Queens of the Stone Age: Konzert in Berlin abgesagt – das ist der traurige Grund

Josh Homme, Frontmann der Band Queens of the Stone Age, 2017 beim KROQ Almost Acoustic Christmas Festival in Inglewood, USA. Nun musste der Sänger wegen einer Not-OP seine Tournee abbrechen.
Daniel Deslover/ZUMA Wire/dpaSchocknachricht für alle Fans: Die US-Rockband Queens of the Stone Age (QOTSA) wird kommende Woche nicht in Berlin auftreten. „Josh Homme muss für eine Notoperation sofort in die Vereinigten Staaten zurückkehren“, teilte die Band am Dienstag (Ortszeit) auf Instagram mit. Josh Homme (51) ist der Frontsänger der Gruppe. Weshalb er ins Krankenhaus muss, schrieb die Band nicht. Nur soviel: „Es wurde alles getan, um durchzuhalten und für euch zu spielen, aber es ist nicht mehr möglich, weiterzumachen.“
Auf ihrer Tournee „The End Is Nero“ war am Mittwoch (10. Juli) ein Konzert beim Jardin Sonore Festival in Vitrolles/Frankreich geplant, danach sollte es in weitere europäische Länder gehen. Kommenden Dienstag (16. Juli) wollten die Rocker in der Zitadelle Spandau auftreten - daraus wird vorerst nichts. „Wir entschuldigen uns für alle Unannehmlichkeiten und teilen Eure Frustration und Enttäuschung“, hieß es auf Instagram. Kartenbesitzer können ihre Tickets über die jeweilige Ticketagentur rückerstattet bekommen.
Alle drei geplanten Deutschlandkonzerte der laufenden QOTSA-Tour waren nach Angaben des Promoters Trinity ausverkauft. Auch Konzerte in Ostrava (Tschechien), Wien (Österreich), Cluj (Rumänien), zweimal in Zagreb (Kroatien) sowie in Athen (Griechenland) fallen in diesem Juli aus. Bei einigen dieser Abende handelt es sich um Headliner-Auftritte für die Queens of the Stone Age, andere sind Festivals mit mehreren Interpreten. Darüber, ob und wann es Nachholtermine für die abgesagten europäischen Auftritte geben soll, hat das Band-Management bislang noch nichts mitgeteilt. Nach jetzigen Planungen wird das nächste Konzert von QOTSA am 8. August im schwedischen Göteborg stattfinden.
Kürzlich mussten erst die Grunge-Rock-Veteranen Pearl Jam zwei Konzerte in der Berliner Waldbühne absagen.
Einflussreiche Band, gut vernetzter Frontmann
Josh Homme (51) ist nicht nur Frontmann der 1996 gegründeten Queens of the Stone Age aus dem US-Bundesstaat Washington. Mit dem Bassisten John Paul Jones (Ex-Led Zeppelin) und dem Schlagzeuger Dave Grohl (Foo Fighters, Ex-Nirvana) hat er auch das Hardrock-Trio Them Crooked Vultures gegründet. Bei den 1998 gegründeten Eagles of Death Metal spielte er viele Jahre das Schlagzeug. Zu Beginn seiner Karriere war Homme Mitglied der Band Kyuss. Diese galten in den 90er-Jahren als Mitbegründer des Genres Stoner-Rock, bei dem Stilelemente aus Doom-Metal, Blues-Rock, Punk und Garage-Rock im Vordergrund stehen.
Josh Homme ist das einzige Mitglied der Queens of the Stone Age, das seit Gründung der Band permanent dabei war. Als Schlagzeuger der Eagles of Death Metal wiederum war Josh Homme mit auf der Bühne, als am 13. November 2015 islamistische Attentäter den Pariser Club Bataclan stürmten und 130 Menschen töteten. Homme hat sich später in Interviews und Dokumentationen ausführlich zu diesem Vorfall geäußert. Die Eagles of Death Metal sind vor wie auch nach dem Terroranschlag wiederholt für ihre pro-israelische Haltung angefeindet worden.
In den vergangenen Jahren hat Josh Homme sich jedoch auf seine Arbeit mit den Queens of the Stone Age fokussiert. Auf dem gemeinsam mit dem Star-Produzenten Mark Ronson aufgenommenen Album „Villains“ (2017) flirteten QOTSA mit poppigen Klängen. Im Jahr 2023 hatten die Queens of the Stone Age ihr achtes Studioalbum „In Times New Roman ...“ veröffentlicht. Nicht nur mit dem Albumtitel und dem Tour-Motto „The End is Nero“ bezieht die Band sich auf das römische Reich. Auch ein im vergangenen Jahr veröffentlichtes Promo-Video mit dem Titel „Glory To Rome!“ zeigt ein üppiges Bacchanal und veranschaulicht, von Streicherklängen unterlegt, eine dekadente Gesellschaft in Endzeitstimmung.


