Paul Simon live in Berlin
: So meistert der Sänger seinen Hörverlust beim Konzert

Paul Simon tritt mit 84 Jahren nochmal in Berlin auf. Bei seinen beiden Konzerten in der Uber Eats Music Hall dürfte ihm aber ein Hörverlust zu schaffen machen.
Von
Simon Rayß
Berlin
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Paul Simon (hier im März 2026 bei einem Konzert in New York City) kommt für zwei Auftritte in die Uber Eats Music Hall nach Berlin.

Paul Simon (hier im März 2026 bei einem Konzert in New York City) kommt für zwei Auftritte in die Uber Eats Music Hall nach Berlin.

Evan Agostini/dpa/Invision
  • Paul Simon tritt mit 84 am 15./16. April in der Uber Eats Music Hall Berlin auf.
  • Er hat links nur noch etwa sechs Prozent Hörvermögen; Bühne wird angepasst.
  • Set: „Seven Psalms“ (2023) komplett, danach Greatest Hits inkl. S&G-Klassikern.
  • Einige Songs entfallen, z. B. „You Can Call Me Al“, wegen Hörverlust.
  • Beide Shows sind ausverkauft; Resale-Tickets ab ca. 170 Euro bei ticketmaster.de.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eigentlich sollte es das letzte Mal gewesen sein: Schon 2018 befand sich Paul Simon auf Abschiedstour. Zum Leidwesen seiner hiesigen Fans ließ er Deutschland damals links liegen. Doch wie so oft im Pop-Geschäft sind letzte Male dann doch keine allerletzten Male. So will es der vielleicht kleinste unter den Musikriesen (Körpergröße: 1,60) nun nochmal wissen. Eine weitere gute Nachricht gleich hinterher: Diesmal kommt der 84-Jährige auch nach Deutschland.

Am 15. und 16. April spielt er in der Uber Eats Music Hall in Berlin. Das ist wohlgemerkt nicht die große Arena, sondern die überschaubare Halle gleich nebenan. Diese Bescheidenheit hat einen Grund: Vor drei Jahren teilte Simon mit, dass er auf seinem linken Ohr fast nichts mehr höre. Von sechs Prozent Hörvermögen war da die Rede – für einen Musiker natürlich eine Katastrophe. Für einen Perfektionisten wie ihn erst recht.

Mit diesem Trick hört Paul Simon seine Musik auf der Bühne

Mittlerweile hat er sich mit der Einschränkung arrangiert. Er lässt live die Lautsprecher um ihn herum in einer bestimmten Anordnung einrichten, damit er von der eigenen Musik auf der Bühne ausreichend hören kann. Außerdem hat er den Songs seiner 70(!)-jährigen Karriere ein reduziertes Klangkleid verpasst – wobei die Welthits wie „Sound of Silence“, „Mrs. Robinson“ und „The Boxer“, die er in den 60er-Jahren geschrieben und mit Art Garfunkel eingesungen hat, ja eh größtenteils akustisch instrumentiert sind.

Somit schließt sich auf der „A Quiet Celebration“-Tour der Kreis eines Musikerlebens. Er wird auch bei den Auftritten in Berlin zunächst sein aktuelles, überaus zartes Album „Seven Psalms“ (2023) komplett spielen. Das ist weniger schlimm, als es sich liest, schließlich nehmen die sieben Songs nur eine gute halbe Stunde in Anspruch.

Dahinter setzt Simon ein Greatest-Hits-Set mit einer Handvoll Simon-&-Garfunkel-Erfolgen, vor allem aber mit den Stücken seiner tollen, Stilgrenzen sprengenden Solo-Alben. Von „Me And Julio Down By The Schoolyard“ über „50 Ways To Leave Your Lover“ bis hin zu den Songs seiner Bestseller-Platte „Graceland“ (1986) und auch darüber hinaus: Der Maestro bringt sie alle auf die Bühne. Alle? Nicht ganz.

Nicht alle Songs kann Paul Simon in Berlin noch spielen

Aufgrund seines Hörverlusts kann er einige Stücke nicht mehr spielen. Prominentestes Beispiel: das eigentlich unkaputtbare „You Can Call Me Al“. Insofern war die erste Abschiedstour vor acht Jahren dann doch sowas wie der Beginn eines Abschieds auf Raten.

Die beiden Berlin-Konzerte sind ausverkauft. Doch wie immer ist es eine Frage des Geldbeutels, doch noch an Tickets zu kommen. Auf der offiziellen Plattform ticketmaster.de werden Karten im „Resale“, also im Weiterverkauf, gehandelt. Der Preis geht aktuell bei rund 170 Euro los.