Robbie Williams in Berlin 2025: Der König lädt zum Konzert in die Waldbühne

Ist er der „King of Entertainment“? Am 22. Juli 2025 trat der britische Sänger Robbie Williams (hier bei einem Konzert in Zürich) in der Berliner Waldbühne auf.
Michael Buholzer/dpa/KEYSTONE- Robbie Williams rockte die Berliner Waldbühne am 22. Juli 2025 vor 20.000 Fans.
- Hits der 90er/2000er wie „Let Me Entertain You“ und „Angels“ standen im Fokus.
- Trotz Regens sorgten Nostalgie, Energie und Charisma für begeisterte Stimmung.
- Einlagen wie KI-Dialoge mit „Teenage-Robbie“ und Sinatra-Hommagen lockerten das Konzert auf.
- Williams überzeugte als „King of Entertainment“ mit Show, Humor und starker Live-Band.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Diese Rakete zündet sofort! Wie eine Mischung aus Austronaut und Elvis kommt Robbie Williams zu „Rocket“ auf die Waldbühne. Er swaggert, singt und schießt die 20.000 Fans in Berlin ohne Umwege in die Stimmungs-Stratosphäre. Dort angekommen hämmert auch schon das staccato-süchtige Intro zu „Let Me Entertain You“ auf den Pianotasten. Zündstufe 2 sozusagen. Robbie greift zum Mikro – und nimmt seinen rechtmäßigen Platz im Pop-Pantheon ein.
Immerhin sind Legenden wie David Bowie, John Lennon und Elvis Presley (mit etwas Hilfe von KI) im Konzert-Intro voll des Lobes. Hybris? Kann man so sehen. Robbie Williams, der inzwischen in quietschrotem Tanktop und Jogginghose vor dem Publikum steht, macht aus seinen Ambitionen jedenfalls keinen Hehl: Michael Jackson mag der King of Pop sein, sagt er. „Dann bin ich eben der King of Entertainment! Und ihr müsst noch nicht mal in meinem Haus übernachten.“
Ganz trocken bleibt auch das zweite Konzert von Robbie nicht
Da ist es, diese freche Großmaul, das mit reichlich Augenzwinkern nahezu jede und jeden betört. Endlich! Tags zuvor war ein Unwetter über Berlin gezogen. Das für Montag geplante Konzert musste auf Mittwoch verschoben werden. Der zweite Showtag wurde so zum ersten. Ganz trocken blieb auch er nicht. Kurz bevor es losgehen sollte, entlud sich eine kleine Gewitterzelle über der Waldbühne. Der Support Lottery Winner konnte zwar wie geplant starten und seinen locker-leichten Poprock ohne Regenbegleitung spielen. Just als Robbie sich blicken ließ, nieselte es aber erneut.
Doch die meisten Konzertbesucherinnen und -besucher sind vorbereitet. Sie bilden ein Meer bunter Regenponchos. Zum Glück sind die Überzüge ab dem dritten Song des Abends, ausgerechnet „Monsoon“, nicht mehr nötig. Bühne frei also für die Naturgewalt namens Robbie Williams. Statt tiefliegenden Regenwolken gibt es nur noch hochschießende Endorphin-Spiegel.
Denn der Britpopper lässt auf sein Großmaul Taten folgen. Mit Songs wie „Rock DJ“, „The Road to Mandalay“, „Supreme“ oder „Come Undone“ liefert er handfeste Argumente für den Status als King of Entertainment. Der Fokus in Berlin liegt klar auf seinen Hits aus den 90ern und 2000ern. Er performt fast ausschließlich Material seiner ersten drei Erfolgsalben. Spätere Langspieler, etwa das im Dance-Genre wildernde „Rudebox“, werden teilweise komplett übergangen.
Robbie Williams bietet Nostalgie, Energie und Emotion
Man verzeiht Robbie Williams diese Unwucht gerne. Die frühen Nummern glänzen derart, dass es unverzeihlich wäre, auch nur eine davon auszulassen. Die Berlinerinnen und Berliner jedenfalls sind auf seiner Seite. Sie genießen den Mix aus Nostalgie, Energie und Emotion in vollen Zügen. Der Wechsel zwischen stürmischen Nummern, gefühlvollen Balladen und Songs wie „Strong“, die irgendwo dazwischen liegen, Williams vollzieht ihn souverän.
Stimmlich kann sich der 51-Jährige dabei noch immer auf seine prollig-kratzende Stimme verlassen, in die sich der entwaffnend sympathische Midlands-Dialekt mischt. Die Kombination hob den in Stoke-on-Trent geborenen Sänger bereits zu Take That-Zeiten wohltuend von der Boygroup-Generik ab.
Doch das dargebotene Entertainment-Konzept umfasst mehr als Musik. Zwischen den Songs blüht Williams freches Charisma erst richtig auf. Immer wieder scherzt er mit dem Publikum. Er bringt eine Gruppe Frauen, die allesamt in rosa Regenponchos erst nach einigen Songs ihre Plätze einnehmen, auf den aktuellen Stand und stellt die berechtigte Frage: „Warum seid ihr zu spät?“
„Teenage-Robbie“ oder „der Grund, weshalb ich in Therapie bin“
Dass sich der Sänger selbst nicht ganz so ernst nimmt, unterstreicht ein Gespräch mit seinem jungen Ich, das (erneut dank KI) auf den Screens der Waldbühne eingeblendet wird. Es kann kaum glauben, dass der alte Robbie noch immer Arenen füllt. Ob das Publikum nur noch aus alten Säcken und Omas bestünde, fragt der Jüngere sich. Nun, ganz so schlimm ist es in Berlin nicht. Zum Abschied bezeichnet Williams „Teenage-Robbie“ trotzdem als „den Grund, weshalb ich immer noch in Therapie bin.“
Die Liste an Einlagen ließe sich beliebig fortsetzen. Auch weil sich der Sänger von seiner menschlichen Seite zeigt. Er erzählt von seinen kranken Eltern, lässt Fotos seiner Kinder einblenden. Fast ist es zu viel des Guten. Doch das Publikum in der Waldbühne ist begeistert. Und die Begeisterung beruht auf Gegenseitigkeit: „Ick liebe euck, Motherfuckers!“, ruft er den Rängen entgegen.
Im pinken Anzug verneigt sich Robbie Williams vor Sinatra
Immer wieder füllt die ausgezeichnete Live-Band des Popstars die Lücken zwischen Songs und Einlagen mit Evergreens anderer Künstler. „All My Live“ der Foo Fighters ist darunter, „Song 2“ von Blur oder Bon Jovis „Living on a Prayer“ – mit ihnen heizt Robbie Williams die Massen weiter an und lädt sie zum Mitsingen ein. Seine im pinken Anzug mit Inbrunst vorgetragenen Interpretationen von „New York, New York“ und „My Way“ sind gar eine Verneigung vor den großen Croonern von einst, Vorbildern wie Frank Sinatra. Irgendwo muss der Hang zum Entertainment ja seine Wurzeln haben.
So groß die Fußstapfen auch sein mögen, der Brite füllt sie mit Bravour. Die Gleichung aus Hits der Glanzzeit, Showeinlagen und enormer Energie geht voll auf. Auch weil dieser Ausnahme-Performer eine aufrichtige Lust am Unterhalten an den Tag legt. Wie steht es nun also um den Titel „King of Entertainment“? Nachdem Robbie Williams seinen Auftritt in der Berliner Waldbühne mit dem unvermeidlichen Finale „Angels“ enden lässt, kann es nur heißen: Kniet nieder!


