"Ozark" (3 Staffeln, 30 Folgen) ist so etwas wie eine Familiengeschichte. Zentrale Figur ist Finanzberater Marty Byrde. Der Mann hat eine langweilige Fassade, ist aber ein Genie seines Fachs. Mit fremdem Geld jongliert er wie ein Zirkuskünstler. Immer vor den Augen des FBI und immer mit einem Bein im Säurefass des Drogenkartells.
Ähnlich wie in erfolgreichen Serien wie "Mad Men" oder "Breaking Bad" gibt es neben der eigentlichen Geschichte immer weitere Erzählstränge. Spannend bleibt die Serie auch, weil liebgewonnene Protagonisten dem kriminellen Klima zum Opfer fallen. Gemordet wird sehr einfallsreich, mit Strom, mit Messern und ganz herkömmlich mit Schusswaffen. Durch den Tod entsteht Platz für neue Figuren, die die Serie bis zur letzten Sekunde lebendig halten.
Fremde mag man eher nicht
Ozark entpuppt sich für Familie Byrde als schwieriges Pflaster. Die konservative Gemeinde duldet keine Fremden. Nur mühsam gelingt es dem Finanzberater, sein illegales Geschäft aufzubauen. Dabei kommen ihm nicht nur die merkwürdigen Menschen von Ozark in die Quere. Auch seine Frau Wendy, deren Liebhaber aus dem Fenster eines Hochhauses gestoßen wird, ist nicht immer eine hilfreiche Stütze. Die Konkurrenz unter den Eheleuten führt geradezu in den Untergang – oder eben auch nicht. Je tiefer die Familie in den Schlamassel gerät, umso mehr finden Frau und Mann, Eltern und Kinder wieder zusammen.
Wer viel Fernsehen schaut, mag einige Probleme mit der Besetzung haben. Schauspieler Jason Bateman alias Marty Byrde kommt mit leichten Spielfilmen wie "Super süß und super sexy" aus dem Fach der Komödie. Das ist spätestens nach der zweiten Folge von "Ozark" vergessen. Der lustige Part fällt in der Netflix-Serie ohnehin sehr, sehr  spärlich aus. Der Cliffhanger am Ende der dritten Staffel, die im März gestartet ist, lässt vermuten, dass es eine Fortsetzung geben wird.