Scooter in Berlin: Rave-Mekka – H.P Baxxter bringt Fans die 90er zurück

Scooter bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises. Nun machte H.P. Baxxter mit seiner Band bei einem Konzert unsicher. (Archivbild)
Georg Wendt/dpa- Scooter begeistert bei der „Thirty, Rough and Dirty“-Tour in der Berliner Waldbühne.
- Fans erleben eine nostalgische Zeitreise mit Klassikern wie „Hyper Hyper“ und „How Much Is the Fish?“.
- Pyrotechnik, Neonoutfits und internationale Gäste prägen die Rave-Atmosphäre.
- Nürnberger Fans reisen extra an – für Carola ein Highlight in der Berliner Waldbühne.
- Neuer Song „Gimme That Noise“ sorgt für Stimmung – „Our rave will never stop“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Party, Party, Party – treffender lässt sich ein Abend mit Scooter und Frontmann H.P. Baxxter nicht beschreiben. Wer an diesem Freitagabend (29. August) in der Berliner Waldbühne Platz nimmt, kann es sich kaum leisten, sitzen zu bleiben - oder ist nur körperlich anwesend.
Schon der Voract Tiscore heizt das Publikum ein. Mit einem Set aus Remixen im Technostyle, versteht sich von alleine, bringt er die Menge in Bewegung. Viele Besucherinnen und Besucher schwelgen da bereits in Erinnerungen an ihre Jugendjahre in den 90ern – eine Zeit, in der Dance und Trance-Hits das Lebensgefühl einer ganzen Generation prägten.
Und welche Band könnte dieses Gefühl noch besser zurückholen als Scooter, die selbst längst zu Ikonen dieser Ära geworden sind?
Eine Zeitreise mit Scooter in Berlin
„Wir waren ja auch mal jung“, sagen lachend zwei Freunde, die gemeinsam das Konzert besuchen. Für viele Fans ist dieser Abend mehr als nur Musik – er ist eine Zeitreise.
Besonders treu zeigen sich die Freunde beziehungsweise Fans Carola, Marco und Chris aus Nürnberg. Seit zwei Jahren reisen sie regelmäßig quer durch Deutschland, um ihre Lieblingsband zu sehen. „Über sieben Konzerte haben wir schon zusammen erlebt - unter anderem in Leipzig“, erzählen sie. Eigentlich hätten sie zu viert kommen wollen, doch die Freundin von Chris musste kurzfristig absagen. „Dafür hat Chris uns“, sagt Carola mit einem Lächeln
Für die Nürnberger, genauer gesagt für Carola ist der Auftritt in Berlin ein besonderes Highlight. „Ich wollte immer schon einmal in der Berliner Waldbühne ein Konzert erleben“, erklärt sie freudestrahlend. Ein Vorschlag, der auch bei den anderen beiden auf Begeisterung stieß – schließlich lässt sich die Pilgerfahrt zum Rave-Tempel perfekt mit einem kleinen Städtetrip verbinden. „Wir bleiben eine Nacht hier und fahren dann morgen entspannt zurück“, sind sich die drei Freunde einig.
Konzert startet mit spektakulärer Show
Motto ihrer Clique: Party und gute Laune. „Die Bässe, die Energie – das ist genau unser Ding. Außerdem trifft man bei Scooter-Konzerten immer diese besondere Raver-Community, das ist einfach ein Stück Jugend“, sagen sie.
Der einzige Kritikpunkt: Das Konzert beginnt erst nach 21:15 Uhr - dafür aber mit einem spektakulären Auftritt von H.P. Baxxter und seinen Tänzerinnen, die die ganze Zeit Vollgas geben. Mit Raketen, einer Art Feuerwerk und Trompetensounds begrüßt der Frontman seine Gäste. Von der ersten Sekunde an ist klar: Hier wird nicht getrödelt, sondern ordentlich gefeiert, bis die Stimmbänder nicht mehr können.
Was folgt, ist ein zweistündiges Animationsprogramm, das an Intensität kaum zu übertreffen ist. Klassiker wie Maria (I like it loud), How Much Is the Fish?, Hyper Hyper, Nessaja oder The Logical Song wechseln sich mit neueren Tracks wie ab. H.P. Baxxter, inzwischen 59 Jahre alt, dirigiert die Menge mit seinem unverwechselbaren Shouting. Seine Ansagen kommen meist auf Englisch – „Hands up in the air!“ – und die Fans folgen bedingungslos.
H.P. Baxxter lockt internationale Fans an
Im Stehbereich vor der Bühne schnellen die Arme im Takt von unten nach oben - oder von rechts nach links - immer wieder brechen Jubelstürme aus. Pyrotechnik, Flammen und Konfettikanonen verstärken das Gefühl, dass man wieder ein Teil einer gigantischen Rave-Messe ist. Outfits im 90er-Look, Neonfarben und Bandshirts prägen das Bild, dazu ein internationales Publikum: Bereits bei der Ticketkontrolle ist zu hören, dass viele Gäste aus Polen angereist sind.
Dass Scooter mehr sind als eine nostalgische Erinnerung, zeigt sich in den Gesichtern der Zuschauer. Viele wurden mit den Dancehits geprägt, andere haben Scooter erst später in den 2000-ern für sich entdeckt – doch die Energie vereint alle. „Wir zum Beispiel sind mit Scooter aufgewachsen“, sagt die Nürnberger Clique. Und an diesem Abend fühlt es sich so an, als hätte die Jugend nie aufgehört.
Neuer Hit „Gimme That Noise“ von Scooter
Als der letzte Beat die Lautsprecher verlässt, liegt eine erschöpfte, aber freudige Stimmung über der Waldbühne. Tiscore hatte es zu Beginn auf den Punkt gebracht: „Alles hat ein Ende, nur der Rave, der hat keins.“
Die Antwort von Scooter: „Our rave will never stop, gimme the noise you got.“ (Aus seinem neuen Hit „Gimme That Noise“)



