Treibende Kräfte seit der Gründung im Jahr 1999 waren Gustaf Norén und Björn Dixgard, die sich auch beim Gesang abwechselten.
Mit unermüdlichen Konzertreisen durch kleine Klubs erspielten sie sich in ihrer schwedischen Heimat zunächst einen Ruf als gute Live-Band. Ein Geheimtipp. Doch der Durchbruch kam schnell. Insgesamt neun Alben haben die Schweden seit ihrem Debüt "Bring ’Em In" aus dem Jahr 2002 veröffentlicht. Am bekanntesten ist wohl immer noch ihr Song "Dance With Somebody", mit dem sie 2008 einen weltweiten Hit hatten. Diese Single steht stellvertretend für den Stil, mit dem sie groß wurden: Eingängiger Indie-Rock mit Disco-Elementen. Etwas für die Tanzfläche; cool und elegant, dabei aber doch dezent kratzbürstig.
Nicht jeder mag das. Für ihr stylishes, selbstbewusstes Auftreten werden Mando Diao seit jeher auch kritisiert. Denn die Bandmitglieder flankierten ihr Auftreten selbst mit größenwahnsinnigen Kommentaren, auch wird ihnen vorgeworfen, die Rockerposen eher vor dem Spiegel einstudiert zu haben als sie wirklich zu fühlen.
Auf dem Album "Aelita" von 2014 – so benannt nach einem alten Synthesizer aus sowjetischer Produktion – spielen sie mit Dsico-, Soul- und Synth-Pop-Einflüssen. Das war eine deutliche Abkehr vom ungehobelten Garagen-Rock, den sie auf früheren Alben zumindest ins Schaufenster gestellt haben, wenngleich die Alben in Wirklichkeit hochprofessionell produziert und klug durchkalkuliert waren.
Klanglich noch einmal neu aufgestellt haben Mando Diao sich seit dem Weggang von Gustaf Norén im Jahr 2015. Mit dem neuen Gitarristen Jens Siverstedt wurden die Elektro- und Synth-Pop-Einflüsse wieder zunehmend zurückgeschraubt. Ihre jüngsten Alben "Good Times" (2017) und vor allem "Bang" (2019) knüpfen wieder an das rockige Klangideal ihrer frühen Tage an, vor allem letzteres.
Sonntag (1.12.), 20 Uhr, Columbiahalle, Berlin-Tempelhof, Tickets: www.eventim.de, Tel. 030 61101313