Slipknot in Berlin: Festival-Stimmung auf der Waldbühne – so war das Konzert

Pure Energie, Brutalität und Wahnsinn ab dem ersten Song - Slipknot liefern bei ihrem Konzert auf der Waldbühne in Berlin ab.
Wiemke Reiners- Slipknot verwandelten die Waldbühne Berlin in ein Metal-Festival mit Soft Play und Polaris.
- Fans reisten teils aus Bremen an, um die einzigartige Atmosphäre der Waldbühne zu erleben.
- Highlight: Slipknot spielte "Gematria" erstmals in Deutschland, begleitet von weiteren Klassikern.
- Polaris sorgten mit Circle Pits und einer Wall of Death für Stimmung vor dem Hauptact.
- Die energiegeladene Show endete nach 1,5 Stunden mit begeistertem Publikum.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn Slipknot auf der Waldbühne spielen, genügt schon der kurze Weg von der S-Bahn-Haltestelle Pichelsberg bis zur Waldbühne, um den Montags-Alltag zu vergessen. Kutten, Slipknot-Shirts und Nietengürteln dominieren den Bahnsteig. Auf der Brücke über den Gleisen wird Bier verkauft, ein Mann schläft in dem Kofferraum seines Autos – bereits jetzt kommt in der warmen Nachmittagssonne Festival-Stimmung auf.
Kurz vorm Ziel schreit ein Sänger durch die Lautsprecher einer Bierbude die Passanten an. Auf den Gesichtern der Metalheads macht sich ein seliges Lächeln breit. Nur noch knapp anderthalb Stunden bis zur ersten Vorband.
Trotz der noch langen Wartezeit sind schon viele Leute vor dem Gelände und vertreiben sich die Zeit vor dem Merch-Stand. Patrick Wüstefeld und Timor Lütjen haben sich gerade die neuen, limitierten Slipknot-Poster gekauft.
Fans hoffen vor allem auf Songs der ersten Slipknot-Alben
Sie haben die Band schon zwei Mal live gesehen und sind für das Konzert auf der Waldbühne extra von Bremen nach Berlin gereist – obwohl Hannover viel näher gewesen wäre. Aber „die Waldbühne ist schon was Besonderes“, sagt Patrick. Um die Musik richtig genießen zu können, haben sie sich für Sitzplätze entschieden. „Mittendrin und Action hatten wir schon. Heute wollen wir zuhören“, sagt er.

Timor Lütjen und Patrick Wüstefeld (v.l.) sehen Slipknot zum dritten Mal live. Um die Band auf der Waldbühne zu sehen, sind sie ganz aus Bremen angereist. Das limitierte Poster ist das perfekte Andenken.
Wiemke ReinersDas sehen Niclas Bau, Thore Nieresmann und Elias Schleicher völlig anders. Naja, zumindest Niclas. Für ihn sind Stehplätze „die einzig wahren“. Elias hingegen kennt die Band nicht und hört auch eigentlich kein Metal. „Aber wir bekehren ihn jetzt. Das wird schon“, ist sich Niclas sicher. Er ist schon lange Slipknot-Fan, sieht sie aber heute zum ersten Mal live. Er hofft vor allem auf Songs von den Alben Slipknot und Iowa.
Ein starker Regenschauer dezimiert die Schlange vor dem Merch-Stand und ist sehr wahrscheinlich auch mit schuld daran, dass sich während der ersten Band Soft Play (ehemals Slaves) noch viele Fans auf dem (Um-)Weg zur Waldbühne befinden. Dort sind nur die ersten Reihen vor der Bühne dicht besetzt, während des ganzen Konzerts füllen sich langsam die Ränge.

Niclas, Thore und Elias (v.l.) sehen Slipknot zum ersten Mal live. Vor allem Niclas ist schon lange Fan, er hofft vor allem auf Songs der ersten beiden Alben.
Wiemke ReinersDas Punk-Duo aus dem Vereinigten Königreich spielt trotzdem mit einer Energie, als wären bereits alle Plätze besetzt: Der Drummer schreit, singt und hämmert auf sein Kit ein, der Gitarrist rennt und springt über die Bühne. Punkiger, schnörkelloser Spaß.
Slipknot in Berlin – Soft Play und Polaris heizen dem Publikum ein
Als Polaris übernehmen, ist deutlich mehr los. Die australische Metal-Core Band braucht keine drei Songs, bis sich der erste Circle Pit bildet. Der Sänger fordert eine Wall of Death, er bekommt sie. Der Sänger ruft „Jump, jump, jump!“, die Menge springt. Call-and-Response, Headbangen, zu Fäusten oder Devil Horns (Zeige- und kleiner Finger ausgestreckt) geformte Hände. „Unsere einzige Aufgabe heute ist es, euch warmzumachen für Slipknot“, ruft der Sänger atemlos. Das haben Polaris geschafft.
Während die Bühne für den Hauptact aufgebaut wird, strömen immer mehr Maggots (Slipknot-Fans) die vielen Treppen runter. Mit ihnen wirkt die Waldbühne wie ein vertikales Festival-Gelände: oben Bier, Fressbuden und Toiletten, unten die Bühne. Oben Sonnenbrillen, unten Corps-Paints.
Auf der Bühne wird vor dem Podest mit Schlagzeug und DJ-Pult der schwarze Teppich ausgerollt. Bevor es losgeht, wird dieser nochmal gestaubsaugt – zu Everybody wants to rule the world. Vor der neuen Kulisse klingen einige Zeilen wie eine Warnung vor dem, was die Fans gleich erwartet: „Welcome to your life / There's no turning back / Even while we sleep / We will find you“.
Slipknot in Berlin – Horror, Wahnsinn und ein brutaler Circle Pit
Dann stoppt die Musik, die Fans pfeifen und klatschen. „Come and play with us“, repetiert eine emotionslose Kinderstimme vom Band. Dazu Störgeräusche, metallisches Kreischen, wabernde Echos. Dann betritt die US-Band die Bühne, wie gewohnt in Overalls und Horrormasken. Ab dem ersten Song rastet das Publikum aus, auch auf den Rängen hält es kaum jemanden auf den Bänken.
„Wollt ihr einen Song hören, den wir noch nie ein Deutschland gespielt haben?“, fragt Corey Taylor. Es folgt der unnachgiebige, brutale Track Gematria (The Killing Name) – eine einzige, wütende Kritik an religiösem und nationalem Fanatismus sowie der daraus resultierenden Gewalt. Ganz schön aktuell für einen Song von 2008.
„Wait and Bleed“, „Psychosocial“, „The Devil in I“ – die Setlist versucht mehr als 25 Jahre Metalgeschichte zusammenzufassen und spiegelt die Band und ihr Publikum: wild, chaotisch, aber großartig. Die Clown-Maske fehlt auch heute, aber der Wahnsinn ist da und ansteckend, vor allem im Pit. Zu „Duality“ schreit das Publikum die Zeile „I push my fingers into my… EYES!“ aus tausenden Kehlen. Der Sound ist brutal, die Double Bass etwas zu präsent, aber das ist eigentlich auch egal.
„Die Energie ging nie verloren“, sagt ein Fan nach dem Konzert. Das war wohl ein Grund dafür, dass die anderthalb Stunden so rasend schnell vorbei waren. Die Maggots machen sich nur widerwillig auf dem Weg zum Ausgang, pfeifen in der Hoffnung auf eine weitere Zugabe.











