Berliner Waldbühne, Residenzschloss Ludwigsburg – und Müllrose: Betriebshof der Oderland-Mühlenwerke. Diese Orte stehen im Tourkalender von Sarah Connor.
Das Konzert in dem 5000-Seelen-Städtchen im Schlaubetal am Freitag (13. Mai) ist eines der ersten für den Popstar nach langer Pause. Ende März startete die erst wegen der Pandemie abgebrochene und dann verschobene Tournee „Herz Kraft Werke“ neu mit einem Konzert in Kiel, jetzt mit dem Zusatz „Endlich wieder bei Euch“.
Das Konzert in Müllrose – Auftakt der SOMMER TOUR 2022 mit zahlreichen Open-Air-Konzerten – ist längst ausverkauft. Kein Wunder, schließlich war auch dieser Termin wegen Corona bereits zweimal verschoben worden und die meisten Fans behielten ihre Tickets. Die wenigen Restkarten waren fix vergriffen.
Ganz still war es in den vergangenen zwei Jahren nicht um die Sängerin (41) – zuletzt hatte sie sich im März an dem Festival „Sound of Peace“ in Berlin beteiligt, neben Kollegen wie Peter Maffay, The BossHoss und Silbermond, um für ein Ende des Krieges gegen die Ukraine zu werben. Vor dem Brandenburger Tor kamen 12,5 Millionen Euro Spenden zusammen.
Sarah Connor und Fury in the Slaughterhouse Hunde sollen bei Konzertbesuchern Corona-Infektionen riechen

Hannover

Aber sonst waren die vergangenen Monate aus bekannten Gründen doch vergleichsweise ruhig. Seit dem Album „Herz Kraft Werke“ vom Mai 2019 (in den deutschen Albumcharts auf Platz eins eingestiegen) sind nur noch drei Singles erschienen, zwei davon zum Thema Pandemie: „Sind wir bereit?“ und „Bye Bye“. In letzterem besingt sie ihren persönlichen Frust, den sie 2020 aufgrund der Beschränkungen durch die Pandemie hatte.
Generell hat Connor kein Problem damit, Persönliches in ihren Songs zu verarbeitet – will es sogar ausdrücklich, wie sie in einem Interview von 2019 erzählt: „Viele deutsche Songs sind mir zu belanglos, da geht es um nichts. Mich macht Musik neugierig, wenn der Künstler ein Anliegen hat, wenn es um etwas Persönliches geht.“ Sie „liebe“ dagegen jemanden wie US-Kollegin Beyoncé: „Auch sie ist eine Frau, die in ihren Texten kein Blatt vor den Mund nimmt und sehr privat aus ihrem Leben erzählt. Man kommt ihr durch ihre Lieder nah, und das fehlt mir in der deutschsprachigen Musik oft.“ Etliche Songs beziehen sich direkt auf ihre Kinder, etwa „Unendlich“, den sie für ihre Tochter Phini geschrieben hat („Du bist mein Fels, mein Licht und mein Frieden“) oder „I’ll Kiss It Away“, gewidmet ihrer anderen Tochter Summer, die mit einem Herzfehler zur Welt kam.

Ihre Hits

Mit mehr als sieben Millionen verkauften Tonträgern gilt Connor als eine der erfolgreichsten Sängerinnen des 21. Jahrhunderts in Deutschland. Mit Hits wie „From Sarah with Love“, „Wie schön du bist“ und „Music is the Key“ konnte sie sich regelmäßig vordere Plätze in den deutschen Charts sichern. Nach längerer Pause war 2015 das Album „Muttersprache“ ein Riesenerfolg. Die Platte wurde ihr zweites Nummer-eins-Album in Deutschland, es zählt zu den meistverkauften Musikalben in Deutschland seit 1975. Darauf folgte 2019 das aktuelles Album „Herz Kraft Werke“. Darüber sagt sie selbst:
„Ich wollte vor allem richtig große Melodien machen, die haben mir im Rückblick bei ‚Muttersprache‘ ein bisschen gefehlt, weil ich mich erstmal mit Deutsch als Singsprache anfreunden musste damit, die richtigen Worte zu finden, als um meine Stimme und den Soul. Bei ‚Herz Kraft Werke‘ tobe ich mich stimmlich mehr aus und in den Texten kommt man mir noch ein Stück näher.“
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Privates

Sarah Connor wurde 1980 in Delmenhorst als Sarah Marianne Corina Lewe geboren, mit bürgerlichem Namen heißt sie Sarah Terenzi-Fischer. Ihr Vater ist Werbetexter, ihr Mutter war früher Model. In erster Ehe war sie mit Marc Terenzi, dem Frontsänger der Band Natural verheiratet, über die Beziehung lief bei ProSieben die Doku-Soap „Sarah & Marc in Love“. Aus der Beziehung mit Terenzi hat Connor einen Sohn und eine Tochter. Im April 2010 gab Connor bekannt, dass sie und ihr Manager Florian Fischer (ehemaliges Mitglied von The Boyz) ein Paar sind. Die beiden sind verheiratet und haben zusammen zwei weitere Kinder. Die Familie lebt laut Medienberichten in Berlin-Grunewald.

Politische Haltung

Sarah Connor streut öfter politische Anspielungen in die Songs ein. Auf „Herz Kraft Werke“ kommt etwa Donald Trump vor, einen kleinen Skandal gab es gar, weil ihr Song „Vincent“ – ebenfalls auf diesem Album – explizit das Coming-Out eines schwulen Jugendlichen thematisiert, und in „Ruiniert“ heißt es: „Und AfD-Idioten, mein Herz kriegt ihr nicht“. Dazu sagt sie im Interview: „Es macht mich wütend, wenn ich diese AfD-Politiker mit ihren hohlen Parolen sprechen höre, wie sie rechtes Gedankengut verbreiten, als wäre es völlig in Ordnung. Ich kann nachvollziehen, dass es Menschen gibt, die frustriert und unzufrieden sind mit der Politik in unserem Land. Aber ich bin fassungslos, wie leichtfertig Leute auf die Straße gehen und sich entweder aktiv beteiligen oder zumindest tolerieren, dass als Stilmittel sogar NS-Verherrlichungen benutzt werden, um Aufmerksamkeit zu bekommen.“
2015 hat sie eine syrische Mutter mit fünf Kindern im Haus aufgenommen und schrieb in der „Zeit“ einen langen Text über ihre Beweggründe und Erfahrungen (zeit.de) – als Flucht nach vorne, nachdem Boulevardmedien berichtet und vor dem Haus heimlich Fotos gemacht hatten. Laut Medienberichten hat die Familie auch jetzt wieder Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen.

Was nicht jeder weiß

Sarah Connor hat fünf Geschwister (und zwei Halbbrüder), eine Schwester von ihr ist Anna-Maria Ferchichi, die mit dem Rapper Bushido verheiratet ist. Und sie spricht in dem Animationsfilm „Robots“ eine der Figuren – die charmante Roboter-Lady Cappy, die im Original von Halle Berry gesprochen wird. Auch der Titelsong der deutschen Fassung „From Zero To Hero“ stammt von Connor.

Weitere Termine in Berlin und Brandenburg

  • 24. Juli, Berlin, Waldbühne
  • 3. September, Finsterwalde, Marktplatz,
  • Tickets: www.eventim.de