nur Lieder über gescheiterte Beziehungen singt, wie „Du kriegst mich nicht“ von 1988, ist da doch in vielen Texten immer ein neuer Tag und ein neuer Optimismus und ein Neuanfang, nicht nur, wenn André Herzberg singt: „Steh auf, geh raus / Es gibt keine besseren Zeiten“

Abschied: Nach dem Konzert in Neuruppin folgen noch drei weitere in Leipzig, Berlin und Dresden - dann ist Pankow Geschichte.
Eckhard HandkeSo ganz nimmt man es ihnen dann doch nicht ab, dass sie fein sind mit dem selbstgewählten Ende und der Auflösung der Band, so wie sie es zuletzt immer wieder in Interviews betont haben. Doch wie heißt es in „Bis zuletzt“: „Neuer Tag heißt neues Spiel / Neue Chance auf neues Leben / Neue Rolle, neues Ziel“. Man wird von André Herzberg und seinen Kollegen bestimmt weiter noch das eine oder andere hören.

